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Volle Kliniken trotz leerer Betten? Personalbedarf entscheidend

"Die Kapazitäten gehen zur Neige": Mit diesen eindringlichen Worten hat Jürgen Königer, der Ärztliche Leiter Krankenhauskoordination im Bereich des Rettungsdienstbereiches Landshut (dem neben Stadt und Landkreis Landshut auch die Landkreise Kelheim und Dingolfing-Landau angehören), vor kurzem eindringlich auf die schwierige Situation in den Kliniken hingewiesen. Denn auch wenn laut Statistik derzeit vermeintlich Betten auf den Normalstationen leer stehen würden, arbeitet das Klinikpersonal seit geraumer Zeit am Anschlag. Denn vor allem die Betreuung der Covid-Patienten bindet enorm viele Kapazitäten: "Alleine das Anziehen und aufwendige Ausziehen der mehrlagigen und vielteiligen Schutzkleidung dauert mehrere Minuten", erklärt Königer. Der deutlich erhöhte Aufwand durch umfangreiche Hygienemaßnahmen schlage sich ebenfalls nieder. Zudem geht die allgemeine Erkältungs- und Krankheitszeit nicht spurlos an Ärzten und Pflegemannschaft vorbei: "Auch medizinisches Personal wird einmal krank. Trotz allen Einsatzes und Engagements: Niemand soll krank seinen Dienst antreten", erklärt Königer.

Der Ärztliche Leiter Krankenhaus-Koordination, Jürgen Königer, machte sich gemeinsam mit Vertretern der Kelheimer Kliniken und deren Landrat Martin Neumeyer in Bild von der Quarantäne-Einrichtung in Bad Gögging (Bild: Franziska Königer) Unten die aktuellen Zahlen Grafik: LK Landshut

 

Die Einrichtung einer Quarantäne-Einrichtung im Raum Kelheim hat die Situation kurzfristig etwas entspannt - mittlerweile konnten neun Covid-positive Patienten, die keiner stationären medizinischen Behandlung mehr bedürfen, aus den Akutkliniken in die Quarantäne-Einrichtung Passauer Wolf in Bad Gögging verlegt werden, die hierfür extra eingerichtet wurde und vom üblichen Reha-Betrieb abgetrennt ist. Die Patienten verbleiben hier so lange, bis sie wieder in ihre eigentlichen Pflegeheime oder nach Hause zurückkehren können. "Der Schulterschluss der Kelheimer Kliniken ist hier ein wichtiges Zeichen", meint Königer: So haben die Einrichtungen sich gegenseitig Personal zur Verfügung gestellt oder Reha-Patienten übernommen. Damit werden in den Akutkliniken wieder Kapazitäten zur Behandlung von Notfällen, mit oder ohne Covid, frei. Denn auch diese sind nach wie vor an der Tagesordnung, auch Notoperationen müssen natürlich weiter durchgeführt werden. "Ein Blinddarmdurchbruch kann nicht warten", stellt Königer klar. Selbes gilt für die Behandlung von beispielsweise Unfallopfern, bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen. "Trotz Corona: Das Leben geht weiter und damit auch die Arbeit für unsere Kliniken."

Die Zahl der Covid-Patienten, die in den regionalen Krankenhäusern derzeit behandelt werden ist mit 42 auf den Normal- und zehn auf den Intensivstationen im Vergleich zum Vortag zwar erneut gesunken (Normal: -7, Intensiv: unverändert) - dies aber als "Trendwende" zu deuten, kommt für Königer eindeutig zu früh: "Vor allem die Weihnachtsfeiertage und die Zeit zwischen den Jahren werden noch einmal eine große Herausforderung für uns." Deshalb appelliert der Ärztliche Leiter Krankenhauskoordination, der selbst in einer Klinik praktiziert, an die Bürgerinnen und Bürger, es über Weihnachten ruhig angehen zu lassen: "Wir müssen das Notfallgeschehen angesichts dieser angespannten Lage so gering wie nur möglich halten." Wer aber Hilfe braucht, der wird natürlich behandelt, das ist für Königer keine Frage. Er weist aber darauf hin, dass durchaus weitere Wege in Kauf genommen werden müssen und der Rettungsdienst womöglich nicht die nächstgelegene Klinik anfahren kann: "Alle Kollegen werden aber ihr Bestes geben, die medizinische Versorgung mit ihrem hohen Standard so gut es geht aufrecht zu erhalten."

Aktuell bearbeitet das Staatliche Gesundheitsamt Landshut 762 laufende Infektionen (+ 88). 142 Neuinfektionen sind in Stadt und Landkreis Landshut innerhalb des letzten Tages hinzugekommen - damit wurden bislang 5.390 Indexfälle (alle Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie im März) verzeichnet. Davon konnten 4.495 die häusliche Quarantäne verlassen (+ 63). Drei neue Todesfälle sind im Zusammenhang mit Covid19 festgestellt worden: Eine 95-jährige, ein 87-jähriger Mann und eine gleichaltrige Frau sind nach stationärer Behandlung verstorben. Insgesamt 133 Todesfälle, bei denen zuvor Corona-Infektionen festgestellt worden sind, wurden bis heute verzeichnet. (Stand: 23. Dezember 2020)

 

23.12.2020

 

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