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Winterdienst: So sichern Sie Geh- und Radwege

29.11.2023
Natur & Umwelt

Zum meteorologischen Winteranfang informiert die Stadt Landshut über die Verkehrssicherungspflicht der Geh- und Radwege.

Die Stadt Landshut bittet insbesondere bei Schneefall darum, die Flächen an Werktagen bis 7 Uhr und an Sonn- und Feiertagen bis 8 Uhr frei zu räumen. Bei Schnee-, Reif- und Eisglätte sind dafür „abstumpfende Stoffe“ wie Sand oder Splitt zu nutzen.

Laut der Verordnung der Stadt Landshut über die „Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Straßen und die Sicherung der Gehbahnen im Winter“ haben die Vorder- und Hinterlieger die Gehbahnoberfläche, die sich vor dem Vorderlieger-Grundstück befindet, gemeinsam auf eigene Kosten in einem verkehrssicheren Zustand zu erhalten. Zur Gehbahn beziehungsweise der sogenannten „Sicherungsfläche“ gehören auch alle nicht selbstständigen Sicherungsflächen: Das sind Geh- und Radwege, die mit der Fahrbahn in Zusammenhang stehen und mit dieser gleichlaufen. Die Sicherungsflächen sind auf einer Breite von mindestens 1,20 Meter an Werktagen bis 7 Uhr und an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen bis 8 Uhr von Schnee beziehungsweise Eis frei zu räumen. Diese Sicherungsmaßnahmen sind bis 20 Uhr so oft zu wiederholen, wie es zur Verhütung von Gefahren erforderlich ist.

Bei Schnee-, Reif- und Eisglätte ist die Sicherungsfläche mit geeigneten abstumpfenden Stoffen wie Sand oder Splitt zu bestreuen. Streusalz oder andere ätzende Mittel sind grundsätzlich nicht erlaubt. Das Salz gelangt in den Boden, behindert die Nährstoff- und Wasseraufnahme der Pflanzen und führt zu Schädigungen oder dem Absterben. Außerdem wird das Salz in die Kanalisation gespült und gelangt damit in Gewässer oder über den Boden in das Grundwasser. Salz schadet auch der empfindlichen Haut an den Pfoten der Haustiere. Die gereizten Stellen können sich entzünden und heilen nur langsam. Durch das Lecken der gereizten Stellen nehmen die Tiere schädliche Mengen Salz auf. Ideal ist Streusplitt oder grober Sand. Streusplitt kann sogar wieder aufgenommen und erneut eingesetzt werden. Sollten andere Mittel aus Schlacke, Aschen oder Granulate verwendet werden, empfiehlt die Stadt, auf das Umweltzeichen Blauer Engel DE-UZ 13 zu achten. Damit ist sichergestellt, dass keine schädlichen Schwermetalle oder andere umweltschädlichen Stoffe enthalten sind und die Streumittel gut wirken. Nur bei besonderer Glättegefahr, beispielsweise an Treppen oder starken Steigungen, ist das Streuen von Tausalz zulässig (Paragraf 10 Absatz 1 Reinigungs- und Sicherungsverordnung).

Wer entgegen dieser Vorschrift auch andere Flächen mit Tausalz oder anderen ätzenden Mitteln bestreut, kann gemäß Paragraf 13 Nummer 4 der Reinigungs- und Sicherungsverordnung mit einer Geldbuße belegt werden.

Der geräumte Schnee oder die Eisreste (Räumgut) sind so neben der Gehbahn zu lagern, dass der Verkehr nicht gefährdet oder erschwert wird. Ist das nicht möglich, haben die Anlieger das Räumgut spätestens am folgenden Tag von der öffentlichen Straße zu entfernen. Die Stadt stellt auf Anfrage einen geeigneten Platz zur Verfügung. Abflussrinnen, Hydranten, Kanaleinlaufschächte und Fußgängerüberwege sind bei der Räumung freizuhalten. Die Vorder- und Hinterlieger haben auch bei Bushaltestellen eine Räum- und Streupflicht, wenn sich diese auf/an der Gehbahn befinden.

Zur Sicherstellung des reibungslosen Winterdienstes durch Fahrzeuge der Bauamtlichen Betriebe, der reibungslosen öffentlichen Ver- und Entsorgung sowie von Rettungseinsätzen, werden die Hausbesitzer und Anlieger besonders in den Wohngebieten Achdorf, Hofberg und Moniberg gebeten, beim ruhenden Verkehr auf eine Durchfahrtsbreite von mindestens 3,05 Meter lichte Weite zu achten.

Die ausführliche Verordnung kann beim Ordnungsamt unter Telefon 0871-881321 angefordert oder auch online unter www.landshut.de/winterdienst heruntergeladen werden.

