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Neues aus Landshut

Wittstraße wird ab 11. Juni grundlegend saniert

Das Staatliche Bauamt Landshut hält an seinen Plänen fest und wird die Wittstraße (B15) heuer in einem rund 420 Meter langen Abschnitt zwischen dem Kupfereck und dem Josef-Deimer-Tunnel grundlegend sanieren. Das teilte Abteilungsleiter Robert Köhl Oberbürgermeister Alexander Putz am Dienstag bei einem Treffen im Rathaus mit. Die Arbeiten werden am 11. Juni, dem Dienstag nach dem Pfingstwochenende, beginnen und voraussichtlich bis Mitte August dauern. Damit wäre die Bartlmädult, die bekanntlich auf der angrenzenden Grieserwiese stattfindet, von der Baumaßnahme nicht beeinträchtigt.

Die Wittstraße fällt als Bundesstraße in den Kompetenzbereich des Staatlichen Bauamts Landshut. Im Sommer wird der vielbefahrene Abschnitt zwischen dem Kupfereck und dem Josef-Deimer-Tunnel grundlegend saniert.

 

Ungeachtet dessen steht OB Putz dem Vorhaben kritisch gegenüber: Mit Blick auf die ohnehin angespannte Verkehrssituation in Landshut hatte Putz Spitzenvertreter des Staatlichen Bauamts in mehreren Gesprächen und mit Schreiben vom 12. März darum gebeten, die mit erheblichen Verkehrsbehinderungen verbundene Maßnahme idealerweise bis zur Fertigstellung des innerstädtischen Teils der geplanten Westtangente zu vertagen. Dies sei auch deshalb vertretbar, weil die Fahrbahndecke der Wittstraße erst 2012 erneuert worden sei. In der Tat habe man damals die oberen Asphaltschichten instand gesetzt, räumte Köhl ein. Aber: „Die nötige grundlegende Sanierung war damals aus finanziellen Gründen nicht möglich.“ Diese müsse wegen des schon jetzt schlechten Zustands und der nicht ausreichenden Tragfähigkeit der Wittstraße umgehend erfolgen. Daher könne das Staatliche Bauamt dem Wunsch des Oberbürgermeisters nicht entsprechen. „Die grundlegende Sanierung ist jetzt unumgänglich“, sagte Köhl, versprach aber, eine Verschiebung des für 2020 vorgesehenen zweiten Bauabschnitts nochmals zu prüfen – dann wäre der Bereich zwischen dem Deimer-Tunnel und dem Ländtor betroffen.

Dieser zweite Bauabschnitt bereitet OB Putz auch die größten Sorgen. Denn für das kommende Jahr plant die Autobahndirektion Südbayern (ABDSB) die Fahrbahnsanierung der A92 im Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Moosburg-Nord und Landshut-West. Die Ausweichstrecke – etwa bei einem Unfall im Baustellenbereich – würde über die alte B11 und dann weiter über die B15 und die Wittstraße führen. „Wenn wir zeitgleich zwei Großbaustellen auf der A92 und auf der Wittstraße haben, wäre das Verkehrschaos in Landshut vorprogrammiert“, sagt Putz. „Sehenden Auges würde dadurch ein Nadelöhr geschaffen. Die Folge wären massive Staus. Und die kann man weder den Verkehrsteilnehmern noch den Anwohnern zumuten.“ Für ihn ist deshalb klar: „Weitere Bauabschnitte der Wittstraßen-Sanierung müssen warten, bis die Arbeiten an der A92 im Raum Landshut abgeschlossen sind.“

Während das Staatliche Bauamt in diesem Punkt also Gesprächsbereitschaft signalisierte, ist an der Umsetzung des ersten Bauabschnitts bereits ab 11. Juni nicht mehr zu rütteln. Natürlich sei auch dem Staatlichen Bauamt sehr daran gelegen, die mit den Arbeiten verbundenen Beeinträchtigungen für alle Verkehrsteilnehmer möglichst gering zu halten, versicherte Köhl. Um die Instandsetzung so rasch wie möglich durchzuführen, habe man sich für eine sogenannte Tageslichtbaustelle entschieden: Gearbeitet wird von Montag bis Samstag jeweils so lange, wie das Tageslicht es zulässt. Gleichzeitig bemüht sich das Staatliche Bauamt, die Wittstraße während der Bautätigkeit zu entlasten. Deshalb wird der Schwerverkehr der B11 und der B15 beispielsweise großräumig über die A92 bzw. die B299 und die B388 umgeleitet. „Diese Umleitungsstrecke wird generell dem gesamten Fernverkehr empfohlen“, betonte Köhl. Der Verkehr unter 3,5 Tonnen, insbesondere der Anliegerverkehr sowie die Linien- und Schulbusse werden dagegen im Stadtbereich kleinräumig über die Innere Münchner Straße umgeleitet. Das Straßenverkehrsamt der Stadt wird darauf achten, dass bis dahin sämtliche baustellenbedingte Behinderungen auf der Inneren Münchner Straße beseitigt werden.

Der für diesen Sommer vorgesehene erste Teil der Instandsetzung der Wittstraße ist in sechs Bauphasen geplant, wobei für jede Phase eine eigene Verkehrsführung nötig ist. Im Folgenden werden die geplanten Bauphasen mit den entsprechenden Verkehrsführungen auf der Wittstraße kurz erläutert. Die Arbeiten der ersten Bauphase (Dauer: eine Woche) finden mittig der Fahrbahn statt. Der Verkehr verläuft in dieser Zeit jeweils auf einem Fahrstreifen in jede Richtung. In der anschließenden zweiten Bauphase, die sich plangemäß bis Ende Juni erstrecken wird, verlagern sich die Arbeiten an den südlichen Fahrbahnrand. Der Verkehr verläuft in dieser Zeit zweispurig stadtauswärts und einspurig stadteinwärts. Die dritte Bauphase (Dauer: eineinhalb Wochen bis voraussichtlich Anfang Juli) sieht Arbeiten am nördlichen Fahrbahnrand vor. Der Verkehr wird wie in der vorherigen Bauphase an der Baustelle vorbeigeleitet, und zwar wiederum zweispurig stadtauswärts und einspurig stadteinwärts.

In der vierten Bauphase (bis Mitte Juli) wird in der gesamten nördlichen Fahrbahnhälfte gearbeitet. Der Verkehr verläuft in dieser Zeit auf zwei Fahrspuren stadtauswärts. Der aus Richtung B 11 München stadteinwärts fließende Verkehr wird in dieser und in den folgenden beiden Bauphasen fünf und sechs – also bis zum Abschluss der Maßnahme Mitte August – über die Innere Münchner Straße und den Grätzberg zur Wittstraße geführt. Weiter gehen die Arbeiten in der fünften Bauphase in der gesamten südlichen Fahrbahnhälfte. Auf der Wittstraße stehen dann weiterhin zwei Fahrstreifen Richtung stadtauswärts zur Verfügung. In der sechsten und letzten Bauphase, die zwei Wochen dauern soll, wird schließlich mittig und an der gesamten südlichen Fahrbahnhälfte gearbeitet. In dieser Zeit ist auf der Wittstraße auch stadtauswärts nur noch ein Fahrstreifen nutzbar, und zwar auf der nördlichsten Fahrspur. Diese schwerwiegendste Einschränkung wurde bewusst in die ersten Wochen der Sommerferien gelegt, um die Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten, betonte Köhl. Dennoch rechnet er mit Behinderungen: „Wir können alle Autofahrer nur um Verständnis und Geduld für diese dringend nötige Baumaßnahme bitten.“

 


10.04.2019

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