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Neues aus Landshut

„Mitte 80 ja, aber doch keine 100“

Das Alter eines Menschen zu erraten, ist nicht jedermanns Sache und kann unter Umständen auch mal dazu führen, am liebsten im Erdboden versinken zu wollen. Doch genau das Gegenteil war jüngst bei Oberbürgermeister Alexander Putz der Fall – er sorgte bei Amanda Bäumel, einer Landshuter Bürgerin für ein strahlendes Gesicht, schätzte er sie doch gleich 15 Jahre jünger – nämlich auf Mitte 80. Und wer Amanda Bäumel sieht und kennt, kann Oberbürgermeister Alexander Putz da nur voll und ganz beipflichten: „Sie sind doch keine 100 Jahre alt!“, sagte er am Dienstag überrascht, als er sie zu ihrem Ehrentag zu Hause beglückwünschte.

Viele Gratulanten empfangen hat Amanda Bäumel zu ihrem 100. Geburtstag, darunter OB Putz (3.v.r.) und Stiftspropst Dr. Baur (3.v.l.), ihr Sohn Christian (l.) und Schwiegertochter Waltraud (r.), Enkelin Ute Gruber (2.v.r.) sowie Volker Theinhardt, der für seine geliebte Cousine extra aus Paris angereist ist.

 

Leise Zweifel beschlichen ihn ja bereits beim Betreten des Wohnhauses: Viele Treppen bis zur Wohnung und kein Aufzug? Doch für die Jubilarin kein Hindernis, wie sie selbst sagte: „Ich trage immer gleich mehrere Sachen auf einmal, damit ich nicht so oft rauf- und runterlaufen muss“, ergänzte sie. Über die persönlichen Glückwünsche und das vom Oberbürgermeister mitgebrachte Blumenpräsent sowie einen Geburtstagsbrief des Bayerischen Ministerpräsidenten freute sich die 100-Jährige sehr, die Putz im Kreise ihrer Familie herzlich und vor allem sehr gastfreundlich empfing. „Sie strahlen so eine Fröhlichkeit aus“, sagte der OB und zeigte sich beeindruckt, wie fit und selbstständig Amanda Bäumel ist.

Begeistert war auch ein weiterer Ehrengast: Stiftspropst Monsignore Dr. Franz Joseph Baur, der der Jubilarin „von Herzen in großer Verbundenheit“ gratulierte. Optimismus und die Selbstständigkeit, die sich die gebürtige Augsburgerin bis heute beibehalten hat, ziehen sich durch ihr ganzes Leben. Bis ins hohe Alter von 75 Jahren arbeitete sie als Geschäftsführerin in einem Kfz-Zubehör-Unternehmen, bei dem sie im Jahre 1933 als Buchhalterin begann. Die Arbeit habe ihr immer viel Freude bereitet – 12-Stunden-Tage waren für sie keine Ausnahmen. Im Mittelpunkt stand für sie stets ihre Familie mit ihren beiden Kindern. Als Amanda Bäumels Mann verstarb, den sie mit 24 Jahren heiratete, war sie erst 57 Jahre alt. Da die gebürtige Augsburgerin bis dato keinen Führerschein besaß, holte sie mit Ende 50 einfach die Prüfung nach. Noch bis vor fünf Jahren, also im Alter von 95, fuhr sie mit ihrem Auto jede Woche zu ihrer Tochter nach München. Ans Führerschein-Abgeben denkt sie freilich nicht. Es solle ja schließlich bald das autonome Fahren kommen, weiß Amanda Bäumel zu berichten, die stets bestens über das aktuelle Zeitgeschehen informiert ist. Darüber hinaus hält sich die Jubilarin mit Gedächtniskursen fit, die sie regelmäßig im Hl. Geistspital besucht. Nicht selten kommt es dabei vor, dass manch ein Kurskollege versucht, bei ihr abzuschreiben.

„Ich bin zufrieden“, sagte Amanda Bäumel an ihren Ehrentag gut gelaunt, die auf ein erfülltes Leben zurückblickt – liebevoll umsorgt von ihrer Familie, zu der ihre zwei Kinder, zwei Enkel und fünf Urenkel zählen. Kürzlich sei sie sogar Ururoma geworden, erzählte sie stolz. Damit der Oberbürgermeister auch weiß, von wem sie spricht, ging sie kurzerhand an die mit Familienfotos behangene Zimmerwand, nahm ein Bild ab und zeigte Putz darauf stolz ihren Ururenkel. Ihre Devise, um jahrhundertalt zu werden: „Nicht rauchen, nicht trinken und Sport treiben.“ „Heute in einem Jahr komme ich wieder vorbei“, verabschiedete sich der Rathauschef und ergänzte: „Es ist eine große Bereicherung, einen so fröhlichen Menschen in einem so würdigen Alter zu treffen.“


01.02.2018

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