Stadt Landshut
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Hochwasserschutz

 

Gebäudeschäden durch hohes Grundwasser und Flusshochwasser vermeiden  -

1. Grundwasser kann in Isarnähe bis an die Oberfläche ansteigen

Das Stadtgebiet Landshut ist durch die Flutmulde vor einem hundertjährlichen Hochwasserereignis der Isar weitgehend geschützt. Der Wasserspiegel der Isar beeinflusst aber auch die Höhe des Grundwassers. Deshalb kann der Grundwasserspiegel bei hohen Wasserständen in der Isar bis an die Oberfläche ansteigen und entsprechend Gebäudeschäden verursachen. Das Amt für öffentliche Ordnung und Umwelt der Stadt Landshut weist daher auf die notwendigen Schutzmaßnahmen für undichte Keller und bei Heizöllagerung hin.

Im Isartal beträgt der Abstand des Grundwassers zur Geländeoberfläche in der Regel nur wenige Meter. Grundwasserspiegel und Wasserspiegel der Isar beeinflussen sich gegenseitig. Führt die Isar Hochwasser, steigen auch die Grundwasserstände, im Extremfall bis zur Geländeoberfläche.

Insbesondere in den Stadtteilen im Nahbereich der Isar und der Flutmulde kann es deshalb bei hohen Wasserständen der Isar oder durch Flutung der Flutmulde durch aufsteigendes Grundwasser zu einer Vernässung oder Überschwemmung von undichten Kellern kommen. Demzufolge können in diesen Bereichen Maßnahmen gegen eindringendes Wasser notwendig werden, obwohl die Gebiete nicht vom Hochwasser der Isar bedroht sind.

Im Keller gibt es viele Wege, über die das Grundwasser in das Gebäude eindringen kann. Wurden die Kellersohle oder die Wände und die Fugen nicht wasserdicht hergestellt, kann das Grundwasser langsam einsickern. Jede Durchführung von Leitungen wie Wasser, Gas, elektrischer Strom oder Telefon bildet eine Öffnung für das Grundwasser, wenn die Leitungen nicht wasserdicht in die Wände eingebunden wurden. Tieferliegende Lichtschächte, Kellerfenster oder Türen können ebenfalls Eindringwege für das Grundwasser bilden.

Um Schäden gering zu halten, gibt es zwei grundsätzliche Strategien: Widerstehen oder Nachgeben. Sofern bei Altbauten das Abdichten des Kellers nicht möglich ist, kann die gezielte Flutung sinnvoll sein. Dazu müssen alle elektrischen Anlagen samt der Heizung und der Lagerung der Brennstoffe in den Dachboden oder in ein Nebengebäude verlegt. Im Keller wird nur leichtes Mobiliar gelagert, das im Gefahrenfall schnell in ein oberes Stockwerk geräumt werden kann.

Die Strategie „Widerstehen“ bedeutet, der Keller wird wasserdicht gestaltet. Dazu müssen Kellerwände, Durchführungen, Lichtschächte und Türen abgedichtet bzw. durch mobile Systeme geschützt werden. Weiter kann es sinnvoll sein, einen Pumpensumpf vorzusehen, aus dem dann das restliche eindringende Wasser mit einer kleinen Pumpe nach außen gepumpt werden kann.

Besonderes Augenmerk muss auf die Heizöllagerung gelegt werden. Insbesondere im Frühjahr steigt durch die Schneeschmelze in den Alpen der Wasserspiegel der Isar und damit das Grundwasser im Isartal. Nach der Heizperiode sind die Heizöltanks meist wenig befüllt. Dringt Wasser in einen Heizölkeller ein, droht der Tank wie ein Schiff aufzuschwimmen. In der Folge reißen die Leitungen ab und Heizöl tritt aus. Neben der Gewässerverunreinigung können dadurch erhebliche Schäden am Gebäude entstehen. Dies kann durch den intensiven Heizölgeruch aus dem Mauerwerk bis zur Unbewohnbarkeit führen. Durch aufschwimmende Tanks können außerdem enorme Kräfte auf die Kellerdecke wirken. Ein leerer 10.000 Liter-Tank würde beispielsweise bei einem voll gefluteten Keller mit 10 Tonnen gegen die Kellerdecke drücken. Die wenigsten Kellerdecken würden diesem Druck standhalten. Daher müssen Heizöltanks unbedingt gesichert werden, wenn eindringendes Grundwasser möglich ist.

