Von der Burg über das Burghausertor in Richtung Altstadt
250 Schritte talwärts gelangen wir zum "
Burghausertor", das früher auch "Hutertor" hieß. Weil diese enge Straße rechtzeitig durch den Bau der "Neuen Bergstraße" entlastet wurde, blieb das Tor und mit ihm der einzige von den acht Tortürmen der Stadt erhalten, wenn auch arg verstümmelt. Seine jetzige Gestalt erhielt das Tor im Jahr 1800.
Der spitze Turmhelm und das dritte Geschoss wurden abgetragen, dem zweiten Geschoss setzte man das jetzige Dach auf. Der stadtauswärts vorgelagerte Zwinger wurde zur nämlichen Zeit seines Daches beraubt, doch man beließ seine Seitenmauern, so dass die Anlage des mittelalterlichen Torzwingers leicht erkennbar ist.
Ottonianum
Ein kleines Stück unterhalb des Burghausertores zweigt ein schmales Sträßchen von der Alten Bergstraße nach links ab. Es führt zu einem ansehnlichen Bauwerk aus der Biedermeierzeit, dem "Ottonianum". Es wurde 1839 von Johann Baptist Bernlochner am Platz der alten herzoglichen Gießhütte als Sommerkeller erbaut und hieß nach dem Braumeister Josef Bals "Balskeller".
1882 wurde das Gebäude zu einem Internat für auswärtige Realschüler umgebaut; heute dient es als Jugendherberge. Den Namen "Ottonianum" erhielt das Gebäude im Jahr 1920: der Rat der Stadt wollte damit den ersten Wittelsbacher Herzog Otto I. ehren, den man damals für den Gründer der Stadt gehalten hatte. Ein Besuch des alten Balskellers wird vor allem durch einen prachtvollen Ausblick auf Burg und Stadt belohnt. - Doch zurück zur Alten Bergstraße!
Theklakapelle
Die Theklakapelle an der Alten Bergstraße war ursprünglich der hl. Jungfrau Maria geweiht und hieß "Maria Ach". Sie zählt zu den Nebenkirchen der Pfarrei St. Martin. Stifter der Kapelle war der Hofmeister von Herzog Heinrichs des Reichen, Ritter Wilhelm von Fraunhofen; erbaut wurde sie im Jahr 1426. Ab 1754 wurde die Kapelle umgestaltet und neu ausgestattet. Das Mittelstück des Hochaltars ist eine gotische Muttergottes aus der Zeit um 1500. Die zwei Seitenfiguren schnitzte Christian Jorhan. Sie stellen den heiligen Johannes Evangelist und vermutlich die heilige Thekla dar. Die zwei Putten neben der gotischen Marienfigur und die von Engeln umgebene Halbfigur Gottvater kamen aus der Jorhan-Werkstatt. Die zwei eleganten Seitenaltäre stammen aus der Zeit um 1759. Eine Besonderheit der Kapelle ist die dekorative Ausmalung ihrer Gewölbe. Auch diese Malereien stammen aus dem Jahr 1759. Das Hauptgemälde des Langhauses stellt die Taufe der heiligen Thekla und ihr Verhör vor dem Richter dar: Die Heilige wurde der Legende nach vom heiligen Paulus getauft und, da sie die Ehe mit einem Heiden verweigerte, vor Gericht gestellt und zu verschiedenen Martern verurteilt, die ihr aber nichts anhaben konnten. Zu beiden Seiten dieses Gemäldes zeigen Grisaille-Medaillons in Rosatönen Szenen aus dem Leben der Mutter Gottes. Über dem Chorbogen erscheint in einer reich verzierten Kartusche das Wappen der Freiherren von Alt- und Neufraunhofen, über ihm die Inschrift C. F. MDCCLIX - Carl Fraunhofen 1759. Das Deckengemälde im Altarraum stellt die Krönung Mariens dar.
Die kleine mechanische Orgel, ein Werk des Landshuter Orgelbauers Johannes Schweinacher aus dem Jahr 1759, hat sich als einziges von den ehedem zahlreichen Schleifladenwerken erhalten, die im 18. Jahrhundert für Landshuter Kirchen gebaut worden sind. 1975 wurde die Kapelle restauriert. Damals erhielt sie ein neues Gestühl mit den Barockwangen aus der abgebrochenen alten Pfarrkirche von Hohenthann.
Das letzte Stück der Alten Bergstraße zwischen dem Burghausertor und dem Dreifaltigkeitsplatz ist seit dem Mittelalter so dicht bebaut wie heute. Hier wohnten Bedienstete der Herzöge. Den überwiegenden Teil der heutigen Bauten finden wir schon im Stadtmodell von 1570, unter ihnen die Theklakapelle.
Zwei mächtige gotische Eckhäuser am Dreifaltigkeitsplatz bilden den Abschluss der Alten Bergstraße. An dem einen, dem Hirschenwirt, hat sich der eiserne Haken erhalten, an dem im Mittelalter die Kette eingehängt wurde, mit der die Straße abgesperrt werden konnte.
Dreifaltigkeitsplatz
Gehen wir vom Dreifaltigkeitsplatz aus ein paar Schritte stadtauswärts in die "Innere Münchner Straße", so stehen wir vor einem mittelalterlichen Rundturm. Dieser Turm war ein Eckpfeiler der Befestigung der Burg Trausnitz zu der Zeit, da Burg und Stadt noch getrennte Befestigungen besaßen. In ältester Zeit war der Dreifaltigkeitsplatz als Judenviertel zwar schon besiedelt, doch war er nicht in die Stadtbefestigung einbezogen. Der Stadtbereich endete beim "Alten Judentor". Dieses Tor befand sich an der Stelle, an der noch heute einem der Häuser mit den Laubengängen zwischen Martinskirche und Dreifaltigkeitsplatz der Bogen fehlt. Wir wissen nicht, wie dieses Tor ausgesehen hat, denn es ist schon im Mittelalter verschwunden. Es war überflüssig geworden, seitdem nach der dritten Erweiterung der Stadt um das Jahr 1320 der Dreifaltigkeitsplatz in die Stadt einbezogen und das "Neue Judentor" ("
Münchner Tor") erbaut worden war. Dieses Tor war mit dem erwähnten Rundturm verbunden. 1874 wurde das Tor abgebrochen, doch den Rundturm ließ man stehen. Ein Steinrelief, das in diesen Turm eingelassen ist, zeigt, wie das Münchner Tor ausgesehen hat: Es besaß ein hohes Walmdach mit vier Ecktürmchen an den Dachansätzen. Auch erhaltene Lichtbilder zeigen uns, dass mit dem alten Münchner Tor ein schöner gotischer Baukörper aus dem Stadtbild verschwunden ist.
Auf der anderen Straßenseite, gegenüber dem Rundturm und dem "Hirschenwirt", steht etwas abseits ein mittelalterlicher Wehrturm mit Resten der Stadtmauer. Außerhalb der Stadtmauer ist an diesen Wehrturm das "Brunnenhaus" angebaut. Es stand früher im Dienst der Wasserversorgung. Die Stadt Landshut ließ diese Baugruppe in den letzten Jahren instandsetzen und richtete darin ein "Bauzunfthaus" ein. Seither hat der Verein "Bauzunfthaus e.V." Werkstätten eingerichtet, in denen praktische Denkmalpflege gelehrt und betrieben wird.
