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Großer Nachholbedarf: Ab 1945 wuchsen Vereine wie Schwammerl aus dem Boden

Grasbahnrennen 1949 in der Flutmulde an der Dammstraße
Grasbahnrennen 1949 in der Flutmulde an der Dammstraße
Rennprogramm für das Grasbahnrennen 1949 in der Flutmulde an der Dammstraße
Rennprogramm für das Grasbahnrennen 1949 in der Flutmulde an der Dammstraße

Insbesondere Handball, Boxen, Tischtennis, Motorsport und Eishockey hatten Zulauf

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte der Sport einen ungeheueren Zulauf, sowohl was dessen aktive Ausübung als auch das Zuschauerinteresse anbelangt. Die aus dem Krieg und der Gefangenschaft heimgekehrten Soldaten sowie die Jugendlichen schlossen sich den wiedergegründeten oder neugegründeten Vereinen an oder zeigten als Zuschauer einen Nachholbedarf an Sportveranstaltungen.

Demzufolge musste auch die Presse - im überörtlichen Bereich und im lokalen Umfeld - dem Informationshunger der Leser Rechnung tragen. Selbstverständlich wollte da die Landshuter Zeitung nicht zurückstehen, zumal es ja anfangs in Landshut Konkurrenz in Gestalt der Lizenzpresse (Isar-Post) gab. Zwei Seiten Sport waren 1949 schon Pflicht, wollte man dem Informationsbedürfnis der sportinteressierten Leser nachkommen. Der 1948 eingeführte Fußballtoto mit Vorschauen, Ergebnissen, Tipps und Quotenbekanntgabe sowie eine Spalte mit den Hinweisen auf den Sportfunk des Bayerischen Rundfunks waren zu dieser Zeit Stammbestandteil der Sportseiten...

Fußballvereine wuchsen damals wie Schwammerl aus dem Boden. Handball, Boxen, Tischtennis, Motorsport und Eishockey und andere Disziplinen erforderten eine flächendeckende Berichterstattung. Dennoch gab es noch keine spezielle Sportredaktion bei der Landshuter Zeitung. Der für den Sport zuständige Mann gehörte der Lokalredaktion an. Ein Fortschritt war schon, dass ab 1950 auf einen eigenen Sportteil verwiesen wurde, und zwar per "Fenster" auf der Titelseite:
"Heute Sport vom Sonntag." Das zog sich bis in die späten Fünfzigerjahre hin. Erst dann erschien mit Georg Buchberger im Impressum ein für den Sportteil verantwortlicher Redakteur. Drei Seiten Sport, in sehr kleinem Druck, waren ein weiterer Fortschritt... Die gesellschaftliche Bedeutung des Sports nahm zu. Das Beispiel "Fußball" zeigt dies am augenscheinlichsten auf. Vereinfacht und etwas sarkastisch könnte man so formulieren: von der herrlichsten Nebensache der Welt zu einem vermarkteten Event. Heute gibt es eine Leistungsbreite und ein sportliches Freizeitangebot, wie es zuvor nie der Fall war. Sogar die öffentliche Hand wurde in den Zugzwang versetzt, für den Sport etwas zu tun und Haushaltsmittel für dessen Förderung, namentlich des Breitensports bereitzustellen. Sport auch als Freizeitangebot für den jungen Menschen - mit der Begründung:
Ein Jugendlicher, der sich - im richtigen Rahmen - für die aktive Sportausübung entscheidet, ist hier wesentlich besser aufgehoben als auf der Straße oder in irgendwelchen Cliquen. Oder umgekehrt: Sport = Jugendarbeit.
Ohne die Vielzahl von Funktionären, die sich in ihrer Freizeit um die Sportler kümmern, den Spielbetrieb organisieren sowie als Trainer und Betreuer fungieren, könnte der Sport in der vorhandenen Form freilich nicht existieren. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Mannschaften und Athleten aktiv sein können. Der Idealismus der Funktionäre ist bewundernswert.

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