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Unterwegs an der Mosel

Der Seniorentreff Landshut machte sich auf die Suche nach den vielbesungenen Schönheiten dieser Gegend. Der gute Draht zum Wettergott hatte auch heuer Bestand, auch diesmal sollte sich der Spruch bewahrheiten: Wenn Senioren aus Landshut reisen, schließen sich die Schleusen.

46 Teilnehmer – darunter etliche neue Gesichter - nahmen unter der Führung von Cornelia Czichon die lange Fahrt nach Zeltingen/Rachtig an der Mosel auf sich. Organisator Peter Hautsch hatte wieder das richtige Gespür und stellte ein abwechslungsreiches Programm zusammen. Im Vordergrund standen heuer neben Trier und Heidelberg auch einige kleine Städtchen, die noch nicht vom Tourismus überrollt wurden. Um nicht unvorbereitet zu den Sehenswürdigkeiten zu kommen, verteilte er, wie gewohnt, Arbeitsmaterial und Stadtpläne an die Fahrgäste. Der Busfahrer Erkan, ein „bayerischer Türke“, wie er sich selber vorstellte, startete pünktlich und begleitete uns mit seinem trockenen Humor während der fünf Tage.

1.Tag: Wolframs Eschenbach – Bad Wimpfen –Zeltingen/Rachtig
Ohne größeren Stau erreichte die Gruppe als ersten Halt Wolframs-Eschenbach, die Stadt des Parzivaldichters und des Deutschen Ordens. Auf dem kleinen Rundgang fand das Eschenbacher Münster, das Liebfrauenmünster Bewunderung. Der Rosenkranzaltar als wertvolles Kunstwerk wurde 1510/20 im Umkreis von Veit Stoß gefertigt. Die Heiligen im Rosenkranz erscheinen wie Spiegelbilder der Lebenden und vermenschlichen den „Himmlischen Hof“. Dass die kirchliche Gemeinde lebt, zeigte die Taufe von drei Kindern, die zeitgleich stattfand. Passend dazu klapperte das Storchenpaar auf dem benachbarten Storchennest sein Einverständnis.

Wir verließen nun Bayern und erreichten Bad Wimpfen am Neckar. Die spannende Geschichte vom Bad Wimpfen zeugt von Kelten, Römern und Staufern. Aus der Stauferzeit rührt das Baudenkmal, das noch heute das Stadtbild bestimmt: die größte Kaiserpfalz nördlich der Alpen mit ihren markanten Türmen. Der Besteigung des „Roten“ Turms war natürlich ein absolutes Muss, konnte man doch von hier einen imposanten Überblick über die Stadt und die Neckarebene genießen.
Der Spaziergang auf dem rauen Kopfsteinpflaster war sehr ermüdend und erinnerte bisweilen an ähnliche Passagen in der Landshuter Altstadt. Zahlreiche einzigartige Fachwerkhäuser wie das „Schmuckkästchen“ oder das ehemalige „Bürgerliche Spital“ entschädigten für die Mühen des unebenen Untergrunds.
Nach einer langen Busfahrt durch die Rheinebene, vorbei an Sinsheim, der Fussballarena von Hoffenheim erreichten wir gegen Abend unser Hotel in Zeltingen/Rachtig an der Mosel. Ein imposantes Bauwerk in unmittelbarer Nähe brachte uns zum Staunen. Die im Bau befindliche Hochmoselbrücke soll die Höhen des Hunsrücks mit denen der Eifel überwinden. Das 1,7 Kilometer lange und bis zu 160 Meter hohe Bauwerk soll von 2019 an den Fluss überspannen - und mit dem Neu- und Ausbau der B50 eine direkte Straßenverbindung zwischen den Benelux-Staaten und dem Rhein-Main-Gebiet schaffen. Das Abendessen zog sich in die Länge, war aber hervorragend zubereitet. Wahrscheinlich gab man uns die Gelegenheit, den hauseigenen Wein ausgiebig zu testen.