Zehntstadel
Beim Münchner Tor beginnt der alte Stadtkern; von hier öffnet sich der weite Dreifaltigkeitsplatz. Das beherrschende Bauwerk rechter Hand ist der alte "herzogliche Hauptkasten", ein gotisches Lagerhaus, erbaut von 1468 bis 1470. Es diente zur Lagerung der Naturalabgaben, die an die Herzöge zu leisten waren. Fünf Jahre nach seiner Fertigstellung feierte man die Landshuter Hochzeit. Zur Versorgung der Pferde mit Futter schlug man kurzerhand Löcher in die Mauern des neuen Herzogskastens, steckte Röhren hindurch und die Körner flossen auf den Platz. Auf einer Holzbühne überwachte der herzogliche Futtermeister mit dem Futtermeister des Gastes, dessen Pferde zu verpflegen waren, die Mengen des auszuteilenden Körnerfutters. Neben den Pferden erhielt auch das Volk seine Bewirtung aus dem herzoglichen Kasten: besonders Wein und Brot.
Nach der Umwandlung der mittelalterlichen Natural- in die Geldwirtschaft brauchte der alte Zehntstadel, wie er zuletzt geheißen hatte, keine Landesprodukte mehr aufzunehmen. 1857 wurde er umgebaut und in den Dienst der Rechtspflege gestellt. Bei dieser Gelegenheit hat man das alte Bauwerk so "gotisch" behandelt, dass die dem Dreifaltigkeitsplatz zugewandte Fassade seither neugotisch aussieht; die rückwärtige, dem Hofgarten zugewandte Giebelseite hingegen ist noch ursprünglich. Erst 1969 haben die Angehörigen des Landgerichts das gotische Bauwerk verlassen, um das neue Justizgebäude im Osten der Stadt zu beziehen.
Anstelle des Hauses, das am Fuß des Hangs bis auf 25 Meter an den alten Zehntstadel heranreicht, stand Jahrhunderte lang die alte Judensynagoge. Herzog Ludwig der Reiche hat die Juden 1450, im Jahr seines Regierungsantritts, vertrieben; die Synagoge wurde zu einer katholischen Nebenkirche von St. Martin umgebaut. Obgleich sie keine Klosterkirche war, wurde sie ein Opfer der Säkularisation: 1805 wurde sie auf Abbruch verkauft und um 1810 abgebrochen. Am vorderen Eckpfeiler des erwähnten Hauses neben dem Zehntstadel ist eine Erinnerungstafel angebracht.
Vor dem Zehntstadel ist ein überlebensgroßes Fürstenbildnis aufgestellt. Es stellt Herzog Ludwig den Reichen dar. "Ludwig der Reiche Herzog von Bayern-Landshut" steht auf der Vorderseite des Sockels, "Errichtet von Ludwig I. König von Bayern MDCCCLVIII" (1858) liest man auf seiner Rückseite. Das Denkmal ist ein Geschenk König Ludwigs I. Der Entwurf stammt von dem Münchner Bildhauer Friedrich Brugger; der Erzgießerei-Inspektor Ferdinand von Miller der Ältere hat es in Bronze gegossen.
Moserbräu
Neben dem Zehntstadel steht der "Moserbräu". Eine Bierbrauerfamilie des 18. Jahrhunderts hat diesem Haus den Namen gegeben. Hier kehrten ehedem die Bauern ein, die aus der Münchner Richtung kamen und in der Stadt ihre Geschäfte zu besorgen hatten. Das links anschließende Haus war bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts im Eigentum adeliger Familien und zählte deshalb zu den steuerbefreiten Häusern der Stadt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gehörte es den Eigentümern des Moserbräu. Aus diesem Haus stammt der Rokokosaal mit bayerischen Fürstenbildnissen und Landschaften und originalem Fußboden, der im Bayerischen Nationalmuseum München als Beispiel der Wohnkultur eines Adeligen der Rokokozeit gezeigt wird. Das Museum hat den Saal im Jahr 1897 um 5.000 Mark erworben.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht ein Haus ("Hirschstetter-Haus"), dessen Fassade breiter ist als jene der Nachbarhäuser und wegen ihres schönen Rokokoschmucks auffällt. Dieses Haus befand sich um 1770 im Eigentum des Hofmaurermeisters Felix Hirschstetter. Ihm verdankt es sein heutiges Aussehen. Die Maurerfamilie Hirschstetter zählte im 18. Jahrhundert zu den fruchtbarsten Kunstschaffenden der Stadt und ihres Umlandes. Der Vater Johann Georg Hirschstetter war um 1733 mit der Umgestaltung der Klosterkirche Seligenthal beschäftigt, den Sohn Felix treffen wir bei vielen Um- und Neubauten von Häusern und Kirchen in der Landshuter Gegend.
um St. Martin
Frauenkapelle
Die Frauenkapelle neben der Martinskirche, die auch "Engelkapelle" heißt, stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. 1706 wurde sie vom Stifts- und Stadtmaurermeister Wolfgang Eheham so umgestaltet, wie sie sich noch heute zeigt. Vom alten Bau ließ man nur die Umfassungswände und die zwei übereinanderliegenden, gotisch gewölbten Räume neben dem Altarraum (Sakristei und Oratorium) stehen.
Die Kapelle ist reich stuckiert und mit zahlreichen Wandgemälden geschmückt. Das große Deckengemälde im Langhaus trägt die Signatur FL (Franz Lederer) und die Jahreszahl 1706. Es bezieht sich auf den Spanischen Erbfolgekrieg, der eben übers Land gegangen war: Das niedergeschlagene, auf den Knien liegende Bayern hält ein goldenes Gefäß mit Weihrauch; Maria bringt als Schutzpatronin Bayerns der göttlichen Gerechtigkeit ein Rauchopfer dar, unter dem die Gebete und Hilferufe der Gläubigen zu verstehen sind. Die "Geduld" in der Kleidung einer Jungfrau steht dabei. Auch die anderen Fresken beziehen sich auf die Stellung Mariens im Heilsplan Gottes.
Im Altarraum der Kapelle befanden sich einst drei Altäre. An den Seitenwänden neben dem Chorbogen sehen wir noch die Oberteile der zwei barocken Seitenaltäre: die Ölgemälde der Immaculata und der zwei Heiligen Erasmus und Pantaleon, umrahmt von schwerem Stuck aus der Zeit um 1706. Die Altartische dieser zwei Seitenaltäre wurden im vorigen Jahrhundert beseitigt. Der heutige Hochaltar ist eine sehr qualitätvolle Rokokoschöpfung aus der Zeit um 1760. Sein Mittelpunkt ist die große spätgotische Madonna aus der Zeit um 1475, die als das kostbarste Kunstwerk der alten Ausstattung von den Meistern des 18. Jahrhunderts übernommen worden ist. Nicht weniger qualitätvoll sind die zwei Seitenfiguren der Heiligen Joachim und Anna, die als Werke von Christian Jorhan gelten. Auch die Putten und Puttenköpfe stammen von ihm. Empore, Oratorium und das Ölgemälde der Heiligen Familie über dem Portal gehören der Einrichtung des 17. Jahrhunderts an. Unter der Orgelempore ist ein spätgotischer Rotmarmor-Grabstein in die Wand eingelassen, der von dem Augsburger Bildhauer Hans Beierlein ausgeführt wurde. Dieser Stein hält das Andenken an einen Mann wach, der in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts eine hervorragende Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt gespielt hat: an Walther vom Feld aus Herzogenbusch in Holland, den Hoflieferanten und Bankier der Reichen Herzöge Ludwig und Georg. Die obere, "himmlische", Hälfte des Steins zeigt den Erbärmdechristus, auf dem Grab sitzend: Den Rahmen liefern antike Architekturelemente, früheste Einflüsse des Renaissance-Stils in unserer Gegend. Die untere, "irdische", Hälfte des Steins zeigt Walther und seine Familie. Eine Stiftung des Walther vom Feld hat es der Stadt ermöglicht, im Jahr 1497 das Rochus-Blatternhaus zu errichten. Die Kapelle dieses mittelalterlichen Krankenhauses, die Rochuskapelle, ist noch erhalten.
