Service
Sachstand zur Unterbringung der Asylbewerber seitens der Stadt
Nachdem die Flüchtlinge bekanntlich Donnerstag Mittag das Angebot der Regierung abgelehnt hatten, die Übergangszeit bis zum Bezug der Interimslösung auf dem Gelände der alten Schochkaserne außerhalb Landshuts zu überbrücken, sah sich die Stadt Landshut schon moralisch verpflichtet, für diejenigen Menschen eine Grundversorgung zu schaffen, die ansonsten ab gestern kein Dach mehr über dem Kopf gehabt hätten.

Vielen Unterstützern ist es zu verdanken, dass einige der Asylanten gut untergebracht werden konnten.
Oberbürgermeister Hans Rampf:
Der Diakonie und privaten Unterstützern ist es zu verdanken, dass einige der Asylanten gut untergebracht werden konnten.
Ungeachtet der rechtlichen oder behördlichen Zuständigkeiten habe ich meinem Persönlichen Referenten Thomas Link am Dienstag parallel die Aufgabe als Sonderkoordinator anvertraut, im Falle einer eintretenden Obdachlosigkeit eine Lösung für diese Menschen zu finden. In exzellenter, unbürokratischer Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Landshut, dem Bayerischen Roten Kreuz, dem Sozialamt, dem städtischen Sachgebiet Katastrophenschutz, mehreren Abteilungen in den Stadtwerken und mit dem Jugendkulturzentrum ist es uns gelungen, in kürzester Zeit die Halle der ehemaligen Kleiderkammer der Bundeswehr anzumieten und zu einer Unterkunft umzubauen. Diese befindet sich in Sichtweite zur ehemaligen Hauptwache der ehem. Schochkaserne, die von der Regierung derzeit als sogenannte Interimslösung für die Asylanten umgebaut wird. Diese Interimslösung wird dann die in Landshut bislang gemeldeten 87 Asylbewerber aufnehmen, bis die Regierung den Neubau als Ersatz für die nicht mehr bewohnbare, bisherige Asylunterkunft (Schönbrunner Straße) fertig stellen konnte. Die Stadtwerke hatten den Auftrag, dieses alte Hauptwachgebäude, das seit Jahren leer stand, wieder an die öffentliche Versorgung anzuschließen (Strom, Wasser, Gas). Diese Arbeiten wurden dort gestern abgeschlossen. Nun sind laut Auskunft der Regierung natürlich weitere Arbeiten nötig, über deren Abschluss ich aufgrund fehlender Zuständigkeit ebenso wenig Auskunft geben kann wie über den Zeitpunkt des avisierten Einzugstermins. Ich bitte, dies zu respektieren; ich weiß, dass auch in der Regierung von Niederbayern fieberhaft an der Fertigstellung gearbeitet wird.
Zur Unterkunft der Stadt
Parallel dazu haben die Stadtwerke die sog. Kleiderkammer wieder mit Strom versorgt und auch die Außenbeleuchtung wieder angeschlossen. Die Halle selbst ist frei von störenden Einbauten, misst in etwa 30 x 10 Meter und ist mit kippbaren Fenstern ausgestattet, mit Fluchttüren, außerdem wurden Vorkehrungen für den Brandschutz getroffen, zusätzliche Feuerlöscher wurden vor Ort verbracht. Kühlschränke wurden aufgestellt, ein großer Waschplatz aufgebaut, Trinkwasservorräte angelegt.
Diese Gruppe der 18 Personen, denen Obdachlosigkeit drohte, ist gestern mit zwei Linienbussen der Stadtwerke von der Schönbrunner Straße zur ehem. Kleiderkammer gefahren worden. Alle persönlichen Dinge wie Kleidung oder Bettzeug wurden in den beiden Bussen und in einem weiteren Lastwagen mitgeführt, von den Asylbewerbern dort ausgeladen und die Halle gemeinsam eingerichtet. Die Mitarbeit und die Mithilfe der Asylbewerber selbst waren vorbildlich. Um 18 Uhr wurde die Gruppe mit Gemüseeintopf und Brotscheiben versorgt, dafür hatte die Küche des städtischen Magdalenenheims gesorgt. Die nötigen Infrastrukturmaßnahmen waren gestern bereits gegen 14 Uhr abgeschlossen.
Die Asylbewerber können in dieser Halle bleiben, bis die Regierung von Niederbayern mit ihrem Gebäude einzugsbereit ist. Die beschriebene Notlösung der Stadt ist sicher keine Zwischenlösung, die schon aufgrund der Baulichkeiten großes Wohlbefinden auslösen kann. Wie mir aber gestern persönlich viele der Asylbewerber bei ihrem Einzug in die alte Kleiderkammer bestätigten, sind sie zufrieden, ein Dach über den Kopf zu haben.
Die weitere Verpflegung der Gruppe ist in Absprache mit dem Sozialamt und den Betroffenen selbst so gelöst: Die Gruppe wurde heute Morgen um 8.15 Uhr geweckt und informiert, dass sich jeder bis 11 Uhr im Sozialamt einen Tagessatz in Höhe von 10 Euro abholen kann, mit dem er sich selbst um die Verpflegung kümmern kann. Diese Regelung gilt vorerst zehn Tage. Dann wird neu entschieden. Mit der Flüchtlingshilfe des Hauses International, auch hier klappt die Zusammenarbeit hervorragend, wurde dies abgesprochen.