Tag 2: Trier – Saarburg
Der zweite Tag führte nach Trier. Die Stadt wurde vor 2000 Jahren von den Römern gegründet und verfügt noch über einige gut erhaltene römische Baudenkmäler wie die Porta Nigra, die Reste römischer Badehäuser, ein Amphitheater nahe dem Stadtzentrum sowie eine Steinbrücke über die Mosel. Zwei Stadtführer mit unterschiedlichen Charakteren zeigten uns die Höhepunkte.
Ausgehend von der Porta Nigra, dem mächtigen römischen Stadttor, führte der Weg durch die Simeonstraße mit ihren zahlreichen Geschäften und Cafés zum Hauptmarkt. Die älteste Apotheke Deutschlands wurde erstmals in der Schenkungsurkunde 241 erwähnt.
Die Geschichte des Doms St.Peter reicht bis ins 4.Jhdt. zurück. Nur noch wenige Reste sind von dieser riesigen spätromanischen Kirchenanlage vorhanden. Bischof Poppo von Babenberg leitete den Bau eines neuen Domes etwa um das Jahr 1000 ein. Zusammen mit den Grundmauern aus der römischen Zeit zeugt die weit über 1000-Jährige Baugeschichte von allen Stilepochen von der Antike über Romanik, Gotik und Barock bis zur Moderne. In der barockenSchatzkammer wird der Heilige Rock, die Tunika Christi, verschlossen und nicht sichtbar aufbewahrt.
Äußerst selten und nur anlässlich von Heilig-Rock-Wallfahrten wird er in der Öffentlichkeit gezeigt. Im letzten Jahrhundert geschah das dreimal: 1933, 1959 und 1996. Die letzte öffentliche Zeigung des Heiligen Rocks fand vom 13. April bis 13. Mai 2012 statt. 545.000 Pilger aus aller Welt besuchten den Trierer Dom, wo die Tunika in einem hölzernen Schrein ausgestellt war. Die nächste Rock-Wallfahrt findet erst 2033 statt.
Auch die zweite große Kirche wurde auf den Grundmauern der römischen Kirchenanlage errichtet. Die Liebfrauenkirche gilt als die früheste gotische Kirche Deutschlands. Über die Liebfrauenkirche erreichten wir den Konstantinpalast mit der Konstantinbasilika und dem Kurfürstlichen Palais.
Zum Abschluss des Rundgangs, der nur einen kleinen Einblick in die Kulturstätten Triers geben konnte, zeigten die Führer das Geburtshaus von Karl Marx, jenes Mannes, der die Weltgeschichte und maßgeblich die jüngere deutsche Geschichte beeinflusst hat.

20 km südwestlich von Trier lag unser nächstes Ziel: Saarburg.
Der Busfahrer Erkan musste schon sein ganzes Können aufbieten, um den 13 m langen Bus in einer Umleitung an Hindernissen vorbeizulenken, nur um uns einen langen Anmarsch auf das Stadtzentrum zu ersparen. Eine der ältesten Höhenburgen im Südwesten Deutschlands begründete die Bedeutung von Saarburg schon um 964. Was aber in Saarburg so außergewöhnlich ist, ist das einzigartige Naturschauspiel in der Stadt. Der Wasserfall in der Stadtmitte stürzt zwischen Ober – und Unterstadt fast 20 Meter in die Tiefe. Er entstand, als im Mittelalter das Wasser des Leukbachs durch die Stadt umgeleitet wurde, um sich die Wasserkraft zunutze zu machen. Am Fuße des Wasserfalls liegen zwei Mühlen, die heute Mühlenmuseum und Amüseum beherbergen.