Seit 1975 besitzt die Frauenkapelle auch eine Orgel, ein mechanisches Schleifladenwerk des Landshuter Orgelbaumeisters Ekkehard Simon mit 13 Registern, verteilt auf zwei Manuale. Ihr schönes Rokokogehäuse wurde um 1715 für die Pfarrkirche Sulzbach bei Passau geschaffen, kam 1892 in die Nebenkirche dieser Pfarrei in Eholfing und, nachdem es dort überflüssig geworden war, 1975 nach Landshut.
Neue Probstei
Das Eckhaus südlich neben dem Martinsturm, das baulich mit der Frauenkapelle verbunden ist, stammt aus der Barockzeit. An seiner Stelle standen im Mittelalter drei gotische Häuser. 1708 hatte das Kollegiatstift St. Martin und Kastulus diese Häuser in seinen Besitz gebracht. Einige Jahre später ließ es an ihrer Stelle durch den Maurermeister Wolf Eheham das heutige Bauwerk als Wohnung des Vorstands des Kollegiatstifts, des Propstes, aufführen. Das Haus hieß deshalb die "Neue Propstei"; die frühere Wohnung des Propstes hatte sich in der Spiegelgasse befunden. Die Pläne für diesen Neubau hatte Antonio Riva aus Graubünden, der 1681 als Maurermeister in die Landshuter Bürgerliste aufgenommen worden ist, gefertigt. Dies erklärt den italienischen Einschlag des Hauses. Das Gebäude besitzt ein breitgelagertes Treppenhaus. Die rückwärtige Tür führt in einen kleinen Garten, der durch die Südseite der Frauenkapelle begrenzt ist. Von hier aus bietet sich ein weiter Blick auf Hofberg und Burg Trausnitz.
Seit einigen Jahren befindet sich das repräsentative Haus wieder im Eigentum der Pfarrkirchenstiftung St. Martin, nachdem es lange Zeit als Landratsamt gedient hatte. Die Kirchenstiftung hat es vor kurzem befristet der Volksbank Landshut überlassen.
Auerhaus
Landschaftshaus
Gegenüber der Martinskirche liegen zwei Häuser, die so breit sind, dass sie nicht mit Giebeln, sondern mit ihren Traufseiten an der Altstadt stehen. Das größere der beiden Häuser mit der bemalten Fassade war das alte "Landschaftshaus". Es erinnert an die früheren Formen der Mitregierung. Holen wir, um die alte Zweckbestimmung dieses Hauses zu erläutern, ein wenig aus:
In diesem Buch ist des öfteren die Rede von Herzog Heinrich dem Älteren, der nach der ersten Teilung Bayerns von 1255 an bis 1290 seinen neugebildeten Landesteil Niederbayern von Landshut aus regierte und hier 1271 das Dominikanerkloster und 1280 das Franziskanerkloster gegründet hat. Die Frau Herzog Heinrichs des Älteren war eine Tochter des Ungarnkönigs Bela IV. Mit ihm war 1301 das ungarische Königsgeschlecht im Mannesstamm erloschen. So galt Otto III., der ältere Sohn des niederbayerischen Herzogs Heinrich des Älteren, als Erbe der ungarischen Königskrone. Doch Österreich durchkreuzte den Plan. Es verwehrte dem Wittelsbacher den Durchzug von Truppen und so wurde das Unternehmen zum missglückten Abenteuer. Im September 1305 war Otto, als Kaufmann verkleidet, mit wenigen Getreuen aufgebrochen, im Februar 1308 kehrte er nach vielen Fährnissen in die Heimat zurück. Hier aber fand er eine so ungeheuere Schuldenlast vor, dass er auf besondere Mittel sinnen musste, um die zerrütteten Finanzverhältnisse seines Landes wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Jahr 1311 erließ er die "Ottonische Handfeste" (eine Urkunde, die durch das Auflegen der Hand bekräftigt wurde). Mit ihr versprach er den geistlichen und weltlichen Großen des Landes, keine Steuern mehr eigenmächtig einzuheben. Dieses Versprechen Herzog Ottos war die Grundlage für die Konstituierung der "Landstände", die in der Folgezeit noch weitere Rechte über ihre Untertanen und gegenüber dem Landesherrn durchsetzten.
Seit dem Erlass der Ottonischen Handfeste bildete sich aus den drei Ständen - Adel, Geistlichkeit und später Bürger - die Vertretung des Landes, und aus zeitweiligen Tagungen entwickelte sich eine ständige Einrichtung. Das Landstände- oder Landschaftshaus in Landshut wurde für Niederbayern Sitz dieser später meist aus Juristen bestehenden Landesvertretung. Dieses Haus nimmt in seiner heutigen Gestalt den Platz von drei ehemaligen Bürgerhäusern ein. 1557 hatte die Landschaft das Haus des Ratsherrn Bernhard Pätzinger erworben, das damals schon so breit war, dass es der Straße die Traufseite zuwandte. 1597 und 1601 kaufte die Landschaft die zwei südlich anstoßenden Häuser hinzu. Auf diese Weise erhielt das Haus seine heutige Länge.
1599 hat der Maler Hans Georg Knauf die Altstadtfassade des Landschaftshauses nach einem Entwurf des Malers Hans Pachmayr bemalt. 1786 und 1971 wurden diese Fassadenmalereien erneuert. Dargestellt sind bayerische Fürsten und ihre Gemahlinnen. Nachdem zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die Landschaft aufgelöst wurde, diente das Haus als Postamtsgebäude. Deshalb heißt es noch heute die "Alte Post". Am 8. Oktober 1868 wurde in diesem Haus der Maler Max Slevogt (gest. 1932) als Sohn eines Offiziers geboren, doch ist seine Mutter mit ihm nach dem frühen Tod des Vaters schon in seinen ersten Lebensjahren nach München und später nach Würzburg übersiedelt.
Ehe wir uns von dem geschichtsreichen Haus abwenden, betrachten wir noch seine schöne, in den Durchgang zurückversetzte Eichentüre mit dem kurbayerischen Wappen, eine beachtliche Schreinerarbeit aus der Zeit um 1775: Die Felderung ist schon klassizistisch, die geschnitzten Kartuschen darin mit dem kurbayerischen Wappen haben noch Rokokoform. Auch die breite Podesttreppe und der Hinterhof mit seinen malerischen Galerien aus dem frühen 17. Jahrhundert sind sehenswert.
