Stadt Landshut
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Gerüche und Geruchsbelästigungen

Stoffe, welche den Geruchsinn ansprechen und Geruchsempfindungen auslösen, werden als Geruchsstoffe bezeichnet. Wissenschaftlich noch ungeklärt ist, welche chemischen Strukturmerkmale für die geruchstragenden Eigenschaften verantwortlich sind. Dadurch ist die Erfassung und Bewertung von Geruchsstoffen derzeitig noch mit großen Schwierigkeiten verbunden.

Nach gegenwärtigen Erkenntnissen müssen Geruchsstoffe zumindest über die folgenden grundlegenden Eigenschaften verfügen:

  • Flüchtigkeit - denn lediglich flüchtige Stoffe gelangen in die Nase.
  • Wasserlöslichkeit - diese gewährleistet, dass die Stoffe die Nasenschleimhaut durchringen und so zu den dahinterliegenden Geruchsrezeptoren gelangen können.
  • Fettlöslichkeit - denn nur ausreichend fettlösliche Stoffe können in die Membran der Riechzellen eindringen.

Geruchsstoffe sind in vielen Fällen organische Verbindungen, die im Regelfall nicht als Reinstoff sondern in Form von Gemischen anzutreffen sind. Dabei ist die Geruchswirkung eines Gemischs sowohl von dessen einzelnen Bestandteilen als auch von den vorherrschenden Umgebungsbedingungen wie der Temperatur abhängig.

Geruchsstoffgemische werden bei einer Vielzahl von Prozessen freigesetzt. Letztere können natürlichen oder menschlichen Ursprungs sein. Zu den bedeutendsten Prozessen zählen die folgenden:

  • Gärung
  • Fäulnis
  • Thermische Zersetzung

In welchen Umfang die Gerüche freigesetzt werden ist von vielerlei Parametern abhängig. Von Bedeutung sind unter anderem die Strömungsgeschwindigkeit der vorbeiziehenden Luft, die Flüchtigkeit des Stoffes sowie die Temperatur.

Wahrnehmung und Bewertung von Gerüchen

Als Geruchsschwelle wird die Konzentration eines Geruchstoffes bezeichnet, die eine Geruchsempfindung beim Menschen hervorruft. Im gegenseitigen Einvernehmen haben sich die Wissenschaftler darauf geeinigt, dass die Geruchsschwelle als die Konzentration definiert wird, bei der ein Proband bei der Hälfte aller Proben einen Geruch wahrnimmt. Geruchsschwellen können lediglich für Reinstoffe nicht für Gemische angegeben werden.

Die Geruchsintensität ist diejenige Größe, welche die Stärke eines Geruches definiert. Die Geruchsintensität nimmt mit der Konzentration eines Geruchsstoffes zu. Hierbei besteht nicht zwangsweise ein linearer Zusammenhang. Dies bedeutet, dass eines Verdopplung der Konzentration eines Geruchsstoffes nicht zwangsweise zu einer Verdopplung der Intensität führen muss. Die Geruchsintensität kann sich beispielweise bei einer Verdopplung der Stoffkonzentration auch vervierfachen.

Allgemein bekannst ist, dass man sich mit der Zeit an Gerüche gewöhnt. Dieser als Adaption bezeichnete Prozess ist umso höher je größer die Geruchsstoffkonzentration ist.

Die gefühlspezifische Wirkung eines Geruches reicht von angenehm bis unangenehm. Sie wird auch als Geruchsqualität bezeichnet. Die Geruchsqualität ist abhängig von persönlichen Erfahrungen/Erinnerung sowie von der gesundheitlichen Verfassung. Für Gerüche existieren außerdem verschiedenste Klassifizierungssysteme. Innerhalb eines Systems werden die Gerüche in verschieden Grundgerüche bzw. Geruchsnoten wie beispielweise blumig oder minzig eingeteilt.

Physiologische und psychologische Wirkungen

Geruchsstoffe bzw. Geruchsreize verursachen sowohl physiologische als auch psychologische Wirkungen.

Zu der physiologischen Wirkung von Gerüchen zählt zum Beispiel die sogenannte Alarmwirkung. Dies bedeutet, dass der menschliche Organismus durch die Einwirkung eines Geruchsstoffes in Alarmbereitschaft versetzt wird - die Pupillen erweitern sich, die Blutgefäße verengen sich.

Die psychologische oder auch belästigende Wirkung eines Geruches ist eine der wichtigsten Wirkkategorien. Angenehme Gerüche wirken generell weniger belästigend als unangenehme. Hinsichtlich der belästigenden Wirkung spielen persönliche Erfahrungen und Erinnerung eine signifikante Rolle - ebenso wie die gesundheitliche Situation des Betroffenen.

Geruchsemissionen aus Anlagen

In nachfolgenden Wirtschaftsbereichen kommt es häufig zu Geruchsemissionen:

  • Abfallwirtschaft
  • Landwirtschaft, Tierkörperbeseitigung
  • Nahrungsmittelproduktion
  • Chemische Industrie
  • Kohleindustrie
  • Stahlindustrie
  • Papierindustrie
  • Heizungsanlagen aus Privathaushalten (v. a. holzbefeuert)

 

Bestimmung von Geruchsemissionen

Die Bestimmung von Geruchesemissionen bestehender Anlagen erfolgt in der Regel mit Hilfe von mehreren Probanden. Die Testpersonen riechen an bestimmten Orten zu definierten Zeiten über einen längeren Zeitraum. Mit Hilfe von Ausbreitungsrechnungen können dann die Immissionen - das heißt die Einwirkungen auf die Umwelt - prognostiziert werden.

Die Geruchsauswirkungen von geplanten Anlagen werden hingegen vollständig rechnerisch prognostiziert, sofern keine vergleichbare Anlage zur Beurteilung zur Verfügung steht.

 

Minderungsmaßnahmen

Geruchsbelästigungen können durch die folgenden Maßnahmen vermindert bzw. vermieden werden:

  • Vergrößerung der Abstände zwischen Emissions- und Immissionsort
  • Verdünnung vom Abluftströmen
  • Erhöhung der Schornsteinhöhe
  • Einsatz von Abluftreinigungsanlagen (Aktivkohlefilter, UV-C-Anlagen, ...)

Rechtliche Regelungen

In Bayern gibt es derzeitig keine rechtlich verbindliche Richtlinie, mit welcher Geruchsimmissionen zu bewerten sind. Als Erkenntnisquelle wird jedoch häufig die Geruchs-Immissions-Richtlinie aus Nordrhein-Westfalen, kurz auch als GIRL bezeichnet, herangezogen. Damit der subjektive Charakter von Geruchseinwirkungen weitestgehend nicht in die Bewertung mit einfließt, stellt die GIRL auf die Häufigkeit von Geruchseinwirkungen ab. Vereinfacht bedeutet dies, dass es je nach Lage des Immissionsortes (z. B. im allgemeine Wohngebiet oder Mischgebiet) für eine bestimmte Zeitspanne im Jahr "riechen" darf.

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Montag bis Donnerstag
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Katharina Bukenberger
Luitpoldstr. 29a
84034 Landshut
Tel.: 0871 - 88 15 97
Fax: 0871 - 88 17 82
E-Mail
 

Fachbereich Umweltschutz / Fachk. Stelle f. Wasserwirtschaft

Klaus Kreitmeier
Luitpoldstraße 29a
84034 Landshut
Tel.: 0871 - 88 16 70
Fax: 0871 - 88 17 82
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