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Neues aus Landshut

Landshuter Literaturtage: Europa im Mittelpunkt

Die 19. Landshuter Literaturtage stehen mit dem Motto „Europa liest sich gut! Literatur aus und über Europa“ ganz im Zeichen Europas. Bei der Veranstaltungsreihe, die zu den größten und profiliertesten Literaturfestivals in Ostbayern zählt, stehen 14 Lesungen, Reiseberichte, Diskussionen sowie je ein Vortrag, ein Theaterstück und ein Literaturwettbewerb auf dem Programm.

Freuen sich schon auf die Landshuter Literaturtage: (v.l.) Kulturbeauftragte und Kuratorin Uta Spies, Oliver Karbus, Kurator Christian Muggenthaler, OB Alexander Putz, Lisa Gusel, Helmut Seidel, Ursula Nickol und Tristan Schneider.

 

Viele prominente Autoren werden in Landshut zu Gast sein. So etwa die italienische Bestsellerautorin Francesca Melandri (12.11.) und der aus Böhmen stammende und in Amsterdam lebende Autor Jaroslav Rudiš. Außerdem kommen Catalin Dorian Florescu, gebürtiger Rumäne, der seit Jahrzehnten in der Schweiz lebt, und Monika Maron, die Anfang des Jahres mit ihrem Buch „Munin oder Chaos im Kopf“ schon für kontroverse Diskussionen sorgte. Harald Grill wir außerdem von seiner Reise in den Balkan berichten und Ana Zirner von ihrer Solo-Alpenüberquerung von Ljubljana bis Grenoble.
Wie immer bei den Landshuter Literaturtagen werden auch viele Künstler und Kreative aus der Stadt und der Region Landshut mitwirken. So hat der Regisseur und Schauspieler Oliver Karbus eine lyrische Wanderung durch Landshut erarbeitet. Lisa Gusel (Stadtbücherei Landshut) wird Biographien und Texte von Frauen vorstellen, die aus dem ländlichen Umfeld Bayerns und Österreich kommen. Schüler der Fremdspracheschule in der vhs Landshut werden einen Abend zum Thema Mehrsprachigkeit gestalten. Dabei werden sie von dem Autor Su Turhan unterstützt.

Die Literaturtage werden von Oberbürgermeister Alexander Putz am 3. November in der ALTEN KASERNE eröffnet. Bei der Eröffnung wird der vielfach ausgezeichnete Kabarettist und Historiker Sebastian Schnoy ein best of aus seinem Programm „Hauptsache Europa. Jetzt erst recht!“ bieten.
„Mit den Literaturtagen wollen wir neugierig machen und nachschauen: Was ist das eigentlich dieses Europa? Wie klingen andere Sprachen? Wie geht es anderswo zu?
Wie fühlt sich Migration an?“, sagen Uta Spies und Christian Muggenthaler, die das Programm zusammengestellt haben.

Das vollständige Programm, die Eintrittskarten und Informationen gibt es auf Opens external link in new windowwww.landshuter-literaturtage.de. Eine gedruckte Programmbroschüre liegt unter anderem in der Tourismus-Information im Rathaus, Altstadt 315 und im Bürgerbüro im Rathaus an der Luitpoldstraße aus.


Die Idee:
Europa ist ein Kontinent mit gemeinsamer Kultur und Geschichte. Immer schon haben sich Kunst, Architektur, Literatur und Sprache aus den verschiedensten Ländern gegenseitig beeinflusst. Nach den schrecklichen Kriegen und Auseinandersetzungen im 20. Jahrhundert und den vielen Wunden, die diese Geschichte geschlagen hat, ist ein Zusammenwachsen Europas eine große Chance und eine Herausforderung. Dies wollen wir bei den 19. Landshuter Literaturtagen mit den Mitteln des geschriebenen und des gesprochenen Wortes darstellen und verhandeln.
In diesem Zusammenhang ist ein Zitat des Europäischen Nobelpreiskomitees aus dem Jahr 2012 inspirierend: „Das Norwegische Nobelkomitee hat entschieden, dass der Friedensnobelpreis 2012 an die Europäische Union (EU) vergeben wird. Die Union und ihre Vorgänger haben über sechs Jahrzehnte zur Förderung von Frieden und Versöhnung beigetragen. Seit 1945 ist diese Versöhnung Wirklichkeit geworden.
Das furchtbare Leiden im Zweiten Weltkrieg zeigte die Notwendigkeit eines neuen Europa. Über 70 Jahre hatten Deutschland und Frankreich drei Kriege ausgefochten. Heute ist Krieg zwischen Deutschland und Frankreich undenkbar. Das zeigt, wie historische Feinde durch gut ausgerichtete Anstrengungen und den Aufbau gegenseitigen Vertrauens enge Partner werden können …“