Haus Kronprinz
Nicht weniger interessant und für die Geschichte Niederbayerns bedeutend ist das Nachbarhaus, das Haus Kronprinz, in dem heute ein Lichtspieltheater untergebracht ist. Während der Flur des Landschaftshauses eine flache Decke besitzt, ist der Flur dieses Hauses mit einem breiten spätgotischen Gewölbe versehen. Dr. Martin Mair, von 1459 bis 1480 Rat und Kanzler der Reichen Herzöge Ludwig und Georg, und seine Gemahlin Katharina Imhoff haben das Haus um 1460 unter Mitverwendung von Teilen zweier älterer Häuser in seiner heutigen Form gebaut. Der Grabstein des Kanzlers begegnete uns bei der Besichtigung der Martinskirche im Innenraum neben dem Hauptportal. Die Schlusssteine im Flurgewölbe zeigen das Wappen des Kanzlers und seiner Ehefrau.
1485 erwarb Herzog Georg der Reiche das Haus und ließ die herzogliche Kanzlei darin einrichten. Als mit dem Tod Herzog Georgs 1503 die Landshuter Linie der Wittelsbacher ausgestorben war, und das Primogeniturgesetz des Münchner Herzogs Albrecht IV. von 1506 die fernere Unteilbarkeit Bayerns festgelegt hatte, wurde Niederbayern in zwei "Rentämter" aufgeteilt. Diese Rentämter waren die Mittelbehörden der Verwaltung im Sinn der heutigen Bezirksregierungen. Die alten Residenzstädte wurden zu den Sitzen dieser "Regierungen" bestimmt. In Straubing diente das alte Schloss neben der Donau als Sitz der Regierung, in Landshut erhielten die Regierungsbeamten ihren Dienstsitz in der alten herzoglichen Kanzlei, im Haus Kronprinz. 1779 zog das kurfürstliche Zahlamt ein, denn in diesem Jahr wurde die Regierung vorübergehend aufgelöst.
Bei der Wiedererrichtung der Regierung 1784 erhielt die Altstadtfassade des Hauses ihren heutigen klassizistischen Schmuck. Ehedem war seine Fassade, wie jene des Nachbarhauses, bemalt. 1799 zog die Regierung endgültig aus. Sie wurde in das benachbarte Harnischhaus in der oberen Länd verlegt, in die alte Stadtwohnung der Landshuter Herzöge. Im Jahr 1800 ging das Haus in private Hände über; es wurde Gasthof. Seit 1815 trägt es zur Erinnerung daran, dass Ludwig I. im Jahr 1803 an der Universität Landshut studiert hatte, den Namen "Zum Kronprinz". Auch die Reliefs antikisierender männlicher Idealbildnisse auf den Portalflügeln und das kurbayerische Wappen an der Fassade erinnern an die große Zeit dieses Hauses als Regierungssitz.
Sandstadel
Im Jahr 1596 ließen die Kanoniker des Kollegiatstifts St. Martin und Kastulus gegenüber dem Altarraum der Martinskirche drei gotische Häuser abreißen und an ihrer Stelle durch den Landshuter Hofmaurermeister Franz Fracolosa einen großen Neubau aufführen. Dieses Eckhaus Kirchgasse-Martinsfriedhof hieß "Sandstadel". Seine unteren Räume dienten als Baustadel zur Aufbewahrung der Materialien und Gerätschaften für den baulichen Unterhalt der Martinskirche, die oberen Räume dienten als Getreidekasten des Stifts.
Im Erdgeschoss dieses Gebäudes, das noch heute Eigentum der Pfarrei ist, befindet sich die Allerseelenkapelle.
Im Jahr 1706 waren der Landshuter Stifts- und Stadtmaurermeister Wolfgang Eheham und der Freisinger Hofmaler Franz Josef Lederer mit der Umgestaltung der Frauenkapelle beschäftigt. Anschließend gaben sie der Allerseelenkapelle ihr jetziges Aussehen. Das Altarblatt trägt die Signatur F. J. Lederer p (pinxit = hat es gemalt) 1707. Es stellt die Armen Seelen dar, denen die Kirche zu Hilfe kommt. Der Altar selbst ist einer der in unserem Bereich seltenen Stuckmarmor-Altäre; sein Schöpfer ist der Erbauer der Kapelle, der auch einige Kirchen der Oberpfalz mit derartigen Altären ausgestattet hat. Neben diesem Altar ist es das große stuckierte und bemalte Tonnengewölbe, das den Raum prägt. Diese Tonne ist durch Stuckbänder in drei Querfelder gegliedert, und in jedem dieser Gewölbefelder befinden sich drei Grisaille-Gemälde in grauen und gelben Tönen. Sie zeigen Allegorien des Todes und die Strafen des Fegfeuers, wie die fünf Sinne sie erleiden. Die Allerseelenkapelle diente auch als Leichenhalle.
Unter ihr befindet sich eine zweischiffige Gruft, die seit der Restaurierung 1977 eine Anzahl von Epitaphien birgt, die von den Außenwänden der Martinskirche abgenommen worden sind. Die Kapelle selbst ist seit 1978 "Schatzkammer von St. Martin" mit einer Ausstellung liturgischer Gewänder und Geräte. Auch zwei bedeutende Ansichten der Stadt Landshut werden in der Schatzkammer gezeigt: das Altargemälde und das Antependium des Schutzengelaltars der Martinskirche, den die Bürger hatten errichten lassen, nachdem sie am Schutzengeltag des Jahres 1703 einen Angriff der Österreicher glücklich abwehren konnten. Das Altarblatt "Der heilige Schutzengel" mit der barocken Silhouette der Stadt ist ein Werk des kurfürstlich-bayerischen Hofmalers Johann Kaspar Sing, das gestickte Schutzengelantependium wurde wohl in einem der Landshuter Frauenklöster gefertigt. Es zeigt, wie ein Engel mit flammendem Schwert die Feinde aus Landshut vertreibt.
Der Sandstadel, in dem sich die Allerseelenkapelle befindet, ist durch einen Mauerbogen mit dem bescheidenen spitzgiebeligen Eckhaus verbunden. Dieses Haus befand sich von 1406 bis 1415 im Besitz des Baumeisters Hans von Burghausen. 1979 ging das Haus in das Eigentum des Vereins "Die Förderer e. V." über, dem die Ausrichtung der "Landshuter Hochzeit" obliegt. Nach einer vorbildlichen Instandsetzung dient das mittelalterliche Haus jetzt als Geschäftsstelle des Vereins.
Kirchgasse
Am Sandstadel vorbei führt die Kirchgasse in die Neustadt. Das dritte Haus nach dem Stiftskasten, das Haus 228, trägt über der Türe eine Inschrifttafel "Dieses Haus war 1531 im Besitz des Malers Hans Wertinger". Hans Wertinger war einer der großen altbayerischen Maler der ausgehenden Gotik und der beginnenden Renaissance. 1491 hat er das Landshuter Bürgerrecht erworben. Im gleichen Jahr heiratete er die Tochter des Landshuter Bürgers und Seidenstickers Michael Bamberger und richtete hier eine eigene Werkstatt ein. 1533 ist Hans Wertinger in Landshut gestorben.
