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Sportberichterstattung vor und nach dem Zweiten Weltkrieg

Lehrbuch für Schüler, das Nachschlagebuch für Sprachlehrer, Kaufleute, Angestellte, Handwerker und Techniker von H. B. Koenig, Direktor der English School Landshut/Bay. August 1945
Lehrbuch für Schüler, das Nachschlagebuch für Sprachlehrer, Kaufleute, Angestellte, Handwerker und Techniker von H. B. Koenig, Direktor der English School Landshut/Bay. August 1945
H. Markowski bei der Siegerehrung Seifenkistlrennen 1952 in der alten Turnhalle der Turngemeinde
H. Markowski bei der Siegerehrung Seifenkistlrennen 1952 in der alten Turnhalle der Turngemeinde

Aus 150 Jahre Landshuter Zeitung 1849 - 1999 von Hans Auer

Mit dem Fahrrad zum Aufstiegsduell. Im Jahr 1938 begleiteten 1000 Schlachtenbummler die TGL-Handballer nach Freising

Das Wort klingt martialisch und ist trotzdem einigermaßen harmlos. Namentlich dann, wenn es sich auf vergangene Zeiten bezieht. Schließlich bummelt der angesprochene Personenkreis keineswegs zu Schlachten im historischen Sinne, also zu Kriegsereignissen, sondern er begibt sich schlichtweg zu Auswärtsspielen "seiner" Mannschaft. Es soll auch nicht die Rede sein von heutigen Auswüchsen in diesem Metier, bei denen es häufig nicht um die Unterstützung der begleiteten Mannschaft geht, sondern um Konfrontationen um ihrer selbst willen.

Bis in die jüngste Vergangenheit hinein gab es schon Schlachten in des Wortes wahrer Bedeutung. Hier geht es darum aufzuzeigen, dass es Mitreisende zu Spielen Landshuter Mannschaften auch schon früher gab. In Zeiten, in denen das Geld knapp war oder in denen bei den Reisen nicht selten körperliche Strapazen in Kauf genommen werden mussten. Es überrascht dabei keineswegs, dass es namentlich im Fußball und im Handball auch in Landshut treue Anhänger gab, die ihre Mannschaft begleiteten. Einige Beispiele können als Beweis dienen.

Als im Juni 1938 die Handballelf der Turngemeinde Landshut vor dem entscheidenden Spiel um den Wiederaufstieg in die oberste bayerische Liga stand und diese Partie auf neutralem Platz in Freising angesetzt war, weil es gegen eine Münchner Mannschaft ging und Freising ideal für beide Teams auf halber Strecke lag, setzte in Landshut eine Schlachtenbummlerbewegung ein, die erstmalig in diesem Ausmaß war. Der Straßenverkehr war noch nicht von der heutigen Dichte. Trotzdem machten sich viele Automobilisten mit vollen Wagenladungen auf den Weg nach Freising. Es galt dabei als Ehrensache, dass man sich die Benzinkosten teilte. Die Eisenbahn machte an diesem Tag ein Riesengeschäft und brachte mit brechend vollen Zügen den Löwenanteil der Anhänger nach Freising und zurück. Bei der Entfernung von 37 Kilometern (einfach) war es aber auch für die Radfahrer kein Problem, die Reise per Pedal anzutreten. Die Radfahrer rekrutierten sich vorwiegend aus taschengeldschwachen Jugendlichen. Auf die geschilderten Arten kamen damals über 1000 Schlachtenbummler aus Landshut nach Freising. Sie konnten live den Aufstiegserfolg der Turngemeinde miterleben. Schlachtenbummler gab es aber seinerzeit schon zu Sportereignissen, bei denen es nicht darum ging, der eigenen Mannschaft Rückhalt zu geben, sondern zu denen man um des Zuschauens willen reiste.

Die Motorradrennen in Moosburg in den zwanziger Jahren hatten auch ihr Stammpublikum aus Landshut. Nach dem Krieg waren es häufig auch andere Motorradrennen (zum Beispiel Flugplatzrennen in Riem, Donauringrennen in Ingolstadt, Bavariaringrennen in München), Berufsboxkämpfe im Circus Krone, die stets erlebnisreichen Shows der Harlem- Globetrotters im Basketball in München usw.

Auch die Spielvereinigung Landshut brachte einmal im April 1947 in Dingolfing einen Sonderzug mit über 1500 Fans auf die Beine. Eisenbahn war aber die Ausnahme für Anlässe. Man fuhr bevorzugt mit Omnibussen. Aber auch Lastkraftwagen, oft ohne Plane, auf denen Wirtshausbänke die Fahrgäste aufnahmen, waren an der Tagesordnung.

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