Die Umsetzung:
Wir wollen unser „europäisches Projekt“ mit zwei Querschnitten darstellen, einen auf europäischer Ebene und einen auf regionaler Ebene. Das heißt, wir haben Autorinnen und Autoren nach Landshut eingeladen, die in ihrem Werk europäische Wirklichkeit gespiegelt und sich mit europäischen Themen auseinandergesetzt haben. Es geht dabei beispielsweise um Fragen der Vielsprachigkeit, des europäischen Selbstverständnisses und um Migration. „Wir sind uns bewusst, dass wir dabei vermutlich mehr Fragen aufwerfen werden als beantwortet werden können. Wichtig ist uns vor allem, dass wir bei den verschiedenen Veranstaltungen Menschen zusammenbringen, Impulse geben und die Leute bestenfalls miteinander ins Gespräch kommen. Dazu wollen wir die Bevölkerung herzlich einladen“, sagt Christian Muggenthaler.


Die Mitwirkenden bei den Landshuter Literaturtagen
in alphabetischer Reigenfolge (in Klammer: Datum der Veranstaltung):
Catalin Dorian Florescu (20.11.)
Harald Grill (6.11.)
Lisa Gusel (25.11.)
Oliver Karbus (19.11.)
Prof. Dr. Rainer Liedtke (5.11.)
Monika Maron (13.11.)
Francesca Melandri (12.11.)
Heidi Prax (22.11.)
Jaroslav Rudiš (14.11.)
Schülerinnen der Fremdsprachenschule an der vhs Landshut (15.11.)
Sebastian Schnoy (3.11.)
Su Turhan (15.11.)
Lukas Ullrich und Till Florian Beyerbach (15.11., Schulvorstellung)
Ana Zirner (8.11.)


Weiterführende Informationen zu den Mitwirkenden

(in chronologischer Reihenfolge der Veranstaltungen):
Sebastian Schnoy (Auftaktveranstaltung am 3.11. in der Alten Kaserne) ist vielfach ausgezeichneter Kabarettist, Moderator und Buchautor. Rund 130 Mal im Jahr steht er in Theatern, bei Kongressen und bei Veranstaltungen von Unternehmen und Ministerien auf der Bühne. Seine Programme, in denen er Politisches in Verbindung mit Geschichte humorvoll beleuchtet, hat er erfolgreich in seinen Büchern aufbereitet. Drei seiner Werke waren Spiegel-Bestseller. Ob auf der Bühne oder im Buch: Europa ist seine Leidenschaft – auf historischer und politischer Ebene. Deswegen fordert Sebastian Schnoy die Vereinigten Staaten von Europa.

Prof. Dr. Rainer Liedtke
(Vortrag am 5.11. in der vhs) ist seit 2014 Inhaber des Lehrstuhls für Europäische Geschichte (19. und 20. Jahrhundert) an der Universität Regensburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind die vergleichende europäische Geschichte, die Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung, die jüdische Geschichte, die britische Geschichte und die Geschichte des neuzeitlichen Griechenlands. Im Jahr 2010 veröffentlichte er ein Überblickswerk zur Geschichte Europas von 1815 bis zur Gegenwart. Zwei Jahre später erschien von ihm eine Darstellung zur Industriellen Revolution.