Vier Häuser weiter stehen wir vor einem anderen interessanten Haus: vor dem Pfarrhof St. Martin. Er ist ein barocker Bau aus der Zeit um 1700 mit einer besonders qualitätvollen Fassade. Zwei Hermen aus Kunststein flankieren das Portal; über ihm ist in einer Muschel die Büste des heiligen Johann Nepomuk angebracht. Das Innere des Hauses entspricht seiner noblen Fassade, es besitzt ein schönes Treppenhaus; mehrere Zimmerdecken sind reich stuckiert. Schräg gegenüber dem Pfarrhof fällt das Haus Nr. 234 wegen seiner schönen Rauhputzfassade auf. Dieses Haus befand sich 1673/74 im Besitz des Wolfgang Hirschstetter, des aus Neukirchen bei Hl. Blut stammenden Begründers der hiesigen Hofmaurerfamilie Wolfgang, Johann Georg und Felix Hirschstetter. Nach seinem Tod 1674 heiratete seine Witwe seinen Nachfolger im Handwerk, den Hofmaurermeister Georg Steinacher. Dieser schmückte das Haus 1677 mit der erhaltenen Fassade.
Wolfgang Hirschstetters Enkel Felix begegnet uns um 1770 als Besitzer des Hauses Nr. 18 in der oberen Altstadt gegenüber dem "Moserbräu"; sein Grabstein befindet sich an der Pfarrkirche St. Jodok.
Schirm- und Steckengasse
Hofbräuhaus
Auch in den zwei nächsten Gassen, die parallel zur Kirchgasse von der Altstadt in die Neustadt führen, sind einige bemerkenswerte Häuser zu sehen. Gehen wir von der Altstadt aus in die Schirmgasse, so steht als zweites Haus rechter Hand das ehemalige Hofbräuhaus vor uns, ein mächtiges gotisches Haus mit spitzem Giebel, das in der Rokokozeit, um 1760, reich stuckiert wurde.
Das Haus befand sich lange Zeit im Besitz von Adeligen; in dem geschweiften Giebel des Portals ist das Ehewappen Kammerloher zu Irnsing und Pettenkofer zu Bruckberg angebracht. Gehen wir vier Häuser weiter, so stehen wir vor einem gotischen Haus, über dessen Portal die Plastik des Markuslöwen auf mittelalterliche Handelsbeziehungen mit der Stadt Venedig hinweist. Auch dieses Haus stammt aus dem 15. Jahrhundert.
Steckengasse
Salzstadel
Gegenüber diesem Haus führt die Zwerggasse in die Steckengasse. Dort hat sich ein urtümlicher spätgotischer Ziegelrohbau erhalten: der mächtige ehemalige Salzstadel. Im 16. Jahrhundert wurde dieses Lagerhaus "Herzogskasten" genannt, in der Barockzeit hieß es "Getreidekasten", später "Salzstadel" und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts "Hopfenhalle". Als eine der wesentlichen Einrichtungen eines mittelalterlichen Gemeinwesens befand sich dieser Stadel Jahrhunderte hindurch im Eigentum der Stadt Landshut. 1920 verkaufte sie ihn; 1975 erwarb sie ihn zurück. Er soll in seiner Urtümlichkeit als mittelalterliches Lagerhaus konserviert und der Nachwelt erhalten werden.
Steckengasse und Zwerggasse sind auch stadtgeschichtlich von Interesse. Die Steckengasse bezeichnet die nördliche Grenze des ältesten Landshut. Bis hierher reichte die Stadt, ehe ihre erste Erweiterung die Einbeziehung der unteren Altstadt bis zum Spital hin bewirkte. Die Zwerggasse bezeichnete die östliche Grenze des ältesten Landshut: Bis hierher reichte die Stadt, ehe mit der Gründung der Neustadt ihre zweite Erweiterung erfolgte. So ist die altstadtwärtige Ecke Zwerggasse-Steckengasse ein Angelpunkt der Stadtentwicklung.
Sparkasse Landshut
In dem letzten Haus "Unter den Bögen" ist die Sparkasse Landshut untergebracht. Dieses Haus bietet das eindrucksvolle Beispiel eines gotischen Patrizierhauses. Die Inschrift eines Antoniuskreuzes im ersten Schlussstein des Gewölbes unter den Bögen gibt das Baujahr an: "Das haus ist gepawt Anno domini 1453". Das Antoniuskreuz galt im Mittelalter als ein Schutzzeichen gegen Pest und Feuersgefahr. Der nächste Schlussstein zeigt das Wappen von Sachsen, der dritte jenes von Pfalz-Bayern - seitlich der Name Jesu und das Babenberger Wappen -, der vierte zeigt das Jerusalemkreuz, der fünfte das Brustbild Mariens mit dem Jesuskind in einem Strahlenkranz und der sechste den Reichsadler.
Der Neubau von 1453 wurde auf alten Grundmauern aufgeführt. Bauherren und Eigentümer des Hauses waren im 15. Jahrhundert die Oberndorfer. Das Haus zählte schon in alter Zeit zu den vornehmsten Patrizierbauten der Stadt. Es stand erst zwei Jahrzehnte lang, als man zur großen Hochzeit lud: "Hier hatte Herberg bei der Hochzeit MCCCCLXXV die herzogliche Braut Hedwig von Polen" berichtet eine Tafel neben dem Eingang unter den Bögen.
Betreten wir das Haus, so gelangen wir durch einen überwölbten Vorraum in eine große gotische Halle, die das ganze Erdgeschoss des Hauptbaues einnimmt. Das gotische Sterngewölbe dieser Halle wird von einem kräftigen Mittelpfeiler getragen: Das war Wohnkultur im mittelalterlichen Landshut!
Eine Besonderheit dieses Hauses sind seine Keller: Auch sie besitzen gotische Gewölbe, die zum Teil von den früheren Häusern vor 1453 übernommen wurden. Während der Aufführungen der "Landshuter Hochzeit" füllen sich diese schönen Kellerräume mit Leben. Sie dienen als "Fürstenkeller". Hier treffen sich trinkfestes Fußvolk und durstige Ritter: Ein herrlicher Anblick, diese Räume mit Gestalten erfüllt zu sehen, deren Gewänder der gotischen Architektur gemäß sind. Die Sparkasse Landshut wurde im Jahr 1823 gegründet. Zur 150-Jahrfeier ihres Bestehens ließ sie 1973 neben der Einmündung der Steckengasse in die Altstadt einen Brunnen aufstellen. Er stammt von dem Bildhauer Professor Fritz Koenig von Ganslberg bei Landshut, der dabei auf das Motiv der Fialen der beiden Turmkränze der Martinskirche zurückgegriffen hat.
Gasthof Silbernagl
Gegenüber der Einmündung der Schirmgasse liegt auf der Residenzseite der Altstadt der ehemalige Gasthof Silbernagl. Dieses Anwesen zählt zu jenen Altstadt-Häusern, die so breit sind, dass sie mit der Dachseite an der Straße stehen. Seine barockisierte Fassade gehört zwei verschiedenen Zeiten an. Der Schmuck über dem Tor stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts: Ein Engel in antiker Rüstung hält ein Medaillon mit sitzender Marienfigur; über ihr zwei Putten und ein Baldachin. Die flachen Bandwerk-Stuckaturen an den Fenstern der oberen Geschosse hingegen wurden später, um 1760, angebracht.
Das Haus trägt den Namen des Bierbrauers Josef Silbernagl, der es in der Biedermeierzeit besaß. Unter seinen Inwohnern finden wir um das Jahr 1500 den Seidensticker Hans Wurm, der mit den großen Künstlern der Stadt in enger Geschäftsverbindung stand.
