{$bannertitle}
RSS-FeedSchreibenSeite drucken
Hilfe
Startseite       Pfad:  / Rathaus / Referat 1 / Stadtarchiv / Geschichte der Stadt / 1506-1800

1506-1800

Albrecht IV., der Weise, nun Herzog eines geeinten Bayern, erließ aus den schrecklichen Erfahrungen des Erbfolgekrieges heraus im Jahr 1506 das Primogeniturgesetz, demgemäß nur dem ältesten Sohn die Regentschaft im Herzogtum zufiel.
Herzog Ludwig X. jedoch konnte seine Herrschaftsansprüche für seine Person durchsetzen, da er vor dem Erlass des Primogeniturgesetzes geboren worden war. Er wählte Landshut zu seiner Residenzstadt. Dieser kunstsinnige Herzog erbaute in der Altstadt mit der Stadtresidenz den ersten Renaissancepalast nördlich der Alpen (1536-1543). Der italienische Bau ist mit einer Vielzahl beeindruckender Wand- und Deckenmalereien ausgestattet. Gestaltet wurden sie von Giulio Romano, dem Holländer Hermann Posthumus, dem Salzburger Hans Bocksberger und dem Ingolstädter Ludwig Refinger.

 

Die Stadtresidenz von Herzog Ludwig X.
Die Stadtresidenz von Herzog Ludwig X.

Kronprinz Wilhelm V. und Renata von Lothringen verbrachten die ersten Jahre ihrer Ehe (1568 bis 1579) auf der Trausnitz, bevor Wilhelm seinem Vater als Herzog nachfolgte. In der Burg ließen sie die Narrentreppe mit Motiven der Commedia dell‘Arte, der italienischen Stegreifkomödie, anlegen.
Landshut war im 16. Jh. ein Zentrum von Kunst und Kultur. Der Bildschnitzer Hans Leinberger fertigte seine berühmten Skulpturen. Die Harnischmacher Mathes Deutsch und Franz Großschedel sowie die Glockengießer Matheus Herl und Andre Mannsteiner waren in ganz Europa bekannt.

Der Mathematiker, Geograph, Kartograph und Astronom Peter Apian erstellte die astronomischen Angaben für die Sonnenuhr auf der Trausnitz. Martin Luther ließ eines seiner frühen Werke in der renommierten Landshuter Buchdruckerei von Johann Weysenburger drucken. Friedrich Sustris und Alessandro Scalzi prägten die Trausnitz im Stil der Renaissance. Orlando di Lasso komponierte mehrere seiner Meisterwerke in der Stadt und heiratete eine Landshuterin. Ein enger Berater und Lehrer Herzog Ludwigs X. war der große bayerische Chronist und Humanist Johannes Thurmair, genannt Aventin.

Erst der verheerende Dreißigjährige Krieg brachte eine deutliche Zäsur für die Stadt. 1634 eroberten und plünderten die Schweden Landshut. Durch Krieg und Pest starben mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Es sollte 200 Jahre dauern, bis sich die Stadt davon erholen konnte.

 

Die Belagerung Landshuts durch die Schweden am 22.07.1634. Kupferstich von Matthäus Merian dem Älteren, 1639
Die Belagerung Landshuts durch die Schweden am 22.07.1634. Kupferstich von Matthäus Merian dem Älteren, 1639

Mit dem Beginn des 18. Jahrhunderts entfalteten sich Barock und Rokoko. Johann Baptist Zimmermann gestaltete den Innenraum der Dominikanerkirche um. Die Bildschnitzer Wenzel Jorhan und Christian Jorhan der Ältere schufen eindrucksvolle Skulpturen.

Weitere Dienste