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Neues aus Landshut

Bundestagswahl: Wahlforscher zu Gast in Landshut

Das vielleicht Spannendste an einem Wahltag in Deutschland sind die 18-Uhr-Prognosen der beiden öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF: Danach stehen Sieger und Verlierer eines Urnengangs für die Zuschauer meist schon vor Beginn der Stimmauszählung fest. Bei der Bundestagswahl, die am 24. September stattfindet, dürfte das kaum anders sein. Diesmal werden in die Prognose auch Zahlen aus der Stadt Landshut einfließen: Das von der ARD mit der Wahlforschung beauftragte Institut Infratest-dimap hat als einen von bundesweit 624 Stimmbezirken seiner repräsentativen Stichprobe den Stimmbezirk 26 Mittelschule St. Wolfgang ausgewählt.

So sieht ein Musterstimmzettel in einem der Landshuter Stimmbezirke aus, der für die Erstellung der repräsentativen Wahlstatistik ausgesucht wurde: Oben links befindet sich – hier grün markiert – der Unterscheidungsaufdruck nach Geschlecht und Altersgruppe.

 

Doch wie gewinnen Forschungsinstitute die für die Nachwahlerhebung („Exit Poll“) nötigen Daten? Infratest-dimap teilte der Stadt dazu mit, dass die Wählerinnen und Wähler eines ausgewählten Wahlbezirks nach der Stimmabgabe von einem Korrespondenten des Instituts gebeten werden, einen kurzen Fragebogen auszufüllen. „Die Teilnahme ist freiwillig und anonym“, heißt es weiter. In dem Fragebogen wird nach der Wahlentscheidung sowie nach Alter und Geschlecht gefragt. Ebenfalls eingesetzt werden auch ausführlichere Fragebögen, die darüber hinaus zusätzliche Fragen beispielsweise zum Schulabschluss, zur Berufstätigkeit und zu wahlentscheidenden Aspekten beinhalten. Die Ergebnisse dieser Befragungen melden die eingesetzten Korrespondenten stündlich in die Datenzentrale des Instituts, wo dann die eigentliche Prognose von Infratest-dimap erstellt wird. Diese wird nach Schließung der Wahllokale, also um Punkt 18 Uhr, in der ARD präsentiert.
Fester Bestandteil der Wahlberichterstattung von ARD und ZDF sind auch die Hochrechnungen. Diese werden für die ARD ebenfalls von Infratest-dimap auf der Basis bereits vorliegender Stimmbezirksergebnisse erarbeitet. Der Korrespondent ist deswegen auch bei der öffentlichen Stimmauszählung dabei und meldet die Resultate so schnell wie möglich an das Institut.
Die vom ZDF mit der Erstellung der Hochrechnungen beauftragte Forschungsgruppe Wahlen (FGW) verfährt wohl ähnlich und greift dafür auch auf die Resultate zweier Landshuter Stimmbezirke zurück. Die FGW entschied sich für die Stimmbezirke 18 - Sterncenter und 58 - Pfarrzentrum Heilig Blut. Nachwahlbefragungen finden in diesen beiden Wahllokalen dagegen nicht statt, sodass auch keine Landshuter Daten in die ZDF-Prognose Eingang finden.
Mit der Analyse von Wahlergebnissen befassen sich indes nicht nur Institute, sondern auch der Bundeswahlleiter. Er erstellt mit seinen Mitarbeitern eine sogenannte repräsentative Wahlstatistik, die dem Informationsbedarf dienen soll. Diese Statistik gibt demnach Aufschluss über das Wahlverhalten verschiedener Bevölkerungsgruppen, und zwar über die Wahlbeteiligung und Stimmabgabe nach Alter, Geschlecht und Bundesländern. Für diese repräsentative Wahlstatistik werden durch eine mathematische Zufallsstichprobe 2750 der bundesweit rund 88000 Wahlbezirke ausgewählt, wobei diese mindestens 400 Wahlberechtigte umfassen müssen (Briefwahlbezirke: mindestens 400 Wähler).
In Landshut sind diesmal gleich drei Urnen- und zwei Briefwahlbezirke betroffen. Es handelt sich dabei um die Stimmbezirke 20 - Pfarrheim St. Nikola II, 23 - TC Rot-Weiß Landshut und 31 - Staatliche Berufsschule I sowie um die Briefwahlbezirke 7 und 10. Für die Wähler in diesen Bezirken ändert sich grundsätzlich gar nichts: Sie füllen einfach den erhaltenen amtlichen Stimmzettel aus. Einziger Unterschied: Diese Stimmzettel sind oben links mit einem Unterscheidungsaufdruck nach Geschlecht und Altersgruppe versehen. Personenbezogene Daten werden natürlich nicht erhoben, denn oberster Grundsatz ist die Wahrung des Wahlgeheimnisses. Aus diesem Grund dürfen auch keine Resultate für einzelne Stichprobenwahlbezirke veröffentlicht werden.
Die Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik werden voraussichtlich im Januar 2018 vorliegen und stehen dann im Internetangebot des Bundeswahlleiters unter der Adresse www.bundeswahlleiter.de kostenlos als Download zur Verfügung.

 


15.09.2017

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