Rathaus
Das Landshuter Rathaus besteht aus drei gotischen Giebelhäusern. Diese drei spitzen Giebel sind zur Altstadt hin zu einer einheitlichen Fassade zusammengefasst. In ältester Zeit diente nur das mittlere der drei Häuser als Rathaus. Es wurde im Jahr 1380 vom Rat der Stadt für diesen Zweck erworben. 1452 kaufte der Rat das Eckhaus Altstadt-Grasgase, das seit 1570 mit einem Erker geschmückt ist, und 1503 noch das dritte Haus. Nach wiederholten Umgestaltungen erhielt das Rathaus 1860 seine heutige neugotische Fassade.
Im Erdgeschoss des Eckhauses Altstadt-Grasgasse sind jetzt die Geschäftsräume des Verkehrsvereins Landshut e. V. untergebracht, die Erdgeschossräume der beiden anderen Häuser dienen als städtische Galerie für Wechselausstellungen. Vor kurzem wurden auch die teils flachgedeckten, teils eingewölbten Kellerräume restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besonders eindrucksvoll ist ein kraftvoller Gewölberaum aus dem 14. Jahrhundert.
Im Obergeschoss des mittleren Gebäudes befand sich seit dem Mittelalter der große Rathaussaal. 1862 beschloss der Magistrat, den Saal neu zu gestalten. Doch erst 1876 wurde mit dem Architekten Georg Hauberrisser ein Vertrag geschlossen, der ihn zur Leitung des Saal-Umbaues verpflichtete. 1841 in Graz geboren war Georg Hauberrisser seit 1866 in München tätig und ist dort 1922 gestorben. Er hat viele Bauten im neugotischen Stil um- oder neugestaltet, so von 1867 bis 1874 auch das Münchner Rathaus am Marienplatz. Man einigte sich, den Rathaussaal mit Fresken aus Landshuts großer Zeit zu schmücken und erinnerte sich der Hochzeit Herzog Georgs des Reichen mit Hedwig von Polen 1475. Die Münchner Maler August Spieß, Rudolf Seitz, Ludwig Löfftz und Konrad Weigand erhielten den Auftrag, die Seitenwände des Saales mit Szenen aus dem Hochzeitszug zu bemalen. Sie griffen dabei auf historische Abbildungen und Schilderungen zurück und vollbrachten ein Werk, das uns heute noch bewunderungswürdig erscheint. Das Thema der Fresken ist der Augenblick, da Herzog Georg der Reiche die von Kaiser Friedrich III., von Fürsten und hohem Landadel eingeholte jugendliche Braut am 14. November 1475 auf der "Wiesmahd", der heutigen Grieserwiese, begrüßt, um sie im Triumphzug zur Trauung in die Martinskirche zu geleiten. Die Darstellungen beginnen an der Wand zwischen dem Haupteingang und der Empore.
Ein herzoglicher Herold zu Pferd, Fußknechte und berittene Musiker eröffnen den Zug, ein rotgewandeter Hofnarr begleitet ihn. Ehrenfrauen und blumenstreuende Edeldamen geben Herzog Christoph dem Starken von Bayern das Geleit: Von ihm, einem Spross der Münchner Linie der Wittelsbacher, wird heute noch erzählt, wie er bei den Hochzeitsturnieren der prahlerischen Herausforderung eines polnischen Ritters begegnet ist und ihn mit solcher Wucht aus dem Sattel stieß, dass er nur noch für kurze Zeit unter den Lebenden weilte. Drei geharnischte Ritter mit geschlossenem Visier beschließen diese Gruppe. Es folgen Vertreter der Städte: Vorausschreitende Bannerträger zeigen ihre Wappen. Unter goldbesticktem Traghimmel Erzbischof Bernhard von Salzburg, ihm voraus der päpstliche Legat, dem sich, umgeben von Pagen mit brennenden Kerzen, hohe geistliche Würdenträger anschließen.
Die dem Eingang gegenüberliegende Wand zeigt die vornehmsten Hochzeitsgäste. Vorangetragene Banner von Bayern, Württemberg und Brandenburg kündigen sie an. Markgraf Albrecht von Brandenburg geleitet die Herzogin Margarete, die Schwester des Bräutigams; ihre Schleppe trägt ein kleiner Mohr. Auf prächtigen Pferden reiten die Repräsentanten des Reichs einher, Kaiser Friedrich III. und sein Sohn Maximilian; zur Seite ein Page mit dem Wappenschild. Herzog Sigmund von Österreich und andere Ritter folgen dem hohen Gast.
Das große Wandgemälde zwischen den zwei Kachelöfen zeigt das von reich geschirrten Isabellenschimmeln gezogene goldene Gefährt mit der königlichen Braut, die 18 Jahre alt war. Ihr zur Seite auf einem feurigen Rappen der Bräutigam, Prinz Jörg. Daneben schreitet der Kanzler Herzog Ludwigs des Reichen, Dr. Martin Mair, der diese Heirat im Auftrag seines Herrn angebahnt hat. Zu beiden Seiten des Brautwagens lichtertragende Pagen. Dem Wagen der Braut folgen polnische Edelleute, die den Hochzeitszug von Krakau bis Landshut begleitet haben. Eine Gruppe zuschauenden Volkes, voran ein Edelmann mit seiner Dame zu Pferd, beschließt die Szene.
Im Jahr 1883 war die Neugestaltung des Rathaussaales abgeschlossen. In der Zwischenzeit waren auch die hölzerne Decke mit ihren vielen Tierfratzen und den Wappen bedeutender mittelalterlicher Ratsgeschlechter, die Vertäfelungen und die übrigen Teile der Ausstattung, fertiggestellt. Es dauerte nur wenige Jahrzehnte und, die Landshuter hatten den Entschluss gefasst, alle drei Jahre eine Nachfeier dieser großen Landshuter Hochzeit zu veranstalten, die sie nun auf den Gemälden im Rathaussaal wiedererstanden sahen. Heute gilt die "Landshuter Hochzeit" als das bedeutendste historische Dokumentarspiel Deutschlands.
Grasgasse
Rosengasse
Herrngasse
Pappenbergerhaus
Das bedeutendste gotische Haus der Stadt ist das Haus der Commerzbank gegenüber dem Rathaus, das "Pappenbergerhaus". Es wurde vor 1408 unter dem städtischen Kammermeister Hans Wernstorfer als städtisches Amtshaus erbaut.
Der Giebel ist durch feingegliederte Zinnen und Türmchen geschmückt. Die Zinnen sind durch maßwerkgeschmückte Spitzbogenöffnungen durchbrochen, die Türmchen ragen als erkerartige Zierglieder gestuft vor: Späteste Gotik in letzter Überfeinerung.
Die Rauhputzfassade stammt aus der Zeit um 1680. Der gotische Torbogen führt in einen breiten Flur, der durch ein Netzgewölbe zu fünf Jochen überwölbt ist. Er ist durch eine halbhohe Mauer abgeteilt: Der schmale Gang links führt in das Rückgebäude und zur Treppe; der breite Teil rechts dient als Schalterhalle der Commerzbank. An dem Haus ist eine Gedenktafel angebracht, wonach Kaiser Friedrich III. während der Landshuter Hochzeit hier gewohnt habe. Dies ist aber ein Irrtum. Der Kaiser war im alten Zollhaus untergebracht, das 1536 der Stadtresidenz weichen musste.