Tag 3: Schifffahrt auf der Mosel – Burg Landshut – Bernkastel-Kues
Der nächste Tag begann mit einer Schifffahrt auf der Mosel von Traben-Trabach aus. Bei herrlichem Sonnenschein genossen wir den Ausblick auf die Weinberge und auf die kleinen Weinorte am Fluss. Verschiedene Namen waren uns ja durch die Weine bekannt. Kröver Nacktarsch, Trittenheimer Altärchen, Piesporter Goldtröpfchen und Ürzinger Gewürzgarten sind seit vielen Jahren für den Weinkenner in aller Munde.
Die Zeltinger Staustufe ist eine von 28 an der Mosel, die zur Überwindung der 161 Höhenmeter dienen. Die Höhendifferenz dieser Schleuse beträgt erstaunliche 6 Meter. Gegen Mittag legte das Schiff in Bernkastel/Kues an. Nach diesem erholsamen Vormittag kam der Anstieg zu Burg Landshut zur unrechten Zeit. In der Mittagshitze keuchte die Gruppe die steile Anhöhe -9- hinauf, als Landshuter gehörte es sich einfach, die Burg mit gleichem Namen zu erkunden und den imposanten Rundblick über das Moseltal zu genießen.
Dieser Blick entschädigte uns für alle Mühen. Nach dem Abstieg konnte man noch in Bernkastel auf einem Rundgang Sehenswürdigkeiten wie die Pfarrkirche St. Michael, den Bärenbrunnen, den Doctorbrunnen oder das Rathaus auf dem Marktplatz entdecken oder ganz einfach in einem der vielen Cafés entspannen.
Frau Czichon hatte für die Rückfahrt noch ein Schmankerl ausgemacht. Durch Mundpropaganda machte man ihr den Biergartenbesuch beim Kloster n karamelisiertem Malz. Traditionsbier mit vollmundigem, malzblumigem Nachtrunk. 5,2 % Alkohol hieß es auf einem Werbeflyer. Die gesamte Chefetage nahm diese Gelegenheit wahr und testete den Wahrheitsgehalt dieser Empfehlung. Am Abend testete ein Teil der Gruppe im Weinkeller verschiedene Weine aus dem hauseigenen Anbau.

Tag 4: Cochem – Beilstein-Bremm
Der 4.Tag war wieder etwas für die gut Trainierten. Gleich dreimal hieß es einige Höhenmeter zurückzulegen. Es begann mit dem Aufstieg auf die Reichsburg in Cochem. Hoch über Cochem erhebt sich die größte Höhenburg an der Mosel. Auf mächtigem Fels gelegen ist die Reichsburg mit ihren Erkern und Zinnen ein reizvoller Anblick. Die mittelalterliche Burg, die im Eigentum der Kurfürsten von Trier während des pfälzischen Erbfolgekrieges beschädigt wurde, hat der Berliner Kommerzienrat, Louis Ravené, im Zuge der Burgenromantik im 19. Jahrhundert liebevoll restauriert und im neugotischen -11- Stil wiederaufgebaut. Hier erlebt der Besucher im Rahmen einer Führung eine eindrucksvolle Gestaltung der Innenräume, wie Rittersaal, Speisesaal, Jagdzimmer, Kemenate usw.
Ein anderes Highlight ist der Bundesbank-Bunker als einstiges Staatsgeheimnis zur Aufbewahrung von 15 Milliarden, die seitens der Bundesbank intensiv umgesetzt wurde mit dem Ziel, die Währungsstabilität der Bundesrepublik aufrecht zu erhalten. Dafür wurden keine Kosten gescheut und alles perfekt durchdacht und umgesetzt.
Die von außen unscheinbare St. Martin Kirche in Cochem überrascht im Innenraum mit wunderschönen Glasmalereien, gestaltet von dem Glaskünstler Graham Jones aus London.

Beilstein, unser nächstes Ziel, wird als Miniatur-Rothenburg oder „Dornröschen der Mosel“ bezeichnet. Überragt wird das Dorf, das als Kulisse für zahlreiche Spielfilme diente, von der Burgruine Metternich. Über genau 102 Stufen erreicht man die Klosterkirche St.Josef, in der die „Wunderbare Schwarze Madonna“ aufgestellt ist. Da am Abend das entscheidende Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Südkorea anberaumt war, wurden in weiser Voraussicht mehr Opferkerzen als üblich angezündet. Aber die „Schwarze Madonna“ ist wohl für schwierigere Fälle in anderen Bereichen zuständig.
Ein dritter Aufstieg bedeutete, bei Bremm die steilen Hänge des Calmonds zu bezwingen. Der bekannte Weinort Bremm mit etwa 850 Einwohnern liegt an der wohl bekanntesten und einer der schönsten Moselschleifen im Herzen der Calmont – Region. Die Landschaft um das Dorf erhält ihren einmaligen Charakter durch die steilen Hänge des Calmonts und der Klosterruine Stuben: eine Naturkulisse der ganz besonderen Art. Der Bremmer Calmont mit 378 Metern Höhe und ca. 65 Grad Steigung ist die steilste Weinbergslage Europas. Unsere Bergziegen ließen es sich nehmen und wagten sich in die Anfänge des Klettersteigs, ein wahrhaft luftiges, aber nicht ungefährliches Unterfangen.
Nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft galt es am Abend bei einem gemeinsamen Umtrunk Abschied zu nehmen von der Mosel. Die warme Sommernacht konnte unsere gute Stimmung nicht trüben und ließ die Enttäuschung bald verblassen.

