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equal pay day

Der Equal Pay Day markiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke. Umgerechnet ergeben sich daraus aktuell 77 Tage, die Frauen umsonst arbeiten.

Der Gender Pay Gap (GPG) beschreibt die geschlechtsspezifische Lohnlücke: den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen. Die vom Statistischen Bundesamt errechneten Bruttostundenlöhne der Frauen betrugen im Jahr 2016 16,26 Euro, während Männer auf 20,71 Euro kamen. Damit liegt die Lohnlücke in Deutschland bei 21 Prozent.

Weitere Informationen zur Berechnung des Gender Pay Gaps finden Sie beim Statistischen Bundesamt.

Entstanden ist der Tag für gleiche Bezahlung in den USA. Die amerikanischen Business and Professional Women (BPW) schufen 1988 mit der Red Purse Campaign ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Diesen Gedanken griff BPW Germany auf und startete 2008 die Initiative Rote Tasche, die den Grundstein für die bundesweite Einführung des Equal Pay Day legte.

Die Ursachen für die Lohnlücke sind vielfältig:

1. Frauen fehlen in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karriereleiter: Obwohl Frauen heute - statistisch gesehen - besser ausgebildet sind als Männer, ergreifen Frauen noch immer verstärkt frauendominierte Berufe in den Bereichen Erziehung und Pflege und fehlen weiterhin in den MINT-Berufen. Daneben steigen Frauen nicht so häufig auf der Karriereleiter wie Männer.

2. Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt durch z.B. Elternzeit oder Pflege von Angehörigen häufiger und länger als Männer. Diese "Fehlzeiten" und darauf folgende Einstiegshemmnisse haben lang nachwirkende Einbußen bei Lohn- und Einkommensentwicklung zur Folge, was sich bis in die Rentenphase niederschlägt.

3. Frauentypische Berufe sind weiterhin unterbewertet. Aufwertung dieser Berufe heißt nicht nur, die Wahrnehmung des gesellschaftlichen Werts von frauendominierten Berufen zu erhöhen, sondern auch die Bezahlung dieser Berufe zu stärken.

4. Durch fehlende Gehaltstransparenz ist eine Ungleichbehandlung der Bezahlung aufgrund des Geschlechts nicht sichtbar. Transparenz in den Gehaltsstrukturen und ein gesetzlich geregeltes Auskunftsrecht können die Lohnlücke nachhaltig beeinflussen. Ein Vorhaben, das durch das am 6. Juli in Kraft getretene Entgelttransparenzgesetz gestützt wird.

5. Gängige Rollenstereotype beeinflussen nach wie vor die Berufswahl von Frauen. So wählen junge Frauen aus einem sehr engen Segment der über 300 Ausbildungsberufe aus. Die Berufswahl im sozialen wie im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich muss frei von Rollenstereotypen oder Barrieren bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere erfolgen. Nur dann ist eine Durchmischung geschlechtertypischer Berufe möglich.

Ziel ist es daher, mit dem Equal Pay Day die Debatte über die Gründe der Lohnunterschiede in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, zu sensibilisieren und Entscheidende zu mobilisieren, damit sich die Lohnlücke schließt.
Weiterlesen: www.equalpayday.dehttp://www.equalpayday.de

 

 Unterrichtseinheit zum Equal Pay Day

In Landshut hat sich ein "Aktionsbündnis EPD" aus Gewerkschaftsfrauen, Frauen aus Parteien und Frauenverbänden gegründet, das alljährlich Aktionen zum equal pay durchführt. Weil gerade Schülerinnen und Schüler, die noch nicht im Arbeitsprozess stehen, sich wenig für das Thema interessieren und sich oft der bestehenden gesellschaftlichen Ungleichheiten nicht bewusst sind, wurde das vorliegende Unterrichtsmaterial entwickelt und 2017 in mehreren 11.Klassen der Wirtschaftsschule getestet. Beteiligt waren: Birgit v.Garrel, Verena Putzo-Kistner, Ute Kubatschka, Sylvia Frey und Irmgard Dassler.


Hier stellen wir dieses Material allen Interessierten zur Verfügung:

EPD Unterrichtseinheit

Anregungen zur weiteren Verbesserung nehmen wir gerne entgegen unter Opens window for sending emailbirgit.von-garrel(at)igmetall.de
Die Materialien sind in jeder Schulart, evtl. auch in Jugendgruppen, einsetzbar und zu großen Teilen selbsterklärend. Sie passen in viele Fächer: Sozialkunde, Gemeinschaftskunde, Arbeitslehre, Volkswirtschaft, Religion, Ethik usw. Eine thematische Einbindung in ein Rahmenthema (Geschlechtergerechtigkeit, Arbeitswelt, Soziale Ungleichheit, Grundgesetz, Emanzipation usw.) ist sinnvoll, aber nicht notwendig. Auch aktuelle Anlässe wie Weltfrauentag oder eben der Equal-Pay-Day bieten sich an, oder der schlichte Anlass einer Vertretungsstunde.
Für Erarbeitung und Diskussion ist (mindestens) eine Doppelstunde nötig.

Mehr erfahren auf www.epd-schule.de


Dateiname Info Geändert
1Ablauf_Unterrichtseinheit.pdf1Ablauf_Unterrichtseinheit.pdf 90 KB13.03.18 16:21
2Laufzettel_Lernzirkel.pdf2Laufzettel_Lernzirkel.pdf 81 KB13.03.18 16:23
3Ehegattensplitting_Puzzle_falsch.pdf3Ehegattensplitting_Puzzle_falsch.pdf 13 KB13.03.18 16:22
4Ehegattensplitting_Puzzle_richtig.pdf4Ehegattensplitting_Puzzle_richtig.pdf 13 KB13.03.18 16:22
5Ehegattensplitting_Text_Tabelle.pdf5Ehegattensplitting_Text_Tabelle.pdf 50 KB13.03.18 16:23
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7Gender_Pay_Gap_Text.pdf7Gender_Pay_Gap_Text.pdf 84 KB13.03.18 16:23
8Tabelle_Rente_nach_45_Jahren.pdf8Tabelle_Rente_nach_45_Jahren.pdf 192 KB13.03.18 16:24
9Scheidungsfolgen.pdf9Scheidungsfolgen.pdf 119 KB13.03.18 16:24

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