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"Mitten ins Herz" widmet sich am 20. Januar dem Werk von Hans Sahl

Am Sonntag, 20. Januar, lädt die Stadtbücherei im Salzstadel um 11 Uhr wieder zu „Mitten ins Herz“ ein. Dann startet die literarisch-musikalische Lesereihe mit Schauspieler und Regisseur Heinz Oliver Karbus und Musiker Martin Kubetz mit einer Matinee ins neue Jahr, die einem zu Unrecht lange vergessenen großen Autor der deutschen Exilliteratur gewidmet ist: Hans Sahl. Marcel Reich-Ranicki schrieb einst über ihn: „Am interessantesten sind in der Prosa Hans Sahls die Teile, die die Ereignisse des Jahres 1933 betreffen. Ausgeleuchtet wird nur der Raum des Privaten, doch gezeigt wird die Weltgeschichte.“

 

Hans Sahl (eigentlich Hans Salomon) wurde am 20. Mai 1902 als Sohn eines jüdischen Industriellen in Dresden geboren. Ab Mitte der 1920er Jahre schrieb er Filmkritiken für verschiedene große Zeitungen und begann in dieser Zeit auch damit, seine ersten Erzählungen zu verfassen. Er verkehrte unter anderem mit Bertold Brecht, Hanns Eisler und Else Lasker-Schüler.

1933, nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, musste Hans Sahl aus Deutschland fliehen. Buchstäblich in letzter Minute verließ er Berlin, ging zuerst nach Prag, später nach Zürich. Dort traf er auch Thomas Mann in seinem Exil. In Paris, wohin es ihn dann verschlug, gründete er 1937 mit Alfred Döblin, Hermann Kesten, Klaus Mann und Joseph Roth einen Verband deutscher Exilschriftsteller. Ende der 30er Jahre isolierte ihn seine Sicht des Kommunismus von seinen ehemaligen Gesinnungsfreunden. Seine Stalin-kritische Position machte ihn zum Außenseiter. Jahre später verarbeitete er diese Erfahrung in seinen autobiografischen Romanen „Die Wenigen und die Vielen“ (1959), „Memoiren eines Moralisten“ (1983) und „Exil im Exil“ (1990).

1940 ging Hans Sahls Flucht weiter, über Marseille und Lissabon in die USA. Im New Yorker Exil entstanden die meisten seiner schriftstellerischen Arbeiten und er übersetzte die Werke amerikanischer Autoren wie Thornton Wilder, Arthur Miller und Tennessee Williams. Er lebte lange Zeit meist recht ärmlich und unbeachtet in den USA. Im hohen Alter kehrte Sahl New York den Rücken und ließ sich Ende der 1980er Jahre in Tübingen nieder. Erst nach seiner Rückkehr nach Deutschland erlangten seine Romane Anerkennung. Er starb am 27. April 1993 in Tübingen.
Bis heute hat Hans Sahl als einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Exilliteratur jedoch nach Ansicht vieler Experten nicht das Maß der Aufmerksamkeit gefunden, die er verdient. Heinz Oliver Karbus möchte daher mit der Lesung seiner Werke dazu anregen, Hans Sahl, diesen großen Autor und Zeitzeugen jener Jahre, vielleicht auch für sich zu entdecken. Martin Kubetz sorgt wie immer für den passenden musikalischen Rahmen.

Karten zum Preis von sieben Euro gibt es in der Stadtbücherei im Salzstadel oder vorzubestellen unter Telefon 0871/22878. Das Jahresprogramm der Matinee-Lesung ist online im Veranstaltungskalender der Stadt unter www.landshut.de zu finden und zum Mitnehmen in der Stadtbücherei erhältlich. Interessierte dürfen sich im Verlauf des Jahres unter anderem auf großartige Texte von Heinrich von Kleist, Charles Bukowski, Ernst Jandl und Kurt Tucholsky freuen.

 

07.01.2019

 

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