Die Tanks werden mit Bändern nach unten gesichert und im Boden oder über die Mauern verankert. Ältere Tanks können teilweise nicht gegen Auftrieb gesichert werden. Hier müssen andere Maßnahmen getroffen werden. Beispielweise können die Tanks in ein ebenerdiges Nebengebäude verlegt werden oder im Zuge der Heizungsrenovierung wird auf ein anderes Heizungssystem mit einem anderen Brennstoff umgestellt.

Die Stadt Landshut weist ausdrücklich darauf hin, dass die Verantwortlichkeit für den Schutz gegen eindringendes Grundwasser und die Sicherung vorhandener Heizöltanks durchwegs beim Eigentümer liegt. Es wird dringend empfohlen, den eigenen Keller kritisch zu prüfen und ggf. einen sinnvollen vorbeugenden Schutz zu entwickeln.

Weitere Informationen enthält die „Hochwasserschutzfibel“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Die Fibel enthält auch Informationen für hohe Grundwasserstände und gibt Hinweise zur Abdichtung von Kellern.

 

2. Flusshochwasser von Isar, Schweinbach, Pfettrach, Roßbach, Klötzlmühlbach, Osterbach kann insbesondere bei Extremhochwasserereignissen viele betreffen

Grundsätzlich gelten die obigen Ausführungen auch, wenn nicht Grundwasser, sondern Flusshochwasser zu Überschwemmungen führt. Für die unterschiedlichen Gewässer im Stadtgebiet Landshut sind unter Überschwemmungsgebiete die Überschwemmungskarten für jeweils zwei unterschiedliche Hochwasserereignisse hinterlegt. Große Betroffenheiten ergeben sich insbesondere für den Fall von Extremhochwasserereignissen. Die Hochwasserschutzeinrichtungen sind in der Regel maximal auf hundertjährliche Hochwasserereignisse ausgerichtet. Für darüber hinausgehende Hochwässer werden technische Schutzeinrichtungen nicht ausgelegt. Der § 5 Absatz 2 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG)  legt neuerdings auch ausdrücklich eine Eigenverantwortung der von Hochwasser betroffenen Personen fest und verpflichtet Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Geeignete Vorsorgemaßnahmen sind in der Hochwasserschutzfibel des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung dargestellt. Eigentümer von Grundstücken in Überschwemmungsgebieten sollten in jedem Fall auch prüfen, ob der Abschluss einer Elementarschadensversicherung möglich ist. Nicht zutreffend ist, dass Grundstücke bzw. Gebäude im Überschwemmungsgebiet generell nicht versichert werden können. Die Versicherer nutzen lediglich ein eigenes Kartensystem (System ZÜRS), so dass sich die behördliche Einstufung und die der Versicherer unterscheiden können.

 

3.Gefahren- App

Damit sich die Bürger auch selbst bestmöglich vor Hochwassergefahren schützen können, stellt das Bay. Umweltministerium die kostenlose App "umweltinfo" zur Verfügung. Die App informiert in Echtzeit und standortbezogen über den Wasserstand der Flußpegel und warnt den Nutzer vor aktuellen Hochwassergefahren. Die Nutzer bekommen bei einem drohenden Hochwasser direkt eine Push-Meldung auf ihr Smartphone. Mit der App kann sich jeder Bürger in Bayern vor Naturgefahren wie Hochwasser, Ozon, Lawinen oder Unwetter warnen und individuell über seine Umweltsituation informieren lassen. 

App-Umweltinfo