Stadt Landshut
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Naturschutzgebiet

"Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite"

Blick über "die Ochsenau" - der Bereich des Naturschutzgebietes, der im Isartal liegt
Blick über "die Ochsenau" - der Bereich des Naturschutzgebietes, der im Isartal liegt

Der „Ehemalige Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite“ südlich des Stadtteils Auloh ist der größte und wertvollste Lebensraumkomplex auf dem Gebiet der Stadt Landshut. Am 26.10.2001 wurde er als Naturschutzgebiet zum Schutz der Natur und zur Erholung ausgewiesen. Das Areal ist mit einer Größe von 280 Hektar ein wichtiges Teilgebiet in der Biotopverbundachse Isartal und ein wichtiger Teil des bayerischen Biotopverbundes BayernNetzNatur. Flächeneigentümer sind die Stadt Landshut, die Heiliggeistspital-Stiftung Landshut und die DBU Naturerbe GmbH.

Das Naturschutzgebiet ist Heimat vieler seltener Tiere und Pflanzen und sein Artenreichtum besonders in der offenen Landschaft der Ochsenau und des Tertiären Hügellandes kann nur durch die dort seit Jahrzehnten praktizierte Beweidung mit Schafen erhalten werden. Im Jahr 1999 wurde ein Pflege- und Entwicklungsplan mit Beweidungskonzept für das Naturschutzgebiet erstellt. Ausgeführt wird es von einem Schäfer, der das Gebiet mit seiner ca. 500-köpfigen Schafherde während der Vegetationszeit beweidet. Die Beweidung wird in enger Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde und der Gebietsbetreuung ausgeführt.

Das Naturschutzgebiet ist durch seine reizvolle Landschaft auch ein einmaliges Erholungsgebiet vor den Toren der Stadt Landshut. Nachdem das Gebiet nach der militärischen Nutzung frei zugänglich geworden ist, hat der Nutzungsdruck durch die Erholungssuchenden (Spaziergänger, teilweise mit Hunden, Radfahrer und Mountainbiker sowie Reiter) stark zugenommen. Demgegenüber stehen sensible Lebensräume mit zum Teil störungsempfindlichen Tierarten, deren Erhalt und Schutz die Ausweisung als Naturschutzgebiet dient.

Zum Erhalt dieser wunderschönen Landschaft sind folgende "Spielregeln", die als Ge- und Verbote in der Naturschutzgebietsverordnung verankert sind, besonders zu beachten:

  • Zwischen 1. März und 31. August dürfen die Wege nicht verlassen werden.
  • Hunde sind ganzjährig anzuleinen
  • Das Befahren mit motorisierten Fahrzeugen ist nicht erlaubt.
  • Zelten und Grillen ist nicht gestattet, Picknicken und Rasten ist nur auf den ausgewiesenen Erholungsflächen erlaubt

Geschichte

Festakt zum 10-jährigen Jubiläum des Naturschutzgebietes am 11.11.2011
Festakt zum 10-jährigen Jubiläum des Naturschutzgebietes am 11.11.2011

Die sogenannte Ochsenau im Isartal bei Auloh, östlich von Landshut wurde bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts als Viehweide genutzt. Seit 1815 war das 2. Schwere-Reiter-Regiment in Landshut stationiert. 1863 erfolgte mit dem  Bau der Max-II-Kaserne die Schaffung einer zweckmäßigen Unterkunft für die Reiter. So kam der Gedanke einen neuen Exerzierplatz speziell für die Kavallerie zu schaffen. 1879 wurden die Verhandlungen mit den Bauern abgeschlossen und so konnte ab 1880 in Auloh damit begonnen werden, den großen Exerzierplatz anzulegen. Die dortigen Bodenverhältnisse wurden aufgrund der Lage im Isartal stark beeinflusst vom Wasserstand der Isar. Darauf lässt auch der Name der Fläche schließen. „Ochsenau“ kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie sumpfiges Gelände. Nicht nur die Bodenverhältnisse bereiteten den Reitern Probleme sondern auch die große Entfernung zur Max-II-Kaserne.

Ab dem Jahr 1925 fanden auf dem Areal in unregelmäßigen Abständen Luftsportveranstaltungen statt. In den 1930er Jahren wurde ein Segelflugplatz angelegt.

