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Neues aus Landshut

Bienenschutzprogramm wird seit 2013 erfolgreich umgesetzt

Mit einer Unterstützungsquote von 18,4 Prozent aller Stimmberechtigten in Bayern avancierte das Volksbegehren „Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen“ zum erfolgreichsten aller Zeiten. In Landshut wurde dieser hohe Wert sogar noch übertroffen: Hier unterschrieben fast 20 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für das Volksbegehen. Das Thema Bienenschutz wird in der Stadt indes nicht erst jetzt großgeschrieben. Vielmehr beschloss der Umweltsenat laut Hans Ritthaler, Leiter des Fachbereichs Naturschutz bei der Stadt, schon vor fünfeinhalb Jahren ein umfassendes Bienenschutzprogramm, das sich auch schon positiv bemerkbar macht. Ideale Bedingungen herrschen demnach speziell im Naturschutzgebiet (NSG) „Ehemaliger Standortübungsplatz mit Isarleite“, so Ritthaler: „Dort wurden in den vergangenen Jahren viele neue Lebensräume und Brutstätten für Wildbienen geschaffen. Und das mit Erfolg, denn an neugeschaffenen Steilwänden fliegen im Sommer schier unzählig viele Wildbienen.“

Schlafende Langhornbienen am Standortübungsplatz Landshut (Foto: Christoph Sieradzki, naturfotografie.la)

 

Die Initiative für das Bienenschutzprogramm ging übrigens von der CSU-Stadtratsfraktion und ihrem heutigen Vorsitzenden Rudolf Schnur aus. Der entsprechende Antrag datiert vom 17. Juni 2013, war mit einem Zitat Albert Einsteins überschrieben („Wenn die Bienen aussterben, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“) und schloss mit folgender Forderung: „Das Problem des Bienensterbens muss aktiv und langfristig angegangen werden. Unsere Stadt soll ein günstiger Lebensraum für die Bienen sein.“ Dieser Appell stieß bei den Mitgliedern des Umweltsenats schon damals auf breite Zustimmung: Die Verwaltung wurde denn auch umgehend damit beauftragt, insbesondere mit dem Landesverband Bayerischer Imker ein Bienenschutzprogramm zu entwerfen und umzusetzen.

Das hat der Fachbereich Naturschutz getan. „Das Bienenschutzprogramm der Stadt läuft im Grunde zweigleisig“, erklärt Ritthaler. „Wir unterstützen die Honigbienen, haben aber auch schon einiges zu Wildbienen organisiert.“ Exemplarisch zählt der Fachbereichsleiter neben den bereits erwähnten Fortschritten im NSG „Ehemaliger Standortübungsplatz“ einige weitere Einzelmaßnahmen auf. So setze das Stadtgartenamt in Grünanlagen vermehrt auf sogenannte Blühstreifen. „Gemeinsam mit dem Bund Naturschutz wurde im Stadtpark nahe der Kleinen Isar eine Fläche mit Blütenpflanzen als Nahrungsquelle für Wildbienen angelegt“, so Ritthaler. Bei der Neuanlage von Gehölzgruppen werde auf die Pflanzung von Bienennährgehölzen geachtet. Und auf ausgewählten Flächen fahre man die Pflegeintensität zurück. „Diese Aktivitäten helfen den Bienen und werden vom Stadtgartenamt stetig ausgeweitet.“ Aktuell sei die Stadt zudem dabei, bei neuen Bebauungsplänen die öffentlichen Grünflächen „extensiv“ anzulegen, dort werde also Raum für die natürliche Entwicklung gegeben. „Dadurch wird nicht nur etwas für die Artenvielfalt und damit für die Wildbienen getan, sondern die Stadt spart mittelfristig sogar Kosten für die Pflege der Flächen“, sagt Ritthaler und sieht darin ein Modell der Zukunft: „Wir wollen das auf die Außenflächen gewerblicher Objekte ausweiten.“ Gemeinsam mit dem Landkreis soll schließlich noch ein „Bienenschutzmobil“ finanziert werden, das durch den Imkerverein betrieben und der Bekämpfung der Varroamilbe – dem wohl bedeutsamsten Bienenschädling weltweit – dienen soll.

Darüber hinaus bemüht sich die Stadt darum, bei den Menschen das Verständnis für die Bedeutung der Bienen und für ihre Bedürfnisse zu fördern. Die Umweltstation von Stadt und Landkreis hat beispielsweise mit dem Projekt „Die fleißige Brumsel“ eine Fortbildung für pädagogische Fachkräfte zum Thema Wildbienen in ihrem Angebot. Der Fachbereich Naturschutz wiederum hat sich in den vergangenen Jahren zweimal im Rahmen des Gartenfestivals auf der Burg Trausnitz an seinem Stand den Bienen gewidmet. „Sozusagen als Schmankerl haben wir den Besuchern damals kleine Papiertüten mit der ‚Landshuter Mischung‘ aus Samen geeigneter Blütenpflanzen mitgegeben“, erinnert sich Ritthaler.

Generell könne Wildbienenschutz indes nur sehr bedingt isoliert betrachtet werden, mahnt der Fachbereichsleiter und verdeutlicht das an einer der Maßnahmen im Naturschutzgebiet. Dort seien relativ kleinflächig „Abbrüche“ geschaffen worden, in denen Wildbienen Bruthöhlen graben können. „Das war eine Einzelmaßnahme, die aber nur funktioniert, weil das gesamte Gebiet schon sehr artenreich und daher für Wildbienen hervorragend geeignet ist“, erklärt Ritthaler. Insgesamt gelte, dass das Streben nach Artenvielfalt regelmäßig alle Arten eines bestimmten Lebensraumtyps stärke – auch Insekten. „Vor diesem Hintergrund müssen die Lebensbedingungen für Wildbienen also langfristig verbessert werden. Mit der Extensivierung öffentlicher Grünflächen, mit der Anlage vielgestaltiger Ausgleichsflächen im Rahmen der Bauleitplanung sind wir da schon auf einem guten Weg“, findet Hans Ritthaler. Wenn man in den Sommermonaten mit offenen Augen an solchen Flächen vorbeigehe, könne man feststellen, „dass da an den Blüten der Pflanzen ganz schön viel Betrieb ist“. Ein Beispiel dafür sei die Streuobstwiese im Norden des Neubaugebiets „Nördliche Wolfgangsiedlung“.

Das Engagement der Stadt Landshut für diese Themen reicht indes noch weiter zurück als das Bienenschutzprogramm, betont Ritthaler. „Wir haben schon 2008 als erste Stadt in Bayern und wahrscheinlich sogar in Deutschland eine eigene lokale Biodiversitätsstrategie beschlossen.“ Und die ist offenbar ziemlich erfolgreich. Jedenfalls belegte Landshut bereits im Jahr 2011 in einer bundesweiten Rangliste zur Biodiversität in der Kategorie „Städte zwischen 50.000 und 100.000 Einwohner“ den dritten Platz.

 


19.02.2019

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