Harald Grill (Veranstaltung am 6.11. im Salzstadel) geboren 1951 in Hengersberg, Landkreis Deggendorf, lebt seit 1978 in Wald/Landkreis Cham und ist seit 1988 freier Schriftsteller. Unter anderem erkundet er seine Familiengeschichte, schreibt Gedichte, Kindergeschichten, Features für den Hörfunk und erkundet Europa. Ihm waren die 15. Landshuter Literaturtage im Jahr 2011 gewidmet. Bei den diesjährigen Literaturtagen wird er sein neues Buch „Hinter drei Sonnenaufgängen. Balkanstreifzüge durch Rumänien und Bulgarien bis Odessa“ präsentieren, in dem Grill schreibt: „Morgen geht es hinein nach Rumänien. … Wir spüren den Pulsschlag Europas, die unglaubliche Verschiedenheit der Länder und der Temperamente, auch der Sprachen.“

Ana Zirner (Veranstaltung am 8.11. bei Bücher Pustet), Jahrgang 1983, ist freiberufliche Autorin, Kulturmanagerin, Film- und Theaterregisseurin und war unter anderem in New York, Madrid und Berlin tätig. Aufgewachsen im Bayerischen Voralpenland, zieht es sie immer wieder in die Berge zurück. Sie hat im Sommer 2017 allein zu Fuß die Alpen von Ost nach West überquert und kann davon besonders spannend erzählen. Das wird sie auch bei den Literaturtagen machen, wenn sie im Rahmen der Vorstellung ihres gerade erschienenen Buchs „Alpensolo“ berichtet von ihren 60 Tagen in den Bergen.

Francesca Melandri (Veranstaltung am 12.11. im Alten Schlachthof), geboren in Rom, hat sich in Italien zunächst als Autorin von Drehbüchern wichtiger Kino- und Fernsehfilme einen Namen gemacht. Mit ihrem ersten Roman „Eva schläft“ wurde sie auch einem breiten deutschsprachigen Lesepublikum bekannt. Ihr zweiter Roman „Über Meereshöhe“ wurde von der italienischen Kritik als Meisterwerk gefeiert. Ihr drittes Buch „Alle, außer mir“, das sie bei den Landshuter Literaturtagen präsentiert, wurde für den Premio Strega nominiert. Das Buch, das im Juni 2018 auf Deutsch erschien, wurde in Deutschland begeistert aufgenommen und schaffte es auf diverse Bestenlisten. Das Gespräch mit der Autorin führt Dr. Stefan Ulrich, profunder Italienkenner und stellvertretender Leiter des Meinungsressorts der Süddeutschen Zeitung.

Monika Maron (Veranstaltung am 13.11. im Rathausfoyer), ist 1941 in Berlin geboren, wuchs in der DDR auf, übersiedelte 1988 in die Bundesrepublik und lebt seit 1993 wieder in Berlin. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, darunter „Flugasche“, „Animal triste“, „Endmoränen“, „Ach Glück“ und „Zwischenspiel“, außerdem mehrere Essaybände und die Reportage „Bitterfelder Bogen“. Zuletzt erschien der Roman „Munin oder Chaos im Kopf“. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Kleist-Preis (1992), dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2003), dem Deutschen Nationalpreis (2009), dem Lessing-Preis des Freistaats Sachsen (2011) und dem Ida-Dehmel-Preis (2017). Über ihren jüngsten Roman „Munin“ und ihr Schaffen und Leben spricht mit ihr Cornelia Zetzsche, Bayerischer Rundfunk.

Jaroslav Rudiš (Veranstaltung am 14.11. im kleinen theater), wurde 1972 im tschechischen Turnov (Böhmen) geboren, ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker. Rudiš ist Autor zahlreicher tschechischer und deutschsprachiger Romane, Hörspiele, Theaterstücke, Kinodrehbücher, Essays und Musikprojekte. Die Geschichte Mitteleuropas und die Geister der Vergangenheit sind immer wieder Gegenstand von Rudiš Werken. Zusammen mit dem Grafiker Jaromír 99 schuf er die erfolgreiche und ebenfalls verfilmte Comictrilogie „Alois Nebel“. Als Musiker hat Rudiš 2007 zusammen mit Jaromír 99 die Band Jaromír 99 & The Bombers und 2013 die Kafka Band, die den Roman „Das Schloss“ von Franz Kafka musikalisch umgesetzt hat, gegründet. Von allem diesem Wirken wird Rudiš bei seiner Literaturshow bei den Landshuter Literaturtagen einen Eindruck vermitteln.
Zitat aus dem jüngsten Buch „Der Besuch von Herrn Horváth“: „Ich fasse es einfach nicht. Wer hat die niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU? Wir Tschechen. Das höchste Wirtschaftswachstum? Wir Tschechen. Das beste Bier? Wir Tschechen. Und warum? Weil wir in der EU sind, obwohl das gute Bier, das gab's schon vorher. Aber wer schreit seit Jahren, er will raus aus der EU? Wir Tschechen. Da stimmt doch was mit uns nicht.“

