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Islamismus

Die unter Islamismus heute geprägte Bewegung und Weltanschauung ist kein Phänomen der heutigen Zeit, sondern hat seine Wurzeln schon in den 1970-er Jahren im Iran. Dabei gibt es starke Divergenzen, was in den jeweiligen Ursprungsländer darunter zu verstehen ist.

Nicht zu verwechseln ist der Begriff Islamismus mit Islam, was eine reine Reglionsbezeichnung ist. Islamisten dagegen, so die gängigen Definitionen, sehen den Islam als absolute, inhaltlich nicht diskutierbare Lebens- und Staatsordnung, die nur Gott, nicht die Menschen als Souverän und Legitimation allen menschlichen Tuns setzt. In dieser Grundhaltung bedingt ist damit auch die Ablehnung demokratischer Verfassungen. Diese intolerante Sicht beinhaltet dann letztlich auch das Potenzial zu fanatischen Ansichten und zur radikalen Anwendung von Gewalt, bis hin zu staatenübergreifendem Terrorismus.

Radikalisierung

Oft sind es die Eltern, Angehörigen, Freunde oder Lehrer, denen als erstes eine Radikalisierung eines meist jungen Menschen auffällt. Dieser zieht sich oft zunehmend zurück, der Kontakt wird erschwert.

Im Bundesamt für Migration arbeiten in einer Hotline der Beratungsstelle Radikalisierung seit Jahren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die wichtigsten Fragen kompetent beantworten können. Unter den Mitarbeitenden sind Sozialpädagogen, Politikwissenschaftler, Islamwissenschaftler und Psychologen; alle entsprechend geschult, die Gespräche zu führen.

Beraten wird in den Sprachen Deutsch, Französisch, Usbekisch, Persisch, Türkisch, Arabisch, Englisch, Farsi, Russisch oder Urdu.

Die Beratungsstelle ist Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer +49 911 943 43 43 erreichbar.

Die ersten Antworten auf die wichtigsten Fragen, um eine angehende Radikalisierung zu erkennen, ist in einem Fragenkatalog zusammengefasst.

Salafismus

Um einer Radikalisierung entgegenzuwirken und dem Terrorismus dadurch den Nährboden zu entziehen, arbeiten das Innen-, Justiz-, Kultus- und Sozialministerium seit 2015 verstärkt im „Bayerischen Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung gegen Salafismus“ zusammen. Seit Ende November 2016 bietet das Netzwerk im Internet unter www.antworten-auf-salafismus.de umfassende Informationen und Angebote.

Kostenlose Informationen dazu gibt es auch in vielen Landessprachen

Bundesweite Ansprechpartner und Hilfsangebote

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat eine bundesweite Datenbank erstellt, in der alle geprüften Ansprechpartner und Hilfsangebote aufgelistet werden.

Weitere Dienste

Die Definition von Islamismus (verkürzt)

Als Islamismus bezeichnet man eine politische Bewegung, deren Anhänger und Anhängerinnen sich auf eine alte Version des Islam berufen und eine entsprechende islamische Ordnung herstellen möchten. Diese Ordnung sollte ihrer Meinung nach alle anderen Gesellschaftsformen ersetzen. Das Vorbild ist ihre Auslegung des Korans, also der heiligen Schrift des Islam. Islamisten und Islamistinnen sind nur eine kleine Minderheit der Muslime. Manche von ihnen möchten ihre Version des Islam sogar mit Gewalt durchsetzen und meinen, dass im Koran die Aufforderung zu einem Krieg gegen Andersgläubige zu finden sei. Deshalb wird Islamismus oft auch als Islamischer Terrorismus oder Islamischer Fundamentalismus bezeichnet. Im Zusammenhang mit Islamismus wird häufig die Terrororganisation Al Kaida genannt, die für die Attentate des 11. September 2001 in den USA verantwortlich ist. (Quelle: Politik-Lexikon für junge Leute im Auftrag des österreichisches Innenministeriums)