Zu diesem Haus gehört ein durch Erker auffallend reich verziertes, um das Jahr 1400 erbautes Rückgebäude. Über die alte Zweckbestimmung dieses eigenartigen gotischen Hauses besteht keine nähere Kenntnis. Vielleicht hat es in alter Zeit einmal Verwaltungszwecken gedient.
An dem Haus neben dem Pappenbergerhaus erinnert eine Gedenktafel aus Bronze daran, dass der bedeutende Theologe, Pädagoge und nachmalige Bischof von Regensburg Johann Michael Sailer während seiner Landshuter Zeit (1800-1821) hier gewohnt hat (Karl Reidel, 1982).
Gärtnerei Rößl
In der unteren Altstadt begegnet uns mit dem Eckhaus Altstadt-Herrngasse der Gärtnerei Rößl eines der schönsten barocken Häuser der Stadt. Der Mittelpfeiler des gewölbten Blumenladens trägt die Jahreszahl 1683: In diesem Jahr wurde das stattliche Haus anstelle zweier schmaler gotischer Häuser erbaut, deren prächtige Kellergewölbe noch erhalten sind. Für die Baumeister der Barockzeit besaß das Gesetz der harmonischen Zuordnung benachbarter Baukörper noch uneingeschränkte Gültigkeit. Deshalb fügt sich auch dieses barocke Haus gut in die gotische Umgebung ein.
Ein paar Häuser weiter stehen wir vor der gotischen Heilig-Geist-Kirche, dem zweiten Meisterwerk des Hans von Burghausen in unserer Stadt.
An der Länd
Bei einem der Häuser "Unter den Bögen" zwischen Martinskirche und Dreifaltigkeitsplatz fehlt der vorgebaute Laubengang: Dieses Haus bezeichnet die südliche Grenze des ältesten Landshut. Bis hierher reichte die Stadt, ehe zu Beginn des 14. Jahrhunderts ihre dritte Erweiterung die Einbeziehung des Dreifaltigkeitsplatzes bewirkte. Hier stand das "Alte Judentor".
Schräg gegenüber diesem Haus zweigt eine schmale, gebogene Gasse von der Altstadt ab: die "Obere Ländgasse". Sie hat ihren Namen von dem Ländeplatz für Flöße an der Isar. Am Eingang dieser Gasse steht ein großes barockes Haus: 1681 kaufte die "Landschaft", die Vertretung der Landstände, die alten Häuser, die hier standen, an und ließ an ihrer Stelle den heutigen Bau als Sitz des Landschaftspräsidenten errichten.
Die Fassade dieses Hauses ist fast ohne Schmuck. Als sein Baumeister gilt der Maurermeister Antonio Riva aus Graubünden, den wir schon bei der Besprechung der neuen Propstei (neben dem Martinsturm - heute verpachtet) begegnet sind. Die sechs Rundnischen des reich gestalteten Treppenhauses waren die Standplätze kostbarer Heiligenfiguren: Heinrich, Ignatius (?), Wendelin, Joseph, Stanislaus und Franz von Assisi, Arbeiten von höchster Qualität aus der Zeit um 1720 bzw. 1770. Zwei von ihnen, Heinrich und Franz von Assisi, sind für den Landshuter Bildhauer Matthäus Neu gesichert. Ob dieser auch die beiden Figuren geschaffen hat, die derzeit vom Stadt- und Kreismuseum verwahrt werden, ist nicht geklärt. Jedenfalls stammen der Ignatius (?) und Stanislaus aus der Hand von Christian Jorhan; diese Skulpturen stehen jetzt im Barockzimmer der Landshuter Stadtresidenz.
Wie schon beim Landschaftshaus erwähnt, wurde die "Landschaft" zu Beginn des vorigen Jahrhunderts aufgehoben. 1808 erhielt das Haus des Landschaftspräsidenten eine neue Aufgabe: Die bedeutenden Professoren der Medizin an der bayerischen Landesuniversität Landshut, der Internist Andreas Röschlaub und der Professor der Augenheilkunde Philipp von Walther richteten ein Krankenhaus darin ein, das bestand, bis 1964 das neue Städtische Krankenhaus bezogen werden konnte. Seither ist die Volkshochschule in dem Gebäude untergebracht. Nur mehr die Kartuschen mit dem bayerischen Wappen an den geschnitzten klassizistischen Torflügeln erinnern an die einstige Zweckbestimmung des barocken Gebäudes, das in den letzten Jahren mit großem Aufwand saniert worden ist. Innen wurden staunenswerte Malereien entdeckt.
Etzdorf-Palais
Einige Häuser weiter treffen wir in der Oberen Ländgasse auf zwei schmale spätgotische Häuser mit Rauhputzfassaden. Dann stehen wir vor dem großen barocken Eckhaus, dessen Fassaden mit reichem Rokoko-Stuck verziert sind. Dieses Haus befand sich 200 Jahre lang, von der Mitte des 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, im Besitz der Grafen von Etzdorf. Deshalb heißt es noch heute das "Etzdorf-Palais".
Der Dreiecksgiebel über dem mittleren Fenster der Hauptfassade ist mit dem Etzdorf'schen Ehewappen geziert. Der prächtige Stuck stammt wahrscheinlich von dem Münchner Hofkünstler Johann Baptist Zimmermann. Er hat das Haus vermutlich in den Jahren um 1748 stuckiert, als er die Umgestaltung der hiesigen Dominikanerkirche geleitet hat.
Harnischhaus
In geringer Entfernung vom Etzdorf-Palais überspannt ein breiter Mauerbogen die Obere Länd. Dieser Mauerbogen ist einer der baulichen Überreste des "Harnischhauses", der ältesten Stadtwohnung der Landshuter Herzöge. Das Stadtmodell von Jakob Sandner zeigt das Harnischhaus als ein mächtiges, hochstrebendes Gebäude, dessen steile Giebel mit Zinnen versehen waren. In dieser Form war es in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut worden. Der erwähnte Mauerbogen hingegen wurde 1501 unter Herzog Georg dem Reichen hinzugebaut. Er verband das Harnischhaus mit der Stadtmauer. Herzog Georg der Reiche hatte wie sein Vater Herzog Ludwig der Reiche im Harnischhaus Wohnung genommen. Eine Tafel über der Tordurchfahrt berichtet: "Dieses Gebäude diente den drei letzten niederbayerischen Herzögen als Stadtwohnung. Hier starb am 18. Januar 1479 Herzog Ludwig der Reiche". Ob Herzog Ludwig tatsächlich im Harnischhaus gestorben ist, erscheint nicht erwiesen. Sicher ist nur, dass er einige Tage lang darin aufgebahrt war, ehe man ihn in der Seligenthaler Fürstengruft bestattete.
Nach dem Tod Herzog Ludwigs X. im Jahr 1545 wurde das Harnischhaus zur Wohnung des Vorstands der Regierung des Rentamtsbezirks Landshut umgestaltet. Die Amtsbezeichnung dieses leitenden Beamten lautete "Viztum" (Vize-Dominus heißt Stellvertreter des Herrn).
Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts änderte sich die Zweckbestimmung des Gebäudes wiederholt und sein Baubestand schrumpfte fortgesetzt zusammen. "Jetzt erinnern nur mehr die beachtenswerthen Gewölbe des Erdgeschosses, die nun zu Stallungen und Waschküchen dienen, an die frühere Zweckbestimmung dieses Hauses", schrieb Anton Kalcher in seinem 1887 erschienenen Führer durch die Stadt Landshut. In den gotischen Gewölben im Erdgeschoss des Harnischhauses wurde 1962 eine Gaststätte eingerichtet. Ihr Name "Zum Vitztumb" erinnert an die großen Zeiten des Hauses.
