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Neues aus Landshut

„Mitten ins Herz“ mit Texten von Nelly Sachs am 12. November

Am Sonntag, 12. November, wird die literarisch-musikalische Reihe „Mitten ins Herz“ fortgesetzt. Einen kleinen Ortswechsel erfährt die Veranstaltung diesmal: Wegen Umbaumaßnahmen in der Stadtbücherei findet sie nicht, wie üblich, im Lesecafé statt, sondern unten im Saal des Salzstadels. Die Matinee beginnt um 11 Uhr und dauert ungefähr eine Stunde. Nach Ilse Aichinger (im Januar) und Hilde Domin (im Oktober) steht im November mit Nelly Sachs eine weitere große deutsch-jüdische Schriftstellerin im Mittelpunkt der Lesung. Heinz Oliver Karbus, Schauspieler und Regisseur, liest Texte und Gedichte der „Dichterin des jüdischen Schicksals“, die in einer hochemotionalen, herben und dennoch zarten Sprache das Grauen des Holocaust beschreiben. Martin Kubetz sorgt wieder für den stimmungsvollen musikalischen Rahmen.

Mit Nelly Sachs, einer großen deutsch-jüdischen Schriftstellerin, geht die „Mitten ins Herz“-Lesereihe der Stadtbücherei mit Schauspieler und Regisseur, Heinz Oliver Karbus (links), sowie Musiker Martin Kubetz (rechts) am 12. November weiter. Bitte beachten: diesmal wird in den Salzstadel-Saal ausgewichen.

 

Leonie („Nelly“) Sachs wurde am 10. Dezember 1891 in Berlin geboren. Sie war das einzige Kind wohlhabender jüdischer Eltern und wuchs bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten behütet auf. Sie begann schon früh zu schreiben. Mit 17 verfasste sie erste Gedichte im Stil des literarischen Impressionismus. In den 30er Jahren setzte sie sich in ihren Werken mit dem wachsenden Faschismus in Deutschland und mit ihren jüdischen Wurzeln auseinander.
Im Mai 1940 entkam Nelly Sachs zusammen mit ihrer Mutter mit der letzten Passagiermaschine, die Tempelhof Richtung Stockholm verließ, dem Holocaust. Am Morgen jenes Tages hatte sie gleichzeitig den Befehl zum Abtransport nach Auschwitz und das schwedische Visum erhalten.
Nelly Sachs‘ Lyrik veränderte sich unter dem Eindruck der Verfolgung und des Krieges. Ihre Gedichte wurden Totenklagen. 1950 starb ihre Mutter, was sie psychisch schwer traf.
1952 erhielt sie die schwedische Staatsbürgerschaft. In der BRD wurde die Dichterin trotz ihrer großen Produktivität bis Ende der 50er Jahre ignoriert. Erst 1959 nach der Ausstrahlung eines schon Anfang des Jahrzehnts verfassten Dramas (Eli. Ein Mysterienspiel vom Leiden Israels) in Hörspielform wurde sie von der jungen Literaturwelt der BRD „entdeckt“.
Als erste Frau erhielt sie 1965 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.
1966, an ihrem 75. Geburtstag, wurde ihr der Literaturnobelpreis verliehen.
Nelly Sachs starb am 12.Mai 1970 in Stockholm.
In einem Brief an den Germanisten Walter A. Berenson schrieb Nelly Sachs, sie wolle „hinter meinem Werk verschwinden …“ und “nur eine Stimme sein, ein Seufzer für die, die lauschen wollen.“ Alle Zuhörer sind eingeladen, dieser eindrucksvollen Stimme zu lauschen, die „mitten ins Herz“ trifft.
Karten für 7 Euro sind ab sofort in der Stadtbücherei im Salzstadel erhältlich. Es wird gebeten, zu beachten, dass die Bücherei vom 6. November an für zwei Wochen bis 20. November geschlossen ist. Karten-Vorbestellungen sind möglich unter Telefon 0871/22787.


23.10.2017

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