Mit der Errichtung der Schochkaserne durch die Reichswehr fand nach Abschluss der Verhandlungen ab dem Jahr 1936 eine wesentliche Erweiterung des Übungsgeländes auf die südlich angrenzende Hochfläche statt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 übernahmen amerikanische Panzereinheiten den alten und den neuen Exerzierplatz. Ende 1953 gaben die Amerikaner den Flugplatz Auloh für sportliche Zwecke frei, so dass dieser ab 1954 vom Luftsportverein uneingeschränkt genutzt werden konnte. 1963 wurde der Flugbetrieb schließlich nach Ellermühle verlagert.

Bis 1968 wurde der ehemalige Flugplatz Auloh und das Areal westlich Stallwang von der Amerikanischen Armee und bis 1994 von der Bundeswehr hauptsächlich als Übungsgelände für Panzer unter der Bezeichnung „Standortübungsplatz“ genutzt.

Dieser Artenreichtum besonders in der offenen Landschaft der Ochsenau und des Tertiären Hügellandes kann nur durch die dort seit Jahrzehnten praktizierte Beweidung mit Schafen erhalten werden. Im Jahr 1999 wurde ein Pflege- und Entwicklungsplan mit Beweidungskonzept für das Naturschutzgebiet erstellt. Ausgeführt wird es von einem Schäfer, der das Gebiet mit seiner ca. 500-köpfigen Schafherde während der Vegetationszeit beweidet. Die Beweidung wird in enger Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde und der Gebietsbetreuerin ausgeführt.

Am 11. Januar 2002 feierten die Stadt Landshut, der Bund Naturschutz und Landshuter Kunstschaffende mit einem Festakt und einer Ausstellungseröffnung die Unterschutzstellung des ehemaligen Standortübungsplatzes und Teilen der Isarleite. Der Titel dieses Kunst-Natur-Projektes, das von Paul Riederer vom Bund Naturschutz initiiert wurde, trug den Namen „terra incognita“. Das militärische Gelände war für die Allgemeinheit gesperrt und somit für die meisten Landshuter ein „unbekanntes Land“. Zur Ausstellung ist auch ein Katalog mit zahlreichen Bildern und Texten erschienen. Im Vorwort vergleicht der damalige Oberbürgermeister der Stadt Landshut Josef Deimer die Ausweisung des ehemaligen Standortübungsplatzes als Naturschutzgebiet mit einem Gedicht von Christian Morgenstern und zitiert einen Auszug aus dem Gedicht mit den Worten „Das Werden des Glückes hat man erwarten können“.

Lebensräume

  • Der obere Bereich des Naturschutzgebietes bietet einen weitreichenden Blick über die natürliche, offene Landschaft
  • Obststreuwiesen zeugen von den früheren Hofstellen, die während der militärischen Nutzung enteignet und zerstört wurden

Das Naturschutzgebiet liegt in drei Landschaftsräumen. Die sogenannte „Ochsenau“ im weitläufigen Isartal wird von mageren Weideflächen und eingestreuten Kleingewässern geprägt. Im Süden wird die Ochsenau von den mit naturnahen Buchenwäldern bestockten Steilhängen der Isarleite eingerahmt. Am Hangfuß treten zahlreiche, zum Teil Kalktuff abscheidende Quellen aus.

Die malerische Landschaft im Tertiären Hügelland wird geprägt durch weite artenreiche Weideflächen, die zum Teil von totholzreichen Streuobstwiesen, besonnten Tümpeln und offenen Bodenstellen bereichert werden. Durch diese Vielzahl an Lebensräumen und Strukturen konnte sich ein außergewöhnlicher Artenreichtum entwickeln.

Tiere und Pflanzen

Durch die Vielfalt an Lebensräumen und Strukturen entstand ein außergewöhnlicher Artenreichtum. So konnten auf dem Gelände beispielsweise rund 430 Pflanzenarten, 85 Wildbienenarten, 50 Tagfalterarten, 30 Heuschreckenarten, über 25 Libellenarten und 12 Amphibienarten nachgewiesen werden.

 

  • Die Natur erobert die verbauten Bereiche zurück
  • Eine Sandbiene trägt Pollen in ihre Brutkammern

Gebietsbetreuung

  • Gebietsbetreuer Philipp Herrmann erklärt auf zahlreichen Führungen die Natur im Naturschutzgebiet
  • Filmteam des BR beim Dreh eines Beitrags für "Schwaben und Altbayern"
  • Der Gebietsbetreuer initiiert und begleitet de Biotoppflege im Naturschutzgebiet

In über 30 ökologisch besonders bedeutsamen Gebieten Bayerns fördert der Naturschutzfonds mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds Gebietsbetreuer.

Seit Mai 2008 gibt es auch für das Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite“ und das FFH-Gebiet „Leiten der unteren Isar“ eine professionelle Gebietsbetreuung. Von 2008 bis 2010 betreute Viktoria Meysemeyer das Gebiet, seit März 2011 ist Philipp Herrmann dafür zuständig.

Die Tätigkeit des Gebietsbetreuers umfasst folgende Schwerpunkte und Aufgabenbereiche:

  • Öffentlichkeitsarbeit und Medienpräsenz (Angebot von Regelführungen, Sonderführungen von Gruppen, Durchführung von Projekttagen für Schulklassen und Kindergartengruppen, Erarbeitung und Durchführung von Vorträgen, Berichte für Radio- und Fernsehsendungen, Erstellen von Zeitungsberichten
  • Aufklärung (Beratungsgespräche mit Flächennutzern, aktive Besucherlenkung durch Aufklärung der Erholungssuchenden im Gebiet)
  • Maßnahmenbezogene Gebietsaktivitäten (Initiierung von Landschaftspflegemaßnahmen und Nutzungskonzepten; maßnahmenbezogene Erfolgskontrollen; Konfliktmanagement)
  • Zusammenarbeit Schulen, Fachhochschulen und Universitäten, mit ehrenamtlichen Einrichtungen und sonstigen Interessensgruppen
  • Gebietsbezogene eigene Erhebungen (gezielte Arterfassung, Monitoring/Dauerbeobachtung)
Das Projekt Gebietsbetreuung wird unterstützt von:

Bay. Naturschutzfonds

Europ. Sozialfonds

Glücksspirale

 

 

Nationales Naturerbe

Deutschland trägt für seine vielfältigen Landschaften mit ihren Tier- und Pflanzenarten, dem Nationalen Naturerbe, eine besondere Verantwortung. Um dieses Erbe auch für zukünftige Generationen zu bewahren, übergibt die Bundesregierung 125.000 Hektar national bedeutsame Flächen an die Länder, die gemeinnützige "DBU Naturerbe GmbH" und an Naturschutzverbände.

DBU Naturerbe Landshut

Seit Juli 2010 ist die "DBU Naturerbe GmbH", eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU),  Eigentümerin von fünf Naturerbe-Flächen in Bayern mit insgesamt rund 1300 Hektar. Die Liegenschaft Landshut mit rund 190 Hektar bietet mit mageren Weiderasen, Streuobstwiesen, Kleingewässern, Mischwald und alten Nadelbäumen eine außergewöhnliche Vielfalt an Lebensräumen und Strukturen.

DBU Naturerbe GmbH

Die "DBU Naturerbe GmbH" wird 33 großräumige Liegenschaften in neun Bundesländern langfristig für den Naturschutz sichern. Auf den insgesamt rund 46.000 Hektar sollen offene Lebensräume mit seltenen Arten durch Pflege bewahrt, naturnahe Wälder ohne menschlichen Eingriff zu Wildnis entwickelt, artenarme Forste in naturnahe Wälder überführt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten werden.Seit April 2009 ist die "DBU Naturerbe GmbH" bereits für die Naturschutzmaßnahmen vor Ort verantwortlich und führt diese in Zusammenarbeit mit den ortskundigen Mitarbeitern der Bundesforsten aus.

Weitere Dienste

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
von 8.00 - 12.00 Uhr

Montag bis Donnerstag
von 14.00 - 16.30 Uhr

Ansprechpartner

Fachbereich Naturschutz / Fachbereichsleitung

Hans Ritthaler
Luitpoldstraße 29a
84034 Landshut
Tel.: 0871 - 88 14 21
Fax: 0871 - 88 14 32
E-MailBeschreibung
 

Fachbereich Naturschutz / Gebietsbetreuung

Philipp Herrmann
Luitpoldstraße 29a
840334 Landshut
Tel.: 0871 - 88 14 67
Fax: 0871 - 88 14 32
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