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Stadt folgt Beschluss - keine Großveranstaltungen

Anordnung gilt zunächst bis Sonntag, 19. April – Betroffen sind unter anderem das Starkbierfest und die Umweltmesse – Auch das Stadttheater bleibt ab sofort geschlossen

Die Stadt folgt dem Beschluss der Staatsregierung – keine Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern.

 

Die bayerische Staatsregierung hat am Dienstag per Kabinettsbeschluss zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern im Freistaat untersagt. Die Anordnung gilt zunächst bis zum Ende der Osterferien, also bis einschließlich Sonntag, 19. April 2020, und wird natürlich von der Stadt Landshut konsequent umgesetzt. Damit steht fest: Sowohl das vom 25. bis zum 29. März geplante Starkbierfest als auch die Umweltmesse, die für das Wochenende vom 20. bis zum 22. März terminiert war, fallen unter diese Allgemeinverfügung des Bayerischen Gesundheitsministeriums und dürfen deshalb nicht stattfinden.
Die Beschlüsse der Staatsregierung gehen aber noch weiter. So haben bei Veranstaltungen mit 500 bis 1.000 Teilnehmern „die Kreisverwaltungsbehörden eine genaue Risikobewertung“ vorzunehmen. Jedoch sollen auch kleinere Veranstaltungen ebenfalls abgesagt oder verschoben werden, wenn deren Durchführung nicht unverzichtbar erscheint. Ab dem heutigen Mittwoch wird der Freistaat zudem – und unabhängig von der jeweiligen Zuschauerkapazität – sämtliche staatliche Theater, Konzertsäle und Opernhäuser bis ebenfalls zum Ende der Osterferien schließen. Das Stadttheater Landshut steht zwar in kommunaler Trägerschaft und wäre folglich von dieser Entscheidung nicht umfasst. Dennoch hat der Krisenstab der Stadtverwaltung unter Leitung von Oberbürgermeister Alexander Putz festgelegt, dass auch im Theaterzelt ab sofort und bis 19. April 2020 keine Vorstellungen des Landestheaters Niederbayern mehr stattfinden dürfen. Gleiches gilt für geplante Veranstaltungen im Rathausprunksaal, der als „Konzertsaal“ einzustufen ist.
„Wir haben uns diese Entscheidungen nicht leicht gemacht, weil sie natürlich einen tiefen Einschnitt für viele Menschen bedeuten“, so OB Putz. Dennoch hofft er auf Verständnis der Theaterschaffenden, der betroffenen Veranstalter und der Kulturbegeisterten in der Region. „Alle Maßnahmen in einer solchen Krisensituation können nur dann die erhoffte Wirkung entfalten, wenn die verschiedenen staatlichen Ebenen – also Bund, Länder und Kommunen – an einem Strang in dieselbe Richtung ziehen“, sagte Putz. „Deshalb halten wir es für die einzig verantwortliche Entscheidung, mit städtischen Theatern und Konzertsälen ebenso zu verfahren wie es der Freistaat mit seinen entsprechenden Einrichtungen tut.“ Denn das von der Staatsregierung mit den beschlossenen Maßnahmen verfolgte Ziel, die dynamische Verbreitung des Coronavirus´ zumindest zu verlangsamen, sei richtig, schon um die Kapazitäten des Gesundheitswesens nicht zu überfordern. „Ich stehe deshalb voll hinter Inhalt und Geist der Beschlüsse des bayerischen Kabinetts und garantiere dafür, dass diese im Wirkungsbereich der Stadt Landshut zum Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger eins zu eins umgesetzt werden.“
Aus diesem Grund wird die Stadt auch weitere, von ihr (mit-)organisierte Veranstaltungen absagen. Das gilt beispielsweise für sämtliche bis zum 19. April angesetzten Konzerte und Events im Jugendkulturzentrum Alte Kaserne sowie für den Verkaufsoffenen Sonntag am 29. März in der Einkaufswelt Nord und Industriegebiet, der aus rechtlichen Gründen abgesagt werden muss. Betroffen sind zudem zahlreiche Veranstaltungen der Landshuter Messe- und Veranstaltungsgesellschaft, beispielsweise der Kinder- und Nachthallenflohmarkt am kommenden Samstag, der Kunsthandwerkermarkt am Sonntag und eine Reihe von Konzerten – unter anderem der Band  „Stahlzeit“ am 3. April – in der Sparkassen-Arena. Den kompletten und ständig aktualisierten Überblick über die abgesagten Veranstaltungen der Messegesellschaft und über etwaige Ersatztermine gibt es auf der Homepage der Messegesellschaft unter www.landshutlive.de. Unter dieser Adresse werden zeitnah und in Abstimmung mit dem jeweiligen Veranstalter auch nähere Informationen zu den Rückgabemodalitäten bereits gekaufter Eintrittskarten veröffentlicht.
Des Weiteren ergab eine Rücksprache mit den Organisatoren des Kurzfilmfestivals, dass die vom 25. bis zum 30. März angesetzte Veranstaltung nicht zum geplanten Termin stattfinden kann.
Die aktuellen Entwicklungen wirken sich darüber hinaus auch auf den publikumsintensiven Profisport aus: Während im Fußballbereich auf nationaler und europäischer Ebene bereits zahlreiche „Geisterspiele“ ohne Zuschauer terminiert sind, haben die Eishockeyligen DEL und DEL2, in der auch der EV Landshut spielt, ihre Saison abgebrochen. Die anstehenden Playoffs beziehungsweise die Abstiegsrunde („Playdowns“) entfallen. Damit sind bis nach der Sommerpause keine Heimspiele des EVL mehr angesetzt. Immerhin gibt es für den Verein und seine Fans auch eine positive Nachricht: Aufgrund des vorzeitigen Saisonendes hat der EVL, der die DEL2-Hauptrunde als Tabellenletzter abschloss, den Klassenerhalt in der Tasche.
Noch nicht endgültig geklärt ist, ob die Landshuter Frühjahrsdult wie geplant stattfinden kann. Das zehntägige Volksfest soll ab 24. April auf der Grieserwiese über die Bühne gehen und fällt damit derzeit nicht unter den zunächst bis 19. April befristeten Kabinettsbeschluss. Das Ministerium verweist aber bereits jetzt auf eine dann zu erfolgende, neue Risikoeinschätzung. Da eine kurzfristige Absage nach Beginn der Aufbauarbeiten jedoch mit erheblichen Kosten für Festwirte, Schausteller und Marktkaufleute verbunden wäre, ist eine zeitnahe Entscheidung nötig. Das Stadtratsplenum wird sich daher bereits im Rahmen in seiner nächsten Sitzung am Freitag, 27. März, mit dem Thema befassen. Sicher ausfallen wird dagegen das für Samstag, 9. Mai, terminierte Europafest. Der Hauptgrund: Zu der Veranstaltung wären auch Delegationen aus der italienischen Partnerstadt Schio (Region Venetien) und aus der Kulturpartnergemeinde Toblach (Südtirol) eingeladen gewesen. Eine Teilnahme dieser beiden Gruppen wäre angesichts der Tatsache, dass ganz Italien zum „Corona-Risikogebiet“ erklärt wurde, jedoch absehbar auch Anfang Mai (noch) nicht zu verantworten gewesen. Insofern hat der städtische Krisenstab schon beschlossen, das Europafest abzusagen.

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11.03.2020

 

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