Herzogliche Badstube
Nach Überquerung der Theaterstraße gelangen wir in die "Mittlere Ländgasse". Ihr Ende bezeichnet ein Mauerbogen: Der Durchgang von der Residenz zu den rückwärtigen Stallungen, die zwischen der Ländgasse und der Stadtmauer an der Isar liegen, und zur herzoglichen Badstube, die als pavillonartiger Mauerturm aus der Stadtmauer herausspringt.
Von hier aus zeigt uns die Stadtresidenz ihre ursprüngliche Fassade mit dem großen steinernen Wappen ihres Erbauers und der Inschrift: "LVD . VTR . BAV . DVX" - Ludwig, Herzog beider Bayern, das heißt von Ober- und Niederbayern. Auch die früheren Teilherzöge hatten sich Herzöge von Ober- und Niederbayern genannt, um ihren Anspruch zu dokumentieren.
Das letzte Stück der Ländgasse zwischen dem Übergang der Residenz und ihrer Einmündung in die untere Altstadt heißt "Untere Ländgasse". Von der Mittleren und der Unteren Ländgasse führt jeweils ein schmales Gässchen zum Fußweg an der Isar hin.
Ländtor
Auf dem Rückweg treten wir durch das
Ländtor "vor die Stadt". Sechs von den acht Toren der Stadt waren bloße Tortürme. Nur das Burghausertor und das Ländtor bestanden aus einem Torturm und einem vorgelagerten Zwinger. Nur von diesen beiden Toren haben sich bis heute bauliche Reste erhalten: Vom Burghausertor das Untergeschoss des Turmes, vom Ländtor das Außentor des Zwingers.
Bis vor hundert Jahren verstand man unter dem Ländtor zunächst jenen Torturm, der die Straße ein paar Meter stadteinwärts von dem erhaltenen Vorbau absperrte, an Höhe davon gut das Zweifache erreichte und dem Feind nur blankes Mauerwerk mit fünf gedrungenen Schießscharten zeigte. Als man 1852 die Erweiterung der ehedem sehr engen Theaterstraße vorbereitete, wurde der Torturm abgebrochen. Nur das Tor des Zwingers blieb erhalten. An dieses Tor lehnt sich linker Hand der 1961 entstandene Bau des Kaufhauses Hertie an. Die Verbreiterung der Theaterstraße erfolgte um 1900.
Bernlochner
Am Ufer der Isar liegt der "Bernlochner", ein spätklassizistischer Baukomplex, der das kleine Landshuter Stadttheater enthält. Der Name dieses Gebäudes erinnert an seinen Erbauer: Der 1799 in Dietramszell geborene Baumeister Johann Baptist Bernlochner, der hier 1826 das Bürgerrecht erworben hatte, hat dieses Gebäude 1841 errichtet.
"Im Laufe dieses Jahres wurde auch der vom Maurermeister Joh. Bernlochner unternommene Bau des Hotels Bernlochner samt Theatergebäude vollendet und das Theater am 15. Oktober, dem Namensfeste Ihrer Majestät der Königin Therese, mit dem vaterländischen Stücke "Ludwig der Bayer" von Uhland und einem durch den Theaterunternehmer Johann Schwaiger jun. von München vorgetragenen Prolog feierlich eröffnet", berichtet die Landshuter Stadtchronik von Weber-Marschall unter den Ereignissen von 1841. 1994/95 wurde eine "Stadthalle" eingefügt.
Jugendstilpavillon
Hinter der Gaststätte Bernlochner liegt an der Wittstraße ein kleiner Park, der "Kindergarten". In seiner Mitte steht der "Musikpavillon" - sein Durchmesser entspricht dem des Ziffernblattes am Martinsturm -, erbaut anlässlich der Eröffnung der ersten niederbayerischen Gewerbeschau im Jahr 1903. Dieser Pavillon ist ein schönes Beispiel des Bauens im "Jugendstil", den Stilformen des "Fin de siècle" (französisch: Ende des Jahrhunderts).
Zwanzig Jahre lang, zwischen 1890 und 1910, bestimmte der Jugendstil - benannt nach der Zeitschrift "Jugend" - viele Bereiche des künstlerischen Schaffens und beeinflusste auch die Baukunst. Der Jugendstil löste sich von allen historischen Vorbildern und entwickelte eine eigene Ornamentik mit fließenden Formen, die sich vorwiegend an Pflanzenmustern orientierten.
Gewerbeschau 1903
Röcklturm
Wenden wir uns vom Ländtor aus rechter Hand ein Stück isarabwärts, so stehen wir bald vor einem hohen gotischen Turm, der in die Stadtmauer eingebunden ist. Dieser Turm hieß früher "Fischmeisterturm"; heute heißt er "Röcklturm", da nach unbestimmter Überlieferung von diesem Turm die Verschwörung der Bürger vom Jahr 1410 ausging, bei der ein Ratsherr namens Röckl eine führende Rolle gespielt haben soll.
Das geschichtsträchtige Gebäude wurde vor einigen Jahren von der Stadt Landshut erworben. Seit einer gründlichen Restaurierung dienen seine Räume für Wechselausstellungen.
Lände, Isarpromenade
Diese Partie des Isar-Ufers im Bereich des Ländtors und des Röcklturms war Jahrhunderte lang die eigentliche "Lände": Hier legten die Flöße aus dem Oberland an und entluden ihre Fracht: Menschen, Lebensmittel und Baumaterialien aller Art. Der dreiteilige Kupferstich mit der Gesamtansicht der Stadt Landshut von Michael Wening aus dem Jahr 1723 zeigt uns diesen Ländebetrieb recht anschaulich. Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts war das Isarufer vor dem Ländtor die "Obere Länd". Die "Untere Länd" lag neben dem heutigen Postplatz, dem Umschlagplatz für ungezählte Floßfrachten. Noch im Jahr 1834 erließ der Stadtrat eine neue Ländeordnung.
Gehen wir vom Röcklturm nochmals ein kleines Stück isarabwärts, so sehen wir die erwähnte herzogliche Badstube mit dem vorgekragten Obergeschoss. Sie wurde um 1540 anstelle eines mittelalterlichen Stadtmauer-Turms gebaut.
Vom Bernlochner aus führt der Weg über die Luitpoldbrücke zur evangelischen Christuskirche, die von 1895 bis 1897 im neuromanischen Stil erbaut wurde. Von hier aus bietet sich ein schöner Blick auf die Stadt.








































































































































































































































