Tag 5 : Heidelberg – Rückfahrt
Schon ziemlich früh hieß es, sich auf den Weg nach Landshut zu machen, lagen doch mehr als 600 Kilometer Fahrstrecke vor uns. Bei Bernkastel/Kues verließen wir das liebliche Moseltal. Ohne größere Staus kamen wir gegen Mittag in Heidelberg an, unserem letzten längeren Halt. Heidelberg ist eine alt ehrwürdige Universitätsstadt schon seit dem 14.Jahrhundert. Die große Anzahl von jungen Leuten bestimmt das Flair der Stadt. Einige Sehenswürdigkeiten gehörten zu unserem Rundgang.
Die Heiliggeistkirche ist die größte und bedeutendste Kirche in Heidelberg. Mit der Apsis zum Marktplatz steht sie mitten in der Heidelberger Altstadt. Ihr Turm beherrscht und prägt – mit dem achteckigen Glockenturm des Schlosses – das Stadtbild.Die aus rotem Neckartäler Sandstein gebaute gotische Hallenkirche mit barockem Dach und barocker Turmhaube gilt als „völlig singuläres Bauwerk von hohem künstlerischen Rang. Von 1706 bis 1936 war die Kirche durch eine Scheidemauer in zwei Teile geteilt. Das Langhaus war protestantisch, der Chor katholisch.
Die prunkvolle Universitätsbibliothek, ein roter Sandsteinbau, liegt gegenüber der Peterskirche, der ältesten erhaltenen Kirche Heidelbergs. Über der Stadt thront das Heidelberger Schloss, eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands und das Wahrzeichen der Stadt Heidelberg. Bis zu seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg war es die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz.
Ein Teil der Gruppe nahm den Philosophenweg auf sich, ein teils steiler Höhenweg zwar, aber die Sicht auf Heidelberg entschädigte für die Mühe, und außerdem waren die Tage vorher ein gutes Training für den Anstieg.
Gegen 15.00 Uhr war auch dieser letzter Halt zu Ende, und wir machten uns auf den Weg in unsere Heimat. Bisher war kein Tropfen Regen gefallen, aber kaum hatten wir den Bus bestiegen, öffneten sich die Schleusen und die Temperaturen sanken beträchtlich. Dazu kamen zwei längere Staus, die unserem Busfahrer Erkan und Herrn Hautsch die Möglichkeit boten, die Passagiere mit Kurzgeschichten, Stilblüten oder Witzen zu unterhalten.
Cornelia Czichon wurde für ihr Engagement mit einem kleinen Präsent geehrt, verbunden mit der Hoffnung auf eine Fortsetzung von solchen Fahrten. Dass diese Fahrt sehr gelungen war, lag an der exzellenten Vorbereitung von Herrn Peter Hautsch und seiner Ehefrau, an der Organisation von Frau Cornelia Czichon, die auch für den nötigen Nachschub an Süßigkeiten sorgte, an der Geduld von Busfahrer Erkan, dem auch spontane Regenschauer nichts ausmachten und nicht zuletzt an der intakten Gruppe selbst, die immer pünktlich bei den Abfahrtszeiten war.
Text: Toni Gabler Fotos: Joachim Czichon

Reisegruppe
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Wolframs-Eschenbach
Wolframs-Eschenbach
Bad Wimpfen
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Hochmoselbrücke
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Porta Nigra
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Saarburg Wasserfall
Geburtshaus Karl Marx
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Saarburg Wasserfall
Weinberge
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Burg Landshut
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Kloster Machern
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Höhenburg
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Beilstein
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Moselschleife
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Heidelberg
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