Oliver Karbus (Veranstaltung am 19.11., Theklakapelle), wurde 1956 in Bad Ischl geboren und arbeitet als Regisseur, Schauspieler, Literat, Rezitator und Übersetzer.
Er inszenierte und inszeniert u.a. am Staatstheater Nürnberg, Staatstheater Karlsruhe, an den Theatern Krefeld-Mönchengladbach, Theater Heilbronn, Theater Augsburg, Tiroler Landestheater Innsbruck, Stadttheater Ingolstadt, Stadttheater Bruneck, Rittner Sommerspiele Südtirol, am Theater in Kempten und am Landestheater Niederbayern. In Landshut ist er aber auch durch seine Lyrik-Lesungen bekannt.

Catalin Dorian Florescu (Veranstaltung am 20.11. in der Buchhandlung Hugendubel), wurde 1967 in Timisoara, Rumänien, geboren. Seit 1982 lebt er in der Schweiz. In Zürich studierte er Psychologie und Psychopathologie. Seit Dezember 2001 lebt er als freier Autor in Zürich. Sein jüngster, sehr erfolgreicher Roman ist „Der Mann, der das Glück bringt“. Sein jüngstes Sachbuch heißt „Die Freiheit ist möglich“ (2018). Florescu sagt von sich: „Ich bin ein osteuropäischer Schriftsteller, der Deutsch schreibt.“

Annette Kolb (Veranstaltung am 22.11. im Rathausfoyer), wurde am 3. Februar 1870 in München geboren, ihr Vater war Deutscher, ihre Mutter Französin. Große öffentliche Anerkennung erfuhr erstmals ihr Romandebüt „Das Exemplar“, 1913 bekam sie dafür den Fontane-Preis. Ihr Lebenswerk und ihr ständiges Bemühen um die deutsch-französischen Beziehungen werden neben anderen hohen Auszeichnungen mit der Erhebung zum Ritter der französischen Ehrenlegion, dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, dem Bayerischen Verdienstorden und dem Orden Pour le mérite geehrt. Vorgestellt werden Werk und Autorin von Heidi Prax in der Reihe „Bücher und mehr“ der Stadtbücherei Landshut.

Lisa Gusel (Veranstaltung am 25.11., Barockdachstuhl der Lebenshilfe) ist Bibliotheksassistentin in der Stadtbücherei Landshut und setzt sich intensiv mit bairischer Literatur auseinander. Viele Jahre war sie Ensemblemitglied des Theaters Nikola, ist seit Jahrzehnten im Festspiel der Landshuter Hochzeit. In Landshut ist sie eine gern gehörte, sehr populäre Rezitatorin. Neben ihrer Beteiligung an der Lesereihe „A kracherts Schweiners“ erforscht sie in ihren Leseabenden gerne Biografien und Literaturen von Frauen.

Lukas Ullrich und Till Florian Beyerbach (Veranstaltung am 15.11., Schulvorstellung, geschlossene Veranstaltung) Außerdem wird es am Hans-Carossa-Gymnasium und im Maristengymnasium Furth schulinterne Veranstaltungen geben mit der Theatergruppe „Eure Formation“, die das selbst produzierte Stück „Nach Europa“ zeigen werden. „Nach Europa“ ist ein europäisches Theaterstück: Zwei Personen auf der Flucht – verstrickt in ihre ganz eigenen Vorstellungen von Europa. Ein berührendes, informatives und kurzweiliges Theaterstück zum Zustand der Demokratie und darüber, dass Frieden und Gerechtigkeit möglich sind und wir für ein demokratisches Europa einstehen müssen, wenn wir es schützen wollen. Die Produktion kommt direkt an die Schulen und richtet sich an alle Interessierten ab 14 Jahren. Eine Bereicherung für den Unterricht, die zur Vertiefung des Lehrplanthemas beiträgt.


10.10.2018

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