Pressemitteilung des Staatlichen Bauamts

Bald ist Heiligabend. Und wer in den vergangenen Tagen auf Bayerns Straßen unterwegs war, hat bereits einen Vorgeschmack auf eine vielleicht weiße Weihnacht bekommen. Damit ist auch die Winterdienstsaison für das Staatliche Bauamt Landshut eingeläutet. Um die Funktionsfähigkeit der insgesamt 280 Kilometer Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis Landshut auch bei Schneetreiben und Glätte zu gewährleisten, ist die Straßenmeisterei Landshut im Schichtbetrieb im Einsatz. Die Salzlagerstätten sind gefüllt, der Liefervertrag mit der Firma Develey für das "Gurkenwasser" wird weitergeführt und 24 Kollegen der Straßenmeisterei Landshut sowie die beauftragten Fuhrunternehmen sind im Einsatz. Insgesamt gute Voraussetzungen für einen sicheren Winter auf den Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis.

Vor allem in den Wintermonaten kommt der Sicherheit im Straßenverkehr besondere Bedeutung zu: Streusalz, Winterdienstfahrzeuge und hunderte Mitarbeitende sorgen bayernweit dafür, die Straßen schnee- und eisfrei zu halten. Knapp 55 Millionen Euro investierte der Freistaat letztes Jahr dafür, davon 14 Millionen allein für Streusalz. Ein ökonomischer und ökologischer Umgang mit den Streumitteln kommt dabei nicht zu kurz.

Denn auch beim Winterdienst ist Prävention das Schlüsselwort: Statt Glätte zu bekämpfen, soll sie gar nicht erst entstehen. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Prognosedaten des Deutschen Wetterdienstes zu: Straßenwetterstationen im Landkreis Landshut erfassen punktuell auf Brücken und in kritischen Streckenabschnitten meteorologische Daten wie Lufttemperatur, Luftfeuchte oder Niederschlag und Straßenzustandsdaten. Auf Grundlage dieser Daten und der allgemeinen Wettervorhersage entscheidet der Einsatzleiter, wann und in welchem Umfang ein Winterdiensteinsatz notwendig ist.

Als besonders effektive Methode der Glättevermeidung hat sich die Präventivstreuung bewährt. Dafür produziert die Straßenmeisterei zunächst eine Sole, indem sie in einer hochmodernen Anlage Steinsalz in Wasser löst. Diese Sole wiederum bringt der Winterdienst mit Streufahrzeugen über einen Streuteller flächig auf die Straßen aus – entweder als Flüssigstreuung oder in Kombination mit Festsalz als Feuchtsalzstreuung.

Dabei hat die Flüssigstreuung gegenüber der Streuung mit körnigem Feuchtsalz einige Vorteile: Da der reine Salzanteil und damit auch der Salzverbrauch deutlich geringer sind, verringert sich auch die Umweltbelastung. Zudem entfallen Wehverluste durch Winde oder den Verkehr. Durch den hohen Wirkungsgrad dieser Methode können mit erheblich reduziertem Salzanteil – natürlich auch ein wenig abhängig von der Wetterlage – sichere Fahrbahnzustände bis in den nächsten Morgen gewährleistet werden.

Alternativ zur klassischen Sole-Herstellung in der eigenen Anlage wird auch dieses Jahr in den Landkreisen Kelheim, Landshut und Dingolfing-Landau wieder Gurkengärlake eingesetzt. Dabei wird ein Reststoff aus der Lebensmittelproduktion aufbereitet und im Winterdienst weiterverwendet. Was 2019 als außergewöhnliches Pilotprojekt gestartet ist, ist inzwischen fester Bestandteil im Konzept des Staatlichen Bauamts Landshut. Dank des „Gurkenwassers“ können die Straßenmeistereien in der Region um Dingolfing jährlich mindestens 100 Tonnen Salz und 800.000 Liter Wasser einsparen – ein voller Erfolg, der eine längerfristige Zusammenarbeit mit der Firma Develey in Aussicht stellt.

Übrigens: Betreut werden die Straßen entsprechend ihrer Verkehrsbedeutung, die Hauptverkehrsstrecken in der Regel von 3 Uhr früh bis um 22 Uhr abends – und bei außergewöhnlichen Witterungsverhältnissen wie anhaltendem Schneefall auch darüber hinaus. „Unsere Mannschaft versucht nach besten Kräften, die Straßen von Schnee und Eis zu befreien und effizient für Sicherheit auf den Strecken zu sorgen“, erklärt Alfred Ottendorfer, Leiter der Straßenmeisterei Landshut. Er bittet alle Verkehrsteilnehmer um Geduld und Verständnis, wenn Einsatzfahrzeuge vorausfahren und appelliert zudem an jeden Einzelnen, die Fahrgeschwindigkeit den Witterungsverhältnissen anzupassen, besonders in den Nachtstunden von 22 bis 6 Uhr: „Am vergangenen Wochenende ereigneten sich nach Mitternacht Unfälle auf zwei Brücken im Bereich Landshut, obwohl am Vorabend gestreut wurde. Bei Schneeregen hat sich das ausgebrachte Salz wieder verdünnt und bei sinkenden Temperaturen kam es zu Glätte. Auf Brücken gilt es generell, besonders vorsichtig zu Fahren und nach Möglichkeit nicht zu bremsen!“

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