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Neues aus Landshut

104 Jahre: OB Putz gratuliert drittältester Bürgerin

Als ob jemand die Zeit eingefroren hätte: Adrett gekleidet auf ihrem Sofa sitzend, die Hände in den Schoß gelegt und mit demselben herzlich-verschmitzten Lächeln – wie exakt vor einem Jahr – empfing Anna Drengler vor wenigen Tagen ihren Ehrengast Oberbürgermeister Alexander Putz im Senioren- und Pflegeheim St. Jodok-Stift. Auch der Anlass, ein mehr als besonderes Jubiläum, war der gleiche – mit einem entscheidenden Unterschied jedoch: Heuer blickt Anna Drengler auf sage und schreibe 104 Lebensjahre zurück. Sie ist damit die drittälteste Bürgerin Landshuts.

Eine bewundernswerte Persönlichkeit: Oberbürgermeister Alexander Putz beglückwünschte die drittälteste Bürgerin Landshuts, Anna Drengler, zu ihrem besonderen 104. Ehrentag.

 

„Eine gigantische Lebensspanne“, zeigte sich Oberbürgermeister Alexander Putz beeindruckt, vor allem ob Anna Drenglers vitalen Gemüts. Sie erneut so strahlend anzutreffen, freute Putz sichtlich. Dass sich der Oberbürgermeister für sie Zeit nehme und sie persönlich besuche, sei für sie „eine große Ehre“, wie sie selbst betonte. Auch über das Blumenpräsent und einen Schal vom Bayerischen Ministerpräsidenten, den ihr Putz überreichte und den sie gleich stolz um den Hals gebunden präsentierte, freute sie sich riesig: „Dass ich noch schöner werd‘“, scherzte sie. „Wie schön! Ich sag vergelt’s Gott.“
Dass das inzwischen vergangene Jahr ihrem vertrauten Umgang keinen Abbruch tat, machte sich vor allem im kurzweiligen Gespräch bemerkbar. Und während Putz und Drengler unter anderem über das letztjährige Treffen plauderten, lehnte sich die Jubilarin plötzlich mit den Worten „Jetzt bin ich aber überrascht“ erstaunt zurück in ihr Sofa. Die zierliche kleine Dame mit leichtem schwäbischen Akzent begeisterte vor allem, dass sich der Oberbürgermeister noch an einige ihrer Lebensstationen, in die sie damals Einblick gab, erinnern konnte. Das rechnete sie ihm hoch an.
Und dass „brav ihr Normalzustand“ sei, wie sie selbst von sich sagte, blieb Putz ebenfalls noch bestens im Gedächtnis. „Stimmt – das ist mein Spruch“, so Anna Drengler, schließlich habe man zuhause ja auch immer brav sein müssen, ergänzte sie lächelnd. Und während sie das sagte, ließ sie kurz ihren Blick schweifen. Ihr fiel ein, wie sie als kleines Kind – Annerle das Nesthäkchen – fast täglich zusammen mit ihren zwei Geschwistern und ihrer Mutter am Bahnhof stand in der großen Hoffnung, der Vater würde bald aus dem Krieg wieder heimkehren. „Vielleicht kommt er heute“, habe die Mutter immer gesagt, so Anna Drengler. Noch heute erinnert sie sich an den lauten Schrei ihrer Mama, als sie einen Brief öffnete, in dem stand: „Fürs Vaterland gefallen“. Ihr erster Schicksalsschlag, der sie als kleines Mädchen vor 101 Jahren ereilte.

Geboren ist die gelernte Hauswirtschafterin in Lauingen an der Donau, eine Stadt im schwäbischen Landkreis Dillingen. Im Jugendalter führte sie ihr Weg nach München, wo sie eine Anstellung als Hauswirtschafterin beim General der Volkspolizei und seiner Gattin fand. Ihren Beruf übte Anna Drengler leidenschaftlich gerne und mit großem Einsatz aus. Als der General mit seiner Familie schließlich nach Landshut abgeordnet wurde, offerierte man ihr, nach Niederbayern mitzukommen. So fand sie – wenige Jahre nach der Heirat ihres Mannes Ignaz noch vor dem Zweiten Weltkrieg im Alter von 20 Jahren – in der Stadt Landshut eine neue Heimat. Über 80 Jahre ist das nun her.

In Niederbayern hat sich die gebürtige Schwäbin laut eigenen Aussagen sehr schnell zurecht gefunden. Dank ihres lieben Mannes, wie sie sagte. Und wenn sie über ihren Mann, „ein braver, echter Niederbayer“, spricht, der vor etwa 20 Jahren im Alter von 86 Jahren verstarb, ist regelrecht die große Verbundenheit, die sie ihm gegenüber auch heute noch hegt, zu spüren. Nach wie vor pflege sie einen sehr guten Kontakt zu ihrer Schwägerin, die Anna Drengler eigenen Aussage zufolge sehr gerne hat. Als der Oberbürgermeister einen Eierlikör auf dem Tisch entdeckte, den die Jubilarin recht gerne mag, erinnerte sie sich prompt daran, als sie von ihrem Mann einen Mixer geschenkt bekam: „Da war auch ein Eierlikör-Rezept dabei, das ich ausprobiert habe.“ Das Ergebnis, so Anna Drengler, sei gut angekommen. Vor allem, gestand sie, habe auch sie gerne davon genascht – freilich in kleinen Dosen. Ihr Mann habe sich nur immer gefragt, warum der Flascheninhalt mit der Zeit immer weniger wurde. Daraufhin habe sie kurzerhand zwei Flaschen gemacht und die andere einfach weiter hinten ins Regal gestellt. „So war die sichtbare Flasche immer voll. Man muss sich nur zu helfen wissen“, sagte sie lachend und ergänzte: „Drum sind wir ja auch so gut ausgekommen, mein Mann und ich.“
Aus der Ehe mit ihrem Mann gingen zwei Töchter hervor. Das St. Jodok Stift, in dem sie sich eigenen Aussagen zufolge sehr wohlfühlt, ist seit zwölf Jahren ihr Zuhause. „Ich bin zufrieden, habe keine Schmerzen und kann gut schlafen“, so die zweifache Oma und vierfache Uroma. „So brave Kinder sind das – ich bin sehr zufrieden und dankbar dafür“, sagte sie stolz. Der Glaube habe ihr in ihrem Leben stets Kraft gegeben, deshalb gehe sie in letzter Zeit auch gerne zum Rosenkranzbeten.

„Es macht mir wirklich große Freude, Sie so strahlen zu sehen“, betonte Oberbürgermeister Alexander Putz. Auf den Satz, wie sehr er sich darüber freuen würde, wenn sie sich nächstes Jahr wiedersehen würden, antwortete Anna Drengler: „Vielleicht kann ich Ihnen die Freude wieder machen. Ich hab mit dem da oben ohnehin noch was zu verhandeln.“

 

 


21.03.2019

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