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Umweltstation: Große Resonanz beim Fortbildungstag

Im Garten des Kindergartens St. Nikola hat jüngst ein Fortbildungstag mit zwölf pädagogischen Fachkräften rund um die Themen „Erleben der Natur“ und „nachhaltige Ernährung“ stattgefunden. Veranstaltet wurde die Fortbildung unter dem Titel „Die fleißige Brumsel – Warum die Tomate die Hummel braucht“ von der Umweltstation Landshut in Kooperation mit den Fachstellen für Kindertagesstätten von Stadt und Landkreis Landshut. Eines der Ziele dieses Fortbildungstages war es, Naturwissen ganz praxisnah zu vermitteln und eine unkomplizierte Anwendung mit Kindern in den Einrichtungen zu ermöglichen.

Ein gelungener Fortbildungstag, gestaltet von der Leiterin der Umweltstation Landshut Dr. Verena Eißfeller (Mitte sitzend): Für die Kinder in ihren Einrichtungen bildeten sich zwölf pädagogische Fachkräfte in Sachen Natur erleben und nachhaltige Ernährung weiter.

 

Dazu wurden fachliche Informationen gegeben, aber vor allem sollte mit mannigfaltigen Anregungen und Spielen eine Motivation geschaffen werden, sich mit Kindern dem Erleben der Natur zu widmen. Es wurde gezeigt, dass das Entdecken der Natur interessant und freudvoll sein kann, ohne dass besonders viel Material oder sehr spezielle Kenntnisse notwendig sind.
Die Wildbienen und im Speziellen die Hummeln standen im Mittelpunkt des Programms, das von Dr. Verena Eißfeller, Leiterin der Umweltstation Landshut, gestaltet wurde. Einführend wurden die Evolution und die Einordnung der Bienen und Hummeln im Tierreich zu den Hautflüglern näher betrachtet. Der Bauplan mit seinen besonderen Merkmalen und die herausragende Vielfalt der Wildbienen wurden aufgezeigt. Die große Vielfalt an Lebens- und Ernährungsgewohnheiten bildet die Grundlage der riesengroßen Anzahl an Wildbienen-Arten in Deutschland, die den Erzieherinnen exemplarisch vorgestellt wurde. Die pädagogischen Fachkräfte bekamen Tipps zum Fangen und Bestimmen von Bienen und Hummeln mit Kescher und Becherlupe – abgestimmt auf die Neugierde der Kinder. Unter anderem erfuhren sie, welch großen Nutzen Menschen von den Bienen und Hummeln haben, die als Bestäuber der Pflanzen fungieren. Die vielfältigen und passgenauen Anpassungen von Pflanzen für die „fleißigen Brumseln“ wurden modellhaft an der Blüte eines Wiesensalbeis vorgestellt. Den Pädagoginnen wurde gezeigt, wie man in der Einrichtung sinnvolle Nistplätze durch die Kombination von Nisthilfen und Fleckchen mit artenreichen Blumenwiesen schaffen kann, die den Kindern ein gutes Beobachten ermöglichen. Dicke Hummeln können bestimmte Blüten besonders gut bestäuben, weil diese Blüten ihren Pollenstaub freigeben, wenn eine Hummel daran sitzt und Vibrationen erzeugt. Diese Vibrationsbestäubung funktioniert besonders gut bei der Tomatenpflanze, die an dieser Stelle im Tagesverlauf ins Spiel gebracht wurde.
Wie die Tomate nach Europa kam und wie sie im Laufe der Zeit zu einem solch beliebten Sommergemüse wurde, stellte Cornelia Ptach, Referentin für nachhaltige Ernährung, vor. Gemeinsam wurde zudem ein Mittagsmenü zubereitet, wobei die Tomate der Mittelpunkt der kindgerechten Rezepte war. Darüber hinaus gab es eine Einführung in die Themen Nachhaltigkeit und Ernährung. Als Leitlinie wurde den Erzieherinnen die „Gießener Formel“ vorgestellt. Es folgte eine Sinnesschulung, wie sie praktisch mit Kindern angewendet werden kann: Die Pädagoginnen konnten vorbereitete Spiele ausprobieren, in denen sie mit all ihren Sinnen das Riechen, Fühlen, Schmecken und Lauschen bewusst erproben konnten.
Abgerundet wurde der Fortbildungstag durch den Beitrag von Marianne Brauchler, Referentin für die Umweltstation, die den Erzieherinnen zeigte, wie man Tomaten mit Kindern pflanzen und ernten kann. Die Pädagoginnen bekamen eine ausführliche Anleitung, wie ein Tomatensamen angesät und später pikiert werden kann und zur fruchttragenden, ausgegeizten Pflanze heranwächst.
Begleitend zur Veranstaltung stand ein Büchertisch mit Fachbüchern und Anregungen zur Umsetzung der behandelten Themen zur Verfügung. Dieser Fortbildungstag rund um die Themen Wildbienenschutz und Vielfalt der Tomatensorten wird auch 2018 wieder angeboten werden.
Weitere Informationen erteilt die Umweltstation Landshut, Ansprechpartnerin Dr. Verena Eißfeller, unter Telefon 881690, E-Mail: Opens window for sending emailumweltstation(at)landshut.de.


21.07.2017

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