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Neues aus Landshut

Afrikatage ab Freitag in der Alten Kaserne

Nach dem Altstadt-Open-Air und dem Burgfest steht am kommenden Wochenende gleich der nächste Höhepunkt des Landshuter Kultursommers auf dem Plan: Ab Freitag finden in der Alten Kaserne die Afrikatage statt. Die Besucher dürfen sich auf ein Fest mit viel afrikanischem Esprit, Musik, Tanz und Mode freuen, versprechen die Organisatoren. „Das kreative, bunte und lebensfrohe Afrika wird sich von seiner besten Seite zeigen“, so Martin Mezger, Leiter des Jugendkulturzentrums Alte Kaserne, und Mustapha Al Maana, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins Voice of Africa Landshut (Vala). Oberbürgermeister Alexander Putz hob bei der Vorstellung des Veranstaltungsprogramms die völkerverbindende Wirkung des Festivals hervor: „In unserer Stadt leben Menschen aus weit mehr als 100 Nationen friedlich zusammen, darunter auch viele mit afrikanischen Wurzeln. Die Afrikatage bieten allen Bürgerinnen und Bürgern eine wunderbare Gelegenheit, die kulturelle Vielfalt dieses faszinierenden Kontinents kennenzulernen.“ Gleichzeitig trage das Festival auch zur Integration bei, so Putz: „Wo Menschen unterschiedlicher Herkunft sich begegnen und miteinander feiern, weichen Vorurteile gegenseitigem Verständnis und Freundschaften entstehen.“

Oberbürgermeister Alexander Putz (Vierter von links) mit dem Organisationsteam der Afrikatage um Mustapha Al Maana (links), Vorsitzender des Vereins Voice of Africa Landshut, und dem Leiter des Jugendkulturzentrums Alte Kaserne, Martin Mezger (Vierter von links)

 

Eben diesem Ziel der Völkerverständigung fühlen sich die Organisatoren der Afrikatage seit der ersten Auflage im Jahr 2002 verpflichtet. Damals, erinnerte sich Mezger, kamen an einem Tag 1.500 Besucher. „Das war schon ein Riesenerfolg und wir waren wirklich überglücklich.“ Inzwischen sind aus einem Veranstaltungstag deren drei geworden – und das Interesse ist immer weiter gewachsen. Mit mindestens 30.000 Besuchern rechnet Vala-Chef Al Maana an diesem Wochenende. „Die Resonanz der vergangenen Jahre, auch und gerade dann, wenn das Wetter einmal nicht so mitgespielt hat, war einfach überwältigend“, sagte er. „Das zeigt: Viele Landshuter lieben dieses Fest. Und das ist für unseren Verein und das ganze Team eine große Freude.“

Partnerland der Afrikatage 2019 wird Uganda sein, ein Binnenstaat mit rund 43 Millionen Einwohnern, der im Süden an den Victoriasee und Tansania, im Osten an Kenia grenzt. Ein in Kooperation mit dem Haus international ausgerichteter Info-Abend mit dem Titel „Uganda, die Perle Afrikas“ wird am Donnerstag ab 19.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) in der Rochuskapelle die Afrikatage einläuten. Auf dem Gelände der Alten Kaserne fällt dann am Freitag um 15 Uhr der Startschuss für die Afrikatage 2019: Oberbürgermeister Alexander Putz wird das Fest als Schirmherr eröffnen.

Der Botschafter des Partnerlands, Dr. Marcel R. Tibaleka, musste dagegen wegen anderer Verpflichtungen kurzfristig absagen. Dennoch ist es den Organisatoren um den für diesen Bereich verantwortlichen Nourou Dine Issaha wieder gelungen, ein abwechslungsreiches Kulturprogramm auf die Beine zu stellen. Mit dabei sind unter anderem die Bantaba-Trommelgruppe aus dem Senegal, die Band „Younited“ mit dem senegalesischen Singer-Songwriter Youssou Ndiaye, Louis Sanou mit „Les Cinq Frères“ aus Burkina Faso, die Trommelgruppe „Kanguka“ aus Burundi und „The Unduster“, die Ska und Reggae aus Niederbayern spielen werden. Angekündigt sind außerdem eine afrikanische Modenschau und verschiedene Tanzaufführungen. Spätabends gehört die Bühne dann am Freitag ab 23 Uhr der Regensburger Band „Unlimited Culture“, die Roots Reggae und mehr bieten wird. Für Samstag ab 23 Uhr hat Elemotho, einer der populärsten Sänger Namibias, mit der Setswana-Gruppe „Makgona Ngwao“ aus der Kalahari sein Kommen zugesagt. „Die Darbietungen werden alle aus dem Herzen kommen und die vielen Facetten der afrikanischen Kultur abbilden“, so Issaha. „Diese Präsentationen sollen aber nicht nur unterhalten, sondern ebenso das Verständnis für Afrika fördern.“ Fester Bestandteil der Afrikatage ist deshalb auch der Afrika-Markt, für den Al Maana verantwortlich zeichnet. „Hier finden Besucher die Seele Afrikas wieder“, sagte er. Ob Figuren, Trommeln, Masken, Schmuck oder Mode – an den Kunsthandwerker-Ständen darf gefeilscht werden.

Ein Eldorado sind die Afrikatage indes nicht nur für Kunst- und Kulturliebhaber, sondern auch für alle Kinder. Geschicklichkeits- und Bewegungsspiele stehen für die jüngsten Besucher ebenso auf dem Plan wie Basteln, Malen und Musizieren. Das abwechslungsreiche Programm, für das diesmal Anita Straßenberger zuständig ist, beinhaltet aber auch Klassiker wie Kinderschminken und Auftritte von Hofzauberer Christoph, der sich ebenso wie Geschichtenerzähler Dieter Schmid-Hermann, Clown Chris und Michael Tonfeld im Märchenzelt einfinden wird. Nicht fehlen dürfen natürlich die bewährte Tragerlrutsche, das Kamelreiten und die Zorbingbälle, in denen Kinder und Jugendliche über die Wiese rollen können.

Für die Erwachsenen, die es in der Regel etwas ruhiger mögen als der Nachwuchs, wird in diesem Jahr übrigens neben einem marokkanischen Königszelt erstmals ein orientalisches Lounge-Zelt aufgebaut, das zum Verweilen einlädt. Dort wird es laut Gerda Ludwig, die für die Finanzen zuständig ist, in Zusammenarbeit mit „ProBier“ eine spezielle Getränkeauswahl geben. Apropos Getränkeverkauf: Die Einnahmen daraus sind für die Organisatoren generell von höchster Bedeutung, um die Afrikatage finanzieren zu können. „Das ist nur dank Sponsoren, Spenden, die Standgebühren für den Markt und eben den Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken möglich“, erläuterte Ludwig. Künftig Eintrittsgeld für das Festival oder die in diesem Rahmen angebotenen Konzerte und Veranstaltungen zu verlangen, ist für die Organisatoren dagegen trotz stetig steigender Kosten kein Thema: „Wir legen Wert darauf, dass die Afrikatage ein Fest für alle Menschen sind“, betonte Mustapha Al Maana. „Dafür muss alles bezahlbar bleiben. Der freie Eintritt ist da ganz wesentlich.“

Damit eine Veranstaltung dieser Größenordnung überhaupt zu stemmen ist, sind die Organisatoren natürlich auf Unterstützung angewiesen. „Unser Dank gilt neben der Stadtverwaltung, dem Baureferat und unserem Cheftechniker Marcel Begemann nicht zuletzt der Fachoberschule, die uns viele ihrer Schüler als Hilfskräfte zur Verfügung stellt“, so Beate Wimbauer, die die Personalbetreuung übernimmt. Insgesamt werden auch diesmal wieder bis zu 90 ehrenamtliche Helfer unterwegs sein. „Dieses Engagement verdient höchsten Respekt. Im Namen der Stadt Landshut möchte ich mich dafür ganz herzlich bedanken“, sagte OB Putz. Zumal die Afrikatage ohne diese fleißigen Freiwilligen wohl vor dem Aus stünden, wie Wimbauer betonte: „Ohne den Einsatz unserer Ehrenamtlichen wäre das Fest kaum noch zu finanzieren und damit auch nicht mehr machbar.“

Weitere Informationen und das vollständige Veranstaltungsprogramm gibt es Opens external link in new windowhier.